Klar haben The Beatles geniale Pop-Hits, revolutionäre Studiotechniken und weltweiten Ruhm – aber haben sie auch Soul? Dieser Frage ging das legendäre Label Stax aus Memphis, Tennessee nach und ließ die Crème de la Crème der eigenen Stars Beatles-Songs covern. Diese Versionen zeigen nicht nur, welch großen Einfluss die Fab Four auf ihre damaligen, auch genrefremden Peers hatten, sondern auch, wie gut »Hey Jude«, »With a Little Help from My Friends« und andere Klassiker mit fetten Bläsersätzen, Background-Chören oder inbrünstigem Soul-Gecroone – etwa in Otis Reddings Version von »Day Tripper« – funktionieren. Denn natürlich zeigt sich, dass selbst vermeintlich totgespielte Songs durch diese Soul-Interpretationen überraschende neue Facetten gewinnen.
Für diese Einfach-Vinyl-Edition wurde die ursprüngliche Tracklist von Stax Does the Beatles um fast die Hälfte auf die wahre Essenz eingedampft. Deutlich fokussierter tauchen nun sowohl die Interpreten als auch die gecoverten Songs jeweils nur einmal auf. Ausgewählt wurden Highlights wie die monumentale, fast zwölfminütige »Something«-Interpretation von Isaac Hayes, David Porters wilde Gitarren-Version von »Help« oder die zarte Live-Aufnahme von »Yesterday«, die eindrücklich zeigt, warum Carla Thomas als Queen of Memphis Soul bekannt ist. Dass die Wertschätzung durchaus auf Gegenseitigkeit beruhte, beweist übrigens ein Brief von George Harrison, in dem er den Otis-Redding-Produzenten Jim Stewart 1966 überzeugen wollte, das Beatles-Album Revolver in den Stax-Studios aufzunehmen.

Stax Does The Beatles