Bei fast jedem Projekt von Stephen O’Malley stellt sich dieselbe Frage: Lässt sich dieser Sound ohne musiktheoretischen Hintergrund begreifen? Für But Remember What You Have Had lässt sich das klar bejahen. Ein einziger Track von über 30 Minuten lädt zwar nicht zum leichten oder schnellen Hören ein, doch das scheint ohnehin nicht das Ziel zu sein.
Der Drone dieser Platte versetzt Raum und Körper in eine meditative Schwingung. Alles bebt und vibriert, lediglich kurze Momente von Akkorden oder Harmonien durchbrechen den Klangstrom. Trotz dieser Sperrigkeit besitzt But Remember What You Have Had eine cineastische Komponente: keine große Apokalypse, sondern ein stilles Ende. Klangliche Erkundungen zwischen Polyphonie, Intonation und Klangfarbe führen dabei immer wieder in die Dunkelheit.
In den letzten Minuten wird der Sound luftiger, gewichtige Streicher legen sich darüber wie der letzte Schwenk einer Kamera über etwas, das sich auflöst. Musik von enormer Kraft – sicher nicht für jeden Tag, aber wenn der Moment gekommen ist, gibt es wenig Vergleichbares.

But Remember What You Have Had
