Music Kolumne | verfasst 23.11.2011
Aigners Inventur
Oktober / November 2011
Pünktlich zur kalten Jahreszeit werden wir von einer wahren Flut neuer Alben überschwemmt. Unser Kolumnist Florian Aigner hat sich wie üblich für euch durchgehört und trennt die Spreu vom Weizen.
Text Florian Aigner

A$AP Rocky - LifeLoveA$AP Beginnen wir mit einer erstaunlichen Erfolgsgeschichte. In Zeiten, in denen die meisten Rapper die Millionen nicht mehr auf dem Konto, sondern auf ihrem Youtube-Channel zählen, ist A$AP Rocky eine Ausnahme. Drei Millionen in Vorschusslorbeeren soll Sony dem gerne südstaatlich flowenden Jungspund aus Harlem für ein richtiges Album zur Verfügung gestellt haben, wohlgemerkt noch bevor dieser überhaupt ein Mixtape veröffentlicht hatte. Letzteres wurde nun nachgeholt, LiveLoveAsap klingt weitestgehend als hätte der Goodiemob jahrelang die falschen Drogen genommen. Auch dank einer Vielzahl dieser typischen, irgendwie immer verwaschen klingenden Clams-Casino-Beats ist A$AP Rocky so etwas wie diesjährige Kodein-Alternative zur Hyperaktivität des OFWGKTA-Clans im letzten Jahr.
 

Drake - Take CareFind it at hhv.de: CD | 2LP Ob A$AP Rocky jemals so durch die Decke gehen wird wie Drake, darf dennoch bezweifelt werden. Letzterer hat es in kürzester Zeit geschafft, eine erstaunlich massenkompatible Nische für sich zu monopolisieren. Drake bedient sich bei Kanyes nie abgelegten Backpackerismen, verzichtet aber auf dessen offensiv präsentierte, pathologische Bipolariät und macht es sich stattdessen als verletzlicher Loverboy mit Engelsstimmchen in der Chefetage gemütlich, mit Duftkerzen, Patron und 5-Sterne-Koch. Durchaus eine mutige Entscheidung in einem Spiel, das immer noch von Hypermaskulinität und Muckertum bestimmt wird. Kein Wunder also, dass Drakes zweiter Streich Take Care bisher primär von Rap-fernen Publikationen gefeiert wird. Wer mit seiner Sexualität im Reinen ist, darf sich deren Urteil aber gerne anschließen.
 

Pusha T - Fear Of God II: Let Us PrayFind it at hhv.de: CD Derweil bestätigt Pusha Ts Quasi-Debüt als Solokünstler Fear Of God 2: Let Us Pray das, was der erste Teil und das letzte Clipse-Album bereits andeuteten: ohne die Neptunes macht das weniger Spaß mit den Thorntons. Nicht dass Pusha seinen arroganten Flow, die cleveren Vergleiche und General Awesomeness verloren hätte, die künstlerische Vision, die Lord Willin und vor allem Hell Hath No Fury zu solch paranoiden und vor allem kohärenten Gesamtkunstwerken gemacht hat, fehlt jedoch auch hier. Was nicht heißen soll, dass man von den 12 angebotenen Stücken nicht mindestens die Hälfte als mittel- bis langfristige Playlist-Neuzugänge begrüßen darf.
 

Black Milk & Danny Brown - Black & Brown!Find it at hhv.de: CD | LP Schlüssig konzipiert ist das 30-minütige Intermezzo des Detroiter Nachwuchses, das mit Black And Brown auch gleich einen pragmatischen Titel bekommen hat. Black Milk emanzipiert sich auch hier immer weiter von seinem ursprünglichen Ruf, primär Dilla-Nachlassverwalter zu sein, und schießt everybody’s favorite Undercut-Hipster Danny Brown psychedelische Beats zu, die sich sehr stark von dessen vorangegangenem Free Album XXX unterscheiden und Brown immer wieder dazu verleiten, etwas ruhigere Töne anzuschlagen, ohne die Punchline-Dichte signifikant zu verringern. Sehr kurzweilig und unterhaltsam. Ich bleibe dabei: Danny Brown ist der Thirstin Howl III der 10er Jahre.
 

