Music Porträt | verfasst 13.02.2014
Karate Andi
Das Sich-Nicht-Ernst-Nehmen zu ernst nehmen
Karate Andi ist der Hans im Glück mit Leberschaden: Ohne es krampfhaft zu versuchen, hat er sich eine Rap-Karriere aufgebaut. Er hat die Stimme, den Flow und die Punchlines. Doch man spürt auch verschenktes Potential.
Text Pippo Kuhzart , Fotos Thomas von Wittich / © hhv.de mag
Karateandi3-%c2%a9-thomas-von-wittich_
Rubriken_sticker_detail_01

Nicht wer zuletzt lacht, lacht am besten. Am besten lacht derjenige, der über eine Sache lacht, die alle anderen todernst nehmen. Karate Andi lacht am besten. Im Herbst 2012 tauchte er das erste Mal bei »Rap Am Mittwoch«, dem Berliner Battle-Rap-Event auf. Seine Freunde drängten ihn auf die Bühne. Daraufhin stand Karate Andi, den Rausch im Gesicht, dort oben auf der Bühne, zuckte mit den Schultern, lachte selbstironisch über gegnerische Punchlines und schickte ein nasales »Yüüüöör« hinter. Während der Gegner schnaubte, gestikulierte und dem Andi echt weht tun wollte.

Karate Andi strahlte von den Vans bis zur New Era Cap aus, dass ihm das ganze Tamtam, das Battle, deine Mutter hier, deine Mutter da, gar nicht so wichtig seien. Und trotzdem beherrschte er das Deine-Mutter-Hier-Deine-Mutter-Da besser als die meisten. Den Gegnern bot Karate Andi so kaum Angriffsfläche, den Damen in der ersten Reihe wiederum Anlass, rot unter ihren Carhartt-Beanies anzulaufen. Das Phänomen Karate Andi war geboren: Der verschnupfte Typ aus Berlin-Neukölln, der Pilsator anstatt Dom Pérignon trinkt; der Hans im Glück mit Leberschaden. Im Januar 2013 stand Andi das erste Mal im Finale von »Rap Am Mittwoch«. Jetzt, gut, ein Jahr später erscheint sein Debütalbum »Pilsatör Platin«.

Mit Referenzen geschmückt
Karate Andi erzählt darauf Geschichten über Späti-Bier zum Frühstück mit Neuköllns Urgesteinen im Wifebeater-Unterhemd oder über Analverkehr mit irgendwelchen Müttern auf Speed. Dabei geht es mehr um Punchlines und Technik als um Inhalt. Das hat einen kurzfristigen Unterhaltungswert. Für einen der sich auf Facebook einen Schriftsteller, bzw. sich selbst den Henry Miller des Rap nennt, ist das zu wenig. Der Kollegin von 16Bars.de erklärte Karate Andi, wie sein Rap zustande komme: Man nehme MF Doom und mixe ihn mit Charles Bukowskis »Kaputt In Hollywood« und heraus käme dann Karate Andi. Hätteste wohl gerne! Natürlich macht Andi solche Aussagen mit einem zwinkernden Auge. Vorbilder bleiben Doom, Miller & Co. trotzdem. Doch leider benutzt er sie nur als Referenzen, die ihn als Typen interessant machen sollen, und nicht als Einflüsse, die seine Musik interessanter machen.

