Music Kolumne | verfasst 28.06.2018
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Text Kevin Goonewardena
Records_revisited_dynamite-deluxe_1024x685px

Ich war 15 Jahre alt und ganz gewiss kein Hopper, wie man so sagte. Gut, ich trug zwar die üblichen Baggiepants längst verblichener Marken und Skaterschuhe, ohne jemals auf einem Board gestanden zu haben. Aber ich fuhr weder zu Jams, noch malte oder breakte ich – ich reihte noch nicht mal billige Reimketten unter der Dusche aneinander. Aber ich verfolgte deutschsprachigen HipHop auf eine Weise, die noch möglich war in einer Zeit, in der Musikjornalismus noch Relevanz besaß und auf MTVIVA tatsächlich noch Clips über die Mattscheibe flimmerten. Und ich liebte das. Die Singles »Ladies & Gentleman« und vor allem »Wie jetzt?« hatten mich geflashed, auch Stieber Twins – »Malaria« (1999) war mir bekannt und »Füchse« der Beginner (1998) ist heute immer noch einer meiner Favs, so albern das vielleicht klingen mag. Bei beiden Klassikern involviert: Dieser »Mic Maestro«, der kein »Blatt vor den Mund« nahm und dessen Ego allein einen Raum zu füllen vermochte – wobei wir schon bei einem wichtigen Kriterium des Erfolgs von Dynamite Deluxe wären: Der erdrückenden Präsenz des MCs Samy Deluxe. Doch der Reihe nach.

HipHop ist Competition. Eine, die man auch gewinnen kann, ohne vulgär zu sein. HipHop in Deutschland erlebte zu dieser Zeit seine erste, flächendeckende und kommerziell erfolgreiche Blütephase. Denn während die Die Fantastischen Vier schon seit Anbeginn ihrer Karriere wirtschaftlichen Erfolg für sich verbuchen konnten, setzen Acts wie Absolute Beginner, Freundeskreis, Fettes Brot, Afrob, Eins Zwo oder Massive Töne erstmalig in den zwei, drei Jahren vor Erscheinen von »Deluxe Soundsystem« ihre Duftmarken in den Media Control Charts – heute in Zeiten in denen sich Rapper wöchentlich an der Chartspitze abwechseln kaum mehr vorstellbar. Ein nicht unerheblicher Teil dieser legte in dieser Phase des ausgehenden Jahrzehnts das erfolgreichste wie wichtigste Werk des eigenen Schaffens vor. Heute sind die damals erschienenen Alben Meilensteine deutschsprachiger HipHop-Geschichte. So auch Dynamite Deluxe mit ihrem nie wieder erreichten Standard »Deluxe Soundsystem«.

»… weil unser Scheiß nun mal für sich steht, wie ‘ne Insel« paraphrasiert Samy im »Intro« der Platte und hätte doch kaum besser das Erfolgsrezept der Formation erklären können: Es ist die Kombination des charismatischen MC Samy Deluxe auf der einen Seite und DJ Dynamite und Tropf auf der anderen, die diese Platte zu einem zeitlosen Klassiker werden ließ. Denn sowohl der MC, als auch seine für die Produktion verantwortlichen Kompagnons waren nicht nur füreinander geschaffen – sie liefen auf ihrem Langspieldebüt zur Höchstform auf. Während andere Akteure dieser Zeit gesellschaftskritisch (Beginner), humoristisch (Fettes Brot, Fischmob), dem Storytelling verhaftet waren (Eins Zwo) oder gar schlicht keinen über den (lokalen) Rap-Underground hinausgehenden Einfluss hatten (M.O.R., Westberlin Maskulin, Royal TS), gelang der Formation ein Werk, dass sich dem ursprünglichen HipHop verpflichtet sah, doch gleichzeitig chartkompatibel war – selbstredend ohne sich anzubiedern. »Deluxe Soundsytem« erwies sich als perfekt zwischen Szene-Ansprüchen und Mainstream ausbalanciertes Werk, das folglich bei den Heads und dem Radio-Hörer gleichermaßen funktionierte . Der hohe Charteinstieg (Platz #4) zeugt davon, die erst sieben Jahre später verliehene Goldene Schallplatte unterstreicht den langwährenden Erfolg, wie auch den Klassikerstatus.

