Music Kolumne | verfasst 09.07.2014
Zwölf Zehner
Juