Review

Nemeth

Koi

Sonotope • 2014

Best 2025 so far

Vor drei Jahren hat Stefan Németh die Filmmusik zu Tina Hochkoglers Experimentalfilm »Koi« geschrieben. Der gleichnamige Score ist jetzt auf einer EP erschienen, gemeinsam mit einer neuen Bearbeitung des Originalaudiomaterials als »Koi 2014«. Der knapp achtminütige Film zeigt einen japanischen Zuchtkarpfen, einen Koi in einem Wasserbecken voller Spiegelungen, Lichtbrechungen und filmischen Nachbearbeitungen, die mit der Kontur des Fisches verschwimmen. Der Track »Koi« beginnt mit einem sich langsam nähernden Rauschen, welches auf einen Subbass und vereinzelte Schläge auf einen hohlen Holzblock trifft. Danach setzt erst ein vibrierendes Dröhnen und eine Synthesizerfläche ein, später ein digitales verzerrtes Orchester aus Streichern und Bläsern, die zusammen mit einem Basspuls die Dramatik steigern. In demselben Moment scheint auch der Film aufregender zu werden, obwohl sich in Wirklichkeit nichts Wesentliches ändert. Die Musik »bestimmt« sozusagen die Handlung. »Koi 2014« funktioniert dagegen wirklich völlig losgelöst vom Bildmaterial. Die Musik beginnt metallisch schabend und röhrend, Glocken-artige Schläge geben einen monotonen Rhythmus an. Der Track klingt wesentlich unfreundlicher als das Original, Interferenzen bauen sich auf und Obertöne pfeifen alarmierend. Kurzzeitig sorgen eine tiefe Bassdrum und ein gemächlicher digital schmatzender Snare-Sound für einen dubbigen Groove, und zum ersten Mal ist so etwas wie Wasserplätschern zu hören. Der Track endet mit klatschenden Gitarrenklängen wie von ruckartig umgeschalteten Tonabnehmern. Zwei sehr unterschiedliche aber gleichsam spannende und filmische Bearbeitungen desselben Klangmaterials, die genauso gut mit als auch ohne den Film funktionieren

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