Review

Sunn O))) & Ulver

Terrestrials

Southern Lord • 2014

Vermutlich haben sie sich nass gemacht vor Lachen. Da tun sich Sunn O))) und Ulver zusammen, zwei Bands, die nun nicht gerade für ihre sonnige Musik bekannt sind, bringen ein gemeinsames Album raus und nennen den ersten Track »Let There Be Light«. Brüller. Der ganze Song braucht dann auch gleich mal zwei Minuten, um sich überhaupt aufzupumpen, das Gerüst aus Ambient und puren Sound abzustreifen und eine Melodie aufzunehmen, die ein paar Bläser in die Struktur drücken. Ein Aufbäumen geht dann mehr und mehr durch das Stück. Drums und Rhythmus deuten sich nur an, bevor alles wieder absackt. Die Norweger von Ulver waren für ihre Experimente bereits bekannt, mit dem bisherigen Schaffen von Sunn O))) hat das hier aber nicht so viel zu tun. Denn bei allem pantheistischem Freigeistertum, der durch die Noten fließt, ist das hier nicht das Brummen aus dem Erdinneren, das die Musiker beschwören. Mehr die Nacht, die durch die Wälder zieht, über die Wellen der Meere und durch die Wolken im Himmel. Alles organisch, mit ein bisschen Drone, ein bisschen Filmmusik. Den großen Sprung zum Epischen wagt »Terrestrials« nicht, dafür bleiben die Gitarren zu sehr am Boden. Vielleicht der nächste Schritt in der gleichen Geisterbeschwörung, die Stars Of The Lid auf ihren Alben durchführen. Alles reduziert auf die wichtigsten Momente, weniger ist mehr und ein einzelner Bassanschlag im richtigen Augenblick hebelt mehr aus als ganze Orchestergräben. So viel ist sicher: Am Ende lacht hier niemand mehr.

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Sunn O))) & Ulver
Terrestrials
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