M.E.D. - Classic CoverFind it at hhv.de: CD | 3LP Mit wesentlich weniger Charisma wurde M.E.D. gesegnet, der diesen Umstand dank der richtigen Freunde jedoch oft genug erfolgreich kaschieren konnte. Auch Classic lebt wieder sehr stark von den hochwertigen Produktionen seines Busenfreundes Madlib, der ganz große Wurf Marke Can’t Hold On fehlt hier jedoch. Dennoch schafft es Madlib beinahe erneut vergessen zu machen, dass M.E.D. eher ein Feature- denn ein Album-Rapper ist.
 

Jedi Mind Tricks - Violence Begets ViolenceFind it at hhv.de: CD | 2LP Ein neues Jedi Mind Tricks Album. Och nö. Schon erstaunlich wie rapide die Jungs seit Violent By Design zu einer Selbstparodie verkommen sind. Vinnie Paz, die olle Presswurst, röchelt auch ohne Stoupe die gleichen Todesdrohungen auf die ewig gleichen theatralischen Instrumentals und Jus Allah findet wieder kaum statt. Besonders lustig wird das dann aber, wenn er diese Lobotomy/Sodomy/Autopsy/Monopoly/Philosophy-Stafetten über einen beschwingten Reggae-Beat schickt. Allein dafür sollte man Violence Begets Violence doch kurz anskippen; die Spinal Tapisierung ist in vollem Gange.
 

Kool Savas - AuraFind it at hhv.de: CD | 2LP In Würde altern ist auch im deutschen Rap-Spiel die Königsdisziplin. Kool Savas versucht es auf Aura nicht mit Hova’schem Übermenschentum und Allmachtsfantasien, sondern mit ein bißchen von allem. Lyrische Schwanzvergleichstracks, Trap-Anleihen, ein The Message-Cover für die Festivals, Bombast mit Xavier und Kinderchor, die Erkenntnis, dass es immer noch Mostly Tha Voice ist, die eine Karriere bestimmt und Pattern-Wahnsinn mit Banjo – Savas will alles auf einmal, sorgt für Unterhaltung, aber auch für ein unschlüssiges Album, das jene Königsdisziplin nur mit Teilnahmebescheinigung, aber ohne Ehrenurkunde, absolviert.
 

sido bushido invFind it at hhv.de: CD (Deluxe) | CD Vergleicht man das jedoch mit 23, muss man mit Aura zufrieden sein. Das deutsche Watch The Throne sollte es werden, aber Peter Maffay ist nicht Beyoncé und J Luv nicht Frank Ocean. Bei Sido und Bushido ging es ja nun nie um technische Glanzleistungen, das Problem aber ist, dass deren Schäfchen-im-Trockenen-Charaktere mittlerweile so spannend sind wie Mariella Ahrens.
 

DJ Shadow - The Less You Know The BetterFind it at hhv.de: CD | 2LP Seine Schäfchen im Trockenen hat seit Endtroducing auch DJ Shadow. Sorgen um ihn müsste man sich also keine machen. Und dennoch ist es so unendlich frustrierend einem Ausnahmekönner dabei zuzusehen, wie er seit über zehn Jahren an den eigenen Erwartungen scheitert. The Less You Know, The Better changiert unentschlossen zwischen Anleihen an die Mo’Wax-Ära, verzerrten Gitarren, Mädchen-Pop mit Little Dragon, sterbenslangweiligem Folk und Retro-Bap mit Kweli und Posdnous. Bitter: selbst das konfuse The Outsider war retrospektiv ein besseres, weil riskanteres Album.
 