Obwohl Samys Vater afrikanischer Herkunft ist und er allein großgezogen von seiner Mutter aufwuchs, versuchte der MC klugerweise nicht daraus einen Straßen Habitus Berliner Zeitzeugen oder deren US-amerikanischer Pendants zu stricken, wenn auch er diese persönliche Situation und daraus resultierende Themen wie Alltagsrassismus im Laufe seiner Karriere immer wieder zur Sprache brachte. Samy battelte sich zwar »ohne Jemanden namentlich zu dissen« durch 16 Tracks, denn für ihn war Rap »nun mal Competition«, verzichtete dabei aber konsequent auf das Denunzieren anderer Leute Mütter, ordinärer Schimpftiraden oder vulgären lyrischen Ergüssen. Dynamite Deluxe - Deluxe SoundsystemFind it at hhv.de:Vinyl 3LP
Doch die dem Battlerap ur-eigene Überhöhung der eigenen Person durch den Künstler selbst, ist auch hier der inhaltlich rote Faden. Dass Samy nie Straße war und auch nicht so tat, ist auch in der Art der Verherrlichung seines Drogenkonsum zu sehen: Diese kommt hier eher wie die Zutat eines HipHop-Baukastens daher, ohne die kein Rapper respektive Album komplett ist, denn wie ein notwendiger Aufschrei der Leid und Leben, Sucht und Straße in die Öffentlichkeit bringt. Die zahnlose Kiffer-Hymne »Grüne Brille« ist dabei so auf den Mittelstands-ASTA-Partybesucher getrimmt, wie überhaupt fast alle deutschsprachigen Songs zu der Thematik – und lief folglich auch im Radio/TV rauf und runter.

Ebenso maßgeblich für den Erfolg waren nicht nur der MC, der radio- und damit massenfreundliche Inhalt und die Art wie Samy diesen vortrug, sondern die schon angesprochene Produktion von DJ Dynamite und Tropf. Ihre Instrumentals waren modern. Die Produktion klar, nein, brillant und ebenso raumfüllend wie die Präsenz ihres MCs. Viel wichtiger ist jedoch das den beiden das Kunststück gelang ihrem MC dabei nicht einen Meter Raum wegzunehmen.

Samy Deluxe hätte auch ohne dieses Album eine erfolgreiche Solokarriere hingelegt, doch beschleunigte der Erfolg von Dynamite Deluxe diese erheblich – nur ein Jahr und eine erfolgreiche Tour später an dessen Ende DJ Dynamite die Gruppe verließ, veröffentlichte Samy Deluxe sein selbstbetiteltes erstes Solo-Album das auf Platz 2 der Media Control Charts einstieg und ihm zahlreiche Preise einbrachte.