»Nur des nächsten Dreifachrreim wegen, über Geschlechtskrankheiten und Heroin zu rappen, ist fast so, als würde man gar nichts sagen..«
Uns erzählte er, dass ihn an Rap begeistere, dass man alles sagen könne. Man muss sich fragen: Warum sagt er es dann nicht? Nur des nächsten Dreifachrreim wegen, über Geschlechtskrankheiten und Heroin zu rappen, ist fast so, als würde man gar nichts sagen. Karate Andi hätte sicher mehr zu sagen. So etwas merkt man. Das eingangs erwähnte Lachen steht ihm dabei im Weg; das Sich-Selbst-Bloß-Nicht-Ernst-Nehmen. Es scheint fast, als würde Karate Andi das Sich-Selbst-Nicht-Zu-Ernst-Nehmen zu ernst nehmen, dabei verkrampfen und sich einschränken. Das ist schade. Denn, dass dieser Typ ein interessanter Zeitgenosse ist, dessen pessimistische Sicht auf die Welt Stoff für gute Geschichten bereithält, das zeigt er einmal auf dem Album (gemeinsam mit Mortis One). »So Viel Gemeinsam« ist ein treffende Satire auf die oben erwähnten Mädchen mit ihren Carhartt-Beanies, die meinen, alternative Ideen in der Neon nachlesen zu können und sich für mündig halten, weil sie Arte anstatt Pro7 gucken. Das ist tatsächlich harter Stoff! Mehr davon und Karate Andi würde seinen Referenzpunkten gerecht werden. So schmückt er sich nur mit MF Doom, Henry Miller, Charles Bukowski, Morissey.

Plump auf die Kacke hauen
Man spürt es zwischen den Zeilen von »Pilsatör Platin«, dass Karate Andi einiges in der Welt sieht, das ihn ankotzt. Doch anstatt daraus den Faden für das Album zu spinnen, versteckt er sich in der Hülle aus Sarkasmus und Tabulosigkeit. Auf die Frage, was er den Leuten mit seinem Rap geben wolle, sagt er deshalb nur: »Ich will mit meinem Rap den Leuten Hoffnung und Mut machen, deshalb ist auch jeder zweite Track auf dem Album ein ›Kopf-hoch-Song‹!« Joa, ist halt eine lässige I-Don’t-Give-A-Fuck-Aussage.
Wenn man Interviews mit Karate Andi liest und anschaut, bekommt man den Eindruck, dass er hin- und hergerissen ist: Einerseits begeistern ihn krasse Situationen, er sucht Erfahrungen, die Stoff für krasse Geschichten bieten. Anderseits will er die krassen Geschichten nicht leidenschaftlich erzählen, weil das schon wieder zu ernst, zu »esoterisch«, zu »schwul« wäre. Da fragt man sich, warum Rapper immer erst den Grown-Ass-Man in sich entdecken müssen, um etwas zu erzählen, das sie wirklich berührt. Dass Karate Andi sich durchaus vorstellen kann, irgendwann davon zu erzählen, steht nicht nur zwischen den Zeilen, er bestätigt das auch in einem Interview mit Berlin Music TV. Warum nicht jetzt damit anfangen? Wenn Andi seine jetzige Welt- und Menschensicht nutzen würde, um etwas Substanzielles zu erzählen, könnte das furios sein. So haut er halt plump »auf die Kacke«.

Trotz oder gerade wegen seiner spürbaren Unschlüssigkeit ist Karate Andi einer der charismatischsten neuen Rapper in der deutschen Rap-Landschaft. Wenn er lernt sein Charisma und seinen Witz für mehr als Oberstufen-Ironie eines kultivierenden Misanthropen zu nutzen, dann wäre die deutsche Raplandschaft bereichert. Dann würden nicht Mütter, sondern die Einstellungen mancher Leute gefickt werden. Und wir würden alle besser lachen können.

Das Album »Pilsatör Platin« von Karate Andi findest Du bei hhv.de auf CD
Dein Kommentar
2 Kommentare
18.02.2014 10:08
Bertolt Brechtakt:
Sehr guter Text! Das nenne ich mal Journalismus.
― antworten
18.02.2014 16:39
Philipp Kunze:
Antwort auf: 18.02.2014 10:08 Bertolt Brechtakt:
Sehr guter Text! Das nenne ich mal Journalismus.
Vielen Dank!
― antworten
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 20.01.2014
Karate Andi
Pilsator Platin
Unser Autor kämpft mit sich selbst: erfrischt ihn dieses Album nun total, oder kotzt es ihn an?
Books Review | verfasst 13.10.2015
Selfmade Records
Buch zum 10. Jubiläum
Anders als Eimsbush oder Aggro Berlin hat Selfmade Records es geschafft. Zum 10jährigen Jubiläum blickt das Label nun zurück.
Music Porträt | verfasst 09.01.2014
Veedel Kaztro
Schmelztiegelpunk
Veedel Kaztro war einer der Newcomer des jüngst zu Ende gegangenen Jahres. Die »Büdchen EP« des Kölner Deutschrappers schlug gleich hohe Wellen. Doch Konventionen zu umgehen oder zumindest zu hinterfragen, ist bei ihm anerzogen.
Music Porträt | verfasst 27.02.2014
Mortis
Kreuzberg Psychose
Das könnte ein richtig gutes Jahr werden für Mortis. Soeben ist »Der goldene Käfig EP« des in Berlin wohnenden Deutschrappers erschienen und wird allerorten gefeiert. Ein Longplayer dürfte da auch nicht lange auf sich warten lassen.
Music Porträt | verfasst 13.03.2014
Der Plusmacher
»Mit Plus kann man kein Minus machen«
Straßenrap ist das nächste große Ding im deutschen Hip Hop. Neben SSIO und Schwester Ewa ist Der Plusmacher einer der Protagonisten dieser Entwicklung. In diesen Tagen veröffentlicht er sein zweites Album »Freie Schwarzmarktwirtschaft«.
Music Porträt | verfasst 27.08.2014
AzudemSK
Mikrokosmos Hip Hop
Mit seinem Vinly-Debüt »Classic EP« hat AzudemSK eine der ehrlichsten und schonungslosesten Überraschungen des Rap-Jahres hervorgebracht. Wir trafen ihn in Münster, wo er uns erklärte, warum er eine Etikettierung als »Rapper« ablehnt.
Music Porträt | verfasst 02.06.2015
Gold Roger
Boy Meets World
Ein turbulentes Jahr liegt hinter Gold Roger. Aus dem Nichts rappt er sich zum MOT-Gewinner, bekommt einen splash!-Auftritt und einen Deal bei Melting Pot Music. Mit »Räuberleiter« zählt er zu den spannendesten Deutschrap-Newcomern 2015.
Music Porträt | verfasst 03.09.2015
Aepic
Einzelkämpfer notgedrungen
Während in seiner Heimatstadt Aachen die Clubs schließen, macht Aepic aus der Not eine Tugend und nutzt die gewonnene Zeit zum Beats bauen und rappen. Seine zweite EP »Deep Sky Low Fy« ist soeben bei HHV auf Vinyl erschienen.
Music Porträt | verfasst 16.03.2021
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Review | verfasst 06.06.2007
Warheit
Betonklassik
Lange musste man auf ein Album von Azads Crew Warheit warten, nun liegt es mit endlich vor.
Music Review | verfasst 30.12.2010
Tua & Vasee
Evigila
Tua & Vasee haben sich hingesetzt, ein Konzept erarbeitet und ein Album aufgenommen, dass den Namen »Kunstwerk« verdient.
Music Review | verfasst 01.03.2007
V.Mann & Morlockk Dilemma
Hang zur Dramatik
Ein Lichtblick in diesem mauen Deutschrapjahr: V.Mann und Morlockk Dilemma leben ihren Hang zur Dramatik aus. Da haben sich zwei gefunden.
Music Review | verfasst 30.01.2011
Forsch und Facette
Forsch und Facette
Die Kölner Sängerin Fleur Earth tut sich diesmal mit dem Produzenten Quo Vadis zusammen: Das passt!
Music Review | verfasst 04.03.2011
The Love Bülow
Menschen sind wie Lieder
The Love Bülow klingen auf ihrem Debüt wie eine Mischung aus Jan Delay, Fettes Brot und Clueso.
Music Review | verfasst 02.03.2011
Bo Flower
Flo Bauer
Bo Flower macht seit Jahren sein eigenes Ding und auch auf Flo Bauer verlässt er diesen Pfad nicht.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.