Onra - Chinoiseries Pt. 2Find it at hhv.de: CD | 2LP Nachdem Onra letztes Jahr mit Electro-Funk und 80s R&B geflirtet hatte, kehrt er mit Chinoiseries Part 2 vorübergehend zurück zu seinen Wurzeln und schustert knisternde Obskuritäten aus Fernost zu einem Beattape zusammen, das sich (nicht) gewaschen hat. In dieser Sparte mit das Beste seit Madlibs Ausflug nach Indien.
 

hulk daviz invFind it at hhv.de: 2LP Gewohnt jazzy und dem 90er-Wertekanon verpflichtet, samplen sich unterdessen Hulk Hodn und Hubert Daviz durch ihr gemeinsames Beat-Projekt Kaseta. Im Regal direkt zwischen Petestrumentals und K-Defs Beats From The 90s einordnen. Persönliches Highlight: das wunderbar slicke und sehr transparent zitierende Maze.
 

Fulgeance - To All Of You (Cover)Find it at hhv.de: CD | 2LP Währenddessen arbeitet Melting Pot Music weiter an seinen Kanten und konnte hierfür den Synth-Enthusiasten Fulgeance für ein Album gewinnen. Vor drei Jahren hätte man To All Of You einfach »wonky« genannt, heute braucht man als Beschreibung wieder etwas prätentiöseres: Am britischen Bass geschulter Post-Dilla-Synth-Funk, der sich nicht entscheiden kann, ob nun der Subbass oder Jaylib die einschneidendere Erfahrung für ihn war. Mir fehlt da aber manchmal dieses Gespür für Melodie und Dynamik, das beispielsweise den artverwandten Rustie so auszeichnet…
 

Joker - The VisionFind it at hhv.de: CD | 2LP …oder eine dieser purpurnen Synth-Lines, die Joker vor drei Jahren scheinbar im Schlaf programmiert hat. Seit dieser jedoch auf den Fratstep-Parties im mittleren Westen angekommen ist, Flugmeilen sammelt statt schwarz zu fahren und ein Label hinter sich weiß, das notfalls vermutlich sogar Rihanna auf seine Platte kriegen würde, sieht es in Sachen Kreativität relativ düster aus bei dem stets HipHop-affinsten Protegé der zweiten Dubstep-Welle. Mit The Vision verspielt Joker, grausamen Kollaborationen und Bunga Bunga-Populismus sei Dank, nun alle Vorschusslorbeeren.
 

Pinch & Shackleton - Pinch & ShackletonFind it at hhv.de: CD | 2LP Mit Populismus hatten Pinch und Shackleton noch nie etwas zu tun. Selbst als es vor vier Jahren auch unter zurechnungsfähigen Wobblern darum ging, wer die mächtigste Bassline programmieren konnte, verweigerten sich beide den damaligen Obszönitäten. Während Pinch immer mal wieder mit technoiden Strukturen flirtete, zog sich Shackleton noch weiter in seine eigene Welt zurück, in der meditative afrikanische Drumstrukturen die oft alptraumhaften Soundgebilde strukturieren. Das erste gemeinsame Album hört praktischerweise auch auf den Namen Pinch & Shackleton, erscheint passenderweise über Honest Jon’s und ist ein undurchdringliches Geflecht, das die unterschiedlichen musikalischen Herangehensweisen der beiden Protagonisten kaleidoskopartig vereint und wie so oft – gerade bei Shackleton – erst nach einigen intensiven Durchgängen Sinn macht.
 

anstam invFind it at hhv.de: 2LP Dass die beiden auch einen enormen Einfluss auf die Produktionsweise des Modeselektor-Schützlings Anstam gehabt haben, lässt sich nach der zweiten Hälfte von Dispel Dances nur schwer von der Hand weisen. Komplexe Rhythmiken begraben latent spürbare Rave-Signale, ordnende Kicks oder Claps findet man selten, alles flirrt und surrt und dennoch entsteht hier nicht die selbe Magie.
 

Sepalcure LPFind it at hhv.de: 2LP Sehr hohe Erwartungen hatte ich an das erste Album von Sepalcure, Erwartungen, die nur bedingt erfüllt werden, besonders wenn man bedenkt, was für ein monströses Album Machinedrum unlängst vorgelegt hat. Während auf jenem Album Juke als Hauptreferenzpunkt diente, folgen Machinedrum und Braille auf Sepalcure dem immer noch anhaltenden Trend der Houseifizierung britischer Bassmusik. Im Gegensatz zu Joy Orbison, Martyn oder auch Braille selbst, tun die beiden dies hier aber des Öfteren auf unnötig verschnörkelte Art und Weise. Dies macht einige Tracks komplexer und unzugänglicher als sie dank ihres feisten Rhythmuskorsetts sein müssten. Dennoch ein hörenswertes Album.
 

floating points invFind it at hhv.de: 2LP Zugegebenermaßen mehr Single als Album, aber qua Format (2×12inch) und Qualität unumgänglich: die neue Floating Points auf Eglo. 5 Tracks, technoider als zuvor, aber immer noch mit diesem unfassbaren Gespür für Sexiness. Arp3 ist dabei der offensichtlichte Hit in der Tradition von Vacuum Boogie, aber auch die vier anderen auf Shadows enthaltenen Tracks bestätigen, was wir schon seit Jahren wissen: Sam is on fire und zwar 24/7.
 

Kuedo - Severant LPFind it at hhv.de: CD | LP Während die Sexiness bei Floating Points Groove-gesteuert ist, entsteht sie bei Kuedo eher über Abstinenz und Kälte. Ganz im Gegensatz zu der manchmal erschlagenden Arbeit an den Vex’D-Projekten, hat Kuedo auf Severant eine neue Subtilität für sich entdeckt, die sich aus den wavigen Synthexperimenten der späten Siebziger und frühen Achtziger speist. Irgendjemand hat über dieses Album geschrieben, es wäre Musik für Androiden, die weinen könnten. Das ist platt, aber durchaus zutreffend.
 

rolyp porterFind it at hhv.de: LP Komplett von der Bassdrum emanzipiert hat sich auch Kuedos ehemaliger Produktionspartner Roly Porter, der auf Aftertime eine erdrückende, endzeitliche Soundcollage baut, der man mit dem Attribut »Ambiente« nur schwer gerecht wird. Das klingt in etwa so, als würden Amon Tobin, Ben Frost und Tim Hecker gemeinschaftlich beschließen ihr Leben mit Schlaftabletten zu beenden. Verstörend, verstörend, aber wie immer bei solch traurigen Geschichten: auch seltsam anziehend.
 

Oneohtrix Point Never - ReplicaFind it at hhv.de: LP Immer noch very high brow, aber zugänglicher als zuvor geriert sich Oneohtrix Point Never auf Replica. Der Kritikerliebling, der mit seinen schwurbeligen Synthesizer-Drones letztes Jahr so gut in den Low-Fi-Olde-English-Spelling-Bee-Not-Not-Fun-Zeitgeist passte, ist wesentlich loopiger geworden als zuvor, manchmal fühlt man sich sogar an seine minimalistischen Edits als Sunset Corp erinnert, beispielsweise, wenn er auf Replica/Remember oder Child Soldier mit repetitiven Vocalssamples arbeitet. Nassau und __Up: sind dann sogar genau jener Schlag narkotisierter House für den Hype Williams in den letzten Jahren so gehypt wurden. So avantgardekonsensig und prätentiös das auf dem Papier nun klingen mag: durchaus ein sehr, sehr schönes Album.
 

james ferraro invFind it at hhv.de: LP Ich bin ja nun nicht als größter Gitarrengönner unter der Sonne bekannt, aber wer mich mit Skype-Samples, leierigen Billigsynthies, Disney-Club-Harmonien, 80s Drum Machines, semi-ironischen Yachtrock-Gitarrensoli und fiesestem Fahrstuhl-Jazz verwirrt, ist mir prinzipiell sympathischer als all diese Dadrock-Kapellen. Der letztes Jahr endlich von der Blogosphäre adoptierte James Ferraro hat dies auf Far Side Virtual getan, die Superhipster von Hippos In Tanks haben es veröffentlicht und ihr wundert euch nicht, das in vielen bemühten Jahres-Top-Tens zu sehen.
 

