In den Ruinen des Hardcores lässt es sich doch noch am besten tanzen. Larry Edgar Anderson stampft für das italienische Label XCPT – bekannt dafür auch mal die noisigen und glitchigen Seiten von Grime, Bass und Breaks unter das Spotlight zu stellen – ein Album aus dem Boden, das sich im Industriestaub besonders wohlfühlt. Auf insgesamt acht Tracks, von denen die ersten fünf auf Vinyl gepresst wurden, regieren mit Schleifpapier wundgerubbelte Beats aus dem Schatten. Düster, grimmig, british af und immer nur einen Schritt entfernt von den 1990er-Jahren und ihren jazzy Ausläufern von Drum‘n‘Bass oder bleischweren, trockenen Garage-Dystopien.
»Midnight« changiert mit Druck zwischen Grime und Dubstep und schneidet sich sekündlich durch tiefste Frequenzen. Luft zum Atmen bleibt hier keine mehr übrig, zu dicht lässt Anderson die finstersten Elemente britischer Bassmusik zusammenstehen. Das gilt auch dort, wo das Tempo etwas herausgenommen wird und Bewegung die Zeitlupe in Anspruch nimmt. Die schabenden Breaks von »Ultramarine«, das in der Ferne gerade noch verstummende Sirenen einfängt, erklären sich zum Highlight. Danach hallen Bläser-Überreste durch das Beat-Labyrinth von »Celeste« und lösen dieses wohlige Unbehagen aus, das der Low End Activist regelmäßig mit seiner Musik evoziert.

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