Das Folgealbum »TNT« und bis dato letzte der Gruppe erschien nach deren Wiedervereinigung mit acht Jahre später – und konnte ebenfalls überzeugen. Den Klassiker schuf man allerdings bereits zur Jahrtausendwende.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 25.08.2011
Samy Deluxe
SchwarzWeiss
Auf Platz 1 der deutschen Albumcharts einzusteigen ist noch kein Beweis für Qualität. Samy Deluxe ist aber ein gutes Album gelungen.
Music Review | verfasst 01.07.2015
ASD (Afrob & Samy Deluxe)
Blockbasta
Das Album »Blockbasta« von ASD veranschaulicht, wie sich ein Spätwerk zweier Künstler nicht mit früheren Schaffensphasen vereinbaren lässt.
Art Bericht | verfasst 24.01.2011
Funk Ex Machina
Getanzte Jugendkultur
Der Tänzer und Choreograph Johnny Lloyd verbindet in seinem Stück Funk Ex Machina zeitgenössischen Tanz mit Elementen aus der HipHop-Kultur. Und Samy Deluxe ist auch dabei.
Music Kolumne | verfasst 20.08.2014
Records Revisited
Absolute Beginner's Flashnizm (Stylopath), 1996
Heute völlig zu Unrecht im Schatten ihrer zweiten LP »Bambule« stehend, kann »Flashnizm« der Absoluten Beginner als eines der an Experimentierfreude und Ausdrucksvielfalt reichsten umschiffenden Deutschrapalben überhaupt gedeutet werden.
Music Essay | verfasst 17.07.2017
Records Revisited
Freundeskreis - Quadratur des Kreises (1997)
Der Ohrwurmcharakter der Freundeskreis-Refrains wurde zu Deutschraps Trojanischem Pferd. So aufgesattelt erreichten sie die Straßen und die Studenten-WGs, die Lounges und das Frühstücksradio.
Film Review | verfasst 20.12.2012
Samy Deluxe
Up 2 Date
»SchwarzWeiss« von Samy Deluxe wanderte auf Platz Eins der deutschen Album-Charts. »Up 2 Date« zeigt die Entstehungsgeschichte dieses Albums
Music Kolumne | verfasst 22.02.2013
Records Revisited
Ornette Coleman's The Shape Of Jazz To Come, 1959
»The Shape of Jazz to Come«, die dritte Veröffentlichung von Ornette Coleman, ist eines der einflussreichsten Werke der Jazzgeschichte. Sie wird dennoch zu selten gehört, zu selten gesamplet, zu selten erwähnt.
Music Kolumne | verfasst 08.03.2013
Records Revisited
Gil Scott-Heron's Small Talk At 125th And Lenox, 1970
Als Gil Scott-Heron im Sommer 1970 auf Drängen des Produzenten Bob Thiele ein kleines New Yorker Studio betrat, war er Autor. Wenige Stunden später verließ er das Studio als Musiker.
Music Kolumne | verfasst 16.10.2013
Records Revisited
Bob Dylan's Blonde On Blonde, 1966
»Blonde On Blonde« ist das erste Doppelalbum der Rockmusikhistorie. Es ist am 16.5.1966 bei Columbia Records erschienen. Das war ein Montag und Janet Jackson erblickte das Licht der Welt.
Music Kolumne | verfasst 22.01.2014
Records Revisited
Ice-T's Rhyme Pays, 1987
Als das Debüt von Ice-T 1987 erschien, entstand ein neuer Ton im Rap. Das darauf enthaltene »6 ‘N The Mornin’« ist der Blueprint des Gangster Rap. Es legt aber auch offen, wie Rap funktioniert: »It’s all game. I’m just working these niggas«
Music Kolumne | verfasst 12.03.2014
Records Revisited
Paul Simon's Graceland, 1986
Mit »Graceland« veröffentlichte Paul Simon 1986 das erfolgreichste Album seiner Karriere und eines der umstrittensten Werke der Musikgeschichte. Ein Album, das sowohl musikalische wie auch politische die Grenzen sprengte.
Music Kolumne | verfasst 27.03.2014
Records Revisited
Dr. Dre's The Chronic, 1992
»The Chronic« gilt als Meilenstein, als »Game Changer«. In Records Revisited blicken wir auf Dr. Dre’s Solodebut zurück – eine Platte die zurecht als Meisterwerk gilt, aber auch Fragen aufwirft.
Music Kolumne | verfasst 24.04.2014
Records Revisited
Manfred Krug's Ein Hauch von Frühling, 1972
Eigentlich hätte es diese Platte gar nicht geben dürfen. Mit seiner Mischung aus Humor, Wortdreherei und Nonchalance hat Manfred Krug es 1972 geschafft, ausgerechnet in der DDR die beste deutsche Soul-Platte aller Zeiten aufzunehmen.
Music Kolumne | verfasst 13.08.2014
Records Revisited
Brian Eno's Ambient 1: Music For Airports, 1978
Mit »Ambient 1: Music For Airports« hat Brian Eno einem Genre seinen Namen gegeben. Wenn wir heute von »Ambient« reden, verwenden wir den Begriff nicht in seinem ursprünglich gedachten Sinne. Doch was hatte der britische Musiker im Sinn?
Music Kolumne | verfasst 01.10.2014
Record Revisited
Devo's Q: Are We Not Men? A: We Are Devo!
De-Evolution statt Evolution. Der Ansatz steckt schon im Namen. Devo haben 1978 mit ihrem Debüt »Q: Are We Not Men? A: We Are Devo!« ein Statement vorgelegt, dass bis heute nichts an Relevanz und Frische verloren hat.
Music Kolumne | verfasst 07.01.2015
Records Revisited
Fennesz' Venice, 2004
Vor zehn Jahren veröffentlichte Christian Fennesz sein bis dahin viertes Album »Venice«. Darauf gab der Wiener Gitarrist seine eigentümliche Synthese von Noise und Pop eine neue Wendung.
Music Kolumne | verfasst 03.09.2014
Records Revisited
Aphex Twin's Selected Ambient Works II, 1994
Vor 20 Jahren erschien Aphex Twins »Selected Ambient Works II«. Das Album war nicht nur eine Umkehrung der gerade aktuellen Ambient Music. Es war auch ein weiterer Erfolg der kontinuierlichen Totalverweigerung eines Sturkopfes.
Music Kolumne | verfasst 11.02.2015
Records Revisited
Beastie Boys‘ Paul’s Boutique, 1989
Das zweite Album der Beastie Boys gilt als eines der innovativsten Hip Hop-Alben und ist doch vor allem ein Produkt des Chaos’. Zugleich ist es der unschlagbare Beweis dafür, dass die Musikindustrie niemals Recht hat.
Music Kolumne | verfasst 04.03.2015
Records Revisited
Moondog's Moondog, 1969
Moondog ist nicht nur einer der wichtigsten und zugleich unbekanntesten Begründer der Minimal Music. Er zeigte auch, dass Avantgarde von der Straße kommt und nicht von der Universität.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2020
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.