Björk - BiophiliaFind it at hhv.de: 2LP Seit Jahrzehnten ein Abonnement auf hochgezogene Augenbrauen hat bekanntlich Björk, doch wie zuvor scheitert die Isländerin an den eigenen Ansprüchen. Biophillia ist als multimediales App-Konzept gedacht, mit Hilfe derer jeder Song vom Hörer aktiv reprogrammiert und verändert wird. Nüchtern auf die vorhandene Musik geschaut, muss man jedoch feststellen, dass Björk als Songwriterin mittlerweile nicht mehr auf dem selben Level ist wie noch vor zehn Jahren. Das ist nicht unbedingt eine neue Erkenntnis, aber eine, die durchaus verärgert, weil man merkt wieviel kreative Energie noch in ihr steckt. Vielleicht sollte sie diese wieder vermehrt in ihre Musik und weniger in die diese umgebenden hochtrabenden Konzepte stecken. Oh, jetzt sehe ich gerade, dass ich mir darin mit Pitchfork einig bin. Pfui.
 

elektro guzzi - ParquetFind it at hhv.de: 2LP Man kann diesen ganzen Instrumente-Techno-Schmu als Gimmick abtun, oder sich von Elektro Guzzis Parquet bekehren lassen. War das letztjährige Debüt noch relativ zahm, wird hier ordentlich vorgeprescht. Die Kickdrum kommt auch live am Schlagzeug eingeprügelt sehr fett und nie muckermäßig, die häufig fragilen, ja minimalen Patterns wurden durch deutlich mutigere Arrangements ersetzt. Und hier gilt auch endlich nicht mehr das Totschlagargument, dass man die drei Österreicher erst live gesehen haben muss, um das beurteilen zu können.
 

planetary assault invFind it at hhv.de: 2LP Mit seiner eigenen Vergangenheit kokettiert Luke Slater auf der neuen Planetary Assault Systems, insbesondere in der knochentrockenen zweiten Albumhälfte von The Messenger. Bleepiger, hochtouriger Spätneunziger-Techno, humorfrei, zielgerichtet und in dieser Kompromisslosigkeit auch heute noch eine wirkliche Rarität. Die ersten fünf Tracks sind zumindest partiell heimtauglich, aber auch irgendwie belangloser.
 

rush hour allstars invFind it at hhv.de: 2LP Dass Amsterdam auch jenseits von Rotlichmilieuklischees und Kifferromantik viel zu bieten hat, dürfte bekannt sein. Gerade um die Qualitätsschmiede Rush Hour hat sich in den vergangenen Jahren eine wahre Armada an einheimischen House-Produzenten geschart, die nun auf Amsterdam All-Stars für das Flagschiff Schau laufen dürfen. Dass hierbei mit Newworldaquarium ein eher älteres Semster den ganzen Tom Tragos und Young Marcos die Schau stiehlt, ist nicht weiter tragisch. Auch dass der andere herausragende Beitrag von den beiden zugezogenen Israelis Juju & Jordash stammt, macht nichts. It’s A Family Thing und so.
 

moomin invFind it at hhv.de: 2LP Wohl gefühlt auf der D-Seite jener Compilation hätte sich bestimmt auch Moomin, der mit The Story About You ein archetypisches Smalville Album veröffentlicht. Deep und sample-lastig entwickeln sich die 10 Tracks, stets auf geschmackssicheren Retro-Drums basierend in melodieverliebte Herbst-Elegien. Schon sehr schön, aber irgendwie wie John Roberts mit Muskelfaserriss. Hätte der letztes Jahr mit Glass Eights nicht schon die definitive Version dieses Albums aufgenommen, ich würde Story About You an dieser Stelle wesentlich lautstärker loben.
 

Rebolledo - Super VatoFind it at hhv.de: 2LP Vom saisonalen Schwermut Moomins zur Aguyaos ADHS-Posse. Rebolledo ist einer dieser Techno-Not-Techno-Derwische für die Comeme in den letzten Jahren so viel Beachtung geschenkt wurde, ich habe deren Penetranz aber langsam satt. Kaum hat man sich auf Super Vato beispielsweise von dem bedächtigen Italo-Electro-Arpeggio von Steady Gear Rod Machine hypnotisieren lassen, folgen wieder diese lauen Balearic-Favela-Nummern mit dadaistisch-wavigen Vocals und Dolce-Vita-Habitus. Focus, echt mal.
 

