Review Klassik Rock

Sunn O)))

Sunn O)))

Sub Pop • 2026

Auf ihrem zehnten Album überzeugt die US-amerikanische Drone-Metal-Band Sunn O))) erneut mit dröhnendem Gitarrenfeedback. Im Kern besteht sie aus den kapuzenbewehrten Musikern Greg Anderson und Stephen O’Malley, die optisch an Sith-Lords aus Star Wars oder an Nazgûl aus Der Herr der Ringe erinnern. Ihr Markenzeichen sind jene Klangflächen, in die man sich trotz ihrer Schärfe hineinlegen möchte, die sich aber kaum kontrollieren lassen. Wer schon einmal die Verzerrung am Gitarrenverstärker voll aufgedreht hat, weiß, dass das Bändigen dieser Klanggewalt eine Disziplin für sich ist.

Das Duo formt aus solchen Noise-Sounds eine krachige Symphonie: Schichten türmen sich auf, greifen ineinander und verdichten sich zu weitläufigen Klanglandschaften. Diese Musik wirkt opulent, basiert jedoch auf erstaunlich reduzierten Mitteln. Nicht nur, weil das Album aus lediglich sechs Stücken besteht und dennoch rund 80 Minuten dauert, sondern auch, weil Sunn O))) mit wenigen Spuren eine nahezu meditative Gesamtwirkung erzielen. Der Pop-Appeal fehlt zwar, doch entfaltet die Platte eine ähnliche, geradezu paralysierende Wirkung wie Loveless von My Bloody Valentine.

Zyniker würden vorspulen und behaupten, es passiere nichts – und sich fragen, wie man so etwas bewerten solle. Wer genauer hinhört, merkt jedoch schnell, wie viel Arbeit in diesen Details steckt: Immer wieder bricht der Sound weg, kippt von hohem Feedback in das tiefe Brummen heruntergestimmter Saiten. Dass das Album zudem selbstbetitelt ist, unterstreicht nur, worum es hier geht: den Kern von Sunn O))) ausfindig zu machen.

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