Mr Oizo - Stade2Find it at hhv.de: 2LP Oder eben das volle Programm in Sachen Schizophrenie, Marke Mr. Oizo. Der benutzt immer noch als einziges ordnendes Element in seinen scheinbar vollkommen spontan entstehenden Beats diese weibliche Computerstimme, die vor gut drei Jahren jede dritte Promo-CD ruinierte. Das ist an sich schon subversiv, wenn die Dame aber in dem wild um sich schlagenden Douche Beat verkündet, dass das ein Beat für all die Douches sei und im Intro klarstellt, dass auch Oizo selbst keine Ahnung hat, was er da denn so aufgenommen hat, bestätigt sich mal wieder, dass Quentin Dupieux, trotz Ed Banger Support, der französische Knöpfchen-Kinski bleibt und Stade 2 genau der Befreiungsschlag ist, den Busy P seit langem brauchte.
 

Justice - Audio Video DiscoFind it at hhv.de: CD | 2LP Auch wenn man dafür heute Prügel bezieht: Ich mochte Justices Debüt, für einige Monate sogar sehr. Natürlich muss man im Nachhinein zugeben, dass die Hair Metalisierung der späten Daft Punk in etwa die Halbwertszeit von Hyphy und UK Funky hatte, aber zwischen Bratz-Manie und Rockstartum fanden Xavier und Gaspard eben auch Zeit tatsächlich gute Songs zu schreiben, die dafür sorgten, dass elektronische Musik, vor allem in den Staaten aus ihrem Nischendasein wieder zurück in den Mainstream fand. Das mag man als elitärer Connaisseur verdammen, eine Leistung ist es aber dennoch. Und genau hier liegt das Problem. Justice sind nicht mehr der heiße Scheiß, sie sind angekommen in der Welt von Nike, Dior und Madison Square Garden. Nun für sich den Anspruch zu haben, dieser Stadiongarantie auch mit Stadionklischees gerecht werden zu wollen, ist nicht verwerflich, subtil konnten die beiden ohnehin nie. Dass Audio, Video, Disco aber so grausam ideenlos ist, tut wirklich weh. Das ist der vertonte Burnout zweier Künstler, für die der Erfolg zu schnell kam, mitten in der Sturm und Drang Phase.
 

florence invFind it at hhv.de: LP Auch nicht ganz einfach dürfte es für Florence & The Machine gewesen sein einen Nachfolger für das überaus erfolgreiche zweite Album zu produzieren. Wie üblich könnte man an dieser Stelle dann den Aufstand proben oder aber auf Bewährtes setzen. Ceremonials geht den einfachen Weg, räumt der charismatischen Frontfrau viel Raum ein, baut darum ein opulentes Gerüst aus Klavier, Harve, Chören, Gitarren und Multitracking auf und am Ende sind wahrscheinlich alle glücklicher als mit einem 4-Spur-Freejazz-Album, mit dem man sich vorgaukelt, ach so unabhängig geblieben zu sein. Solide Lebensbejahung für verzagte Kunst- und Medienstudentinnen.
 

Mayer Hawthorne - How Do You Do?Find it at hhv.de: CD | 2LP Tierisch auf die Eier geht mir mittlerweile Mayer Hawthornes Hausfrauen-Soul. Dieser goofy Whiteboy-Charme war zu Beginn seiner Karriere irgendwie noch charmant, mittlerweile bei Universal angekommen, driftet mir das aber alles zu arg in die Soccer Mom Ecke ab. Da lobt man sich einen Aloe Blacc, der bei noch wesentlich größerem Erfolg nie etwas derart belangloses wie Finally Falling veröffentlicht hat. How Do You Do wird dennoch oder gerade deswegen viele Menschen glücklich machen.
 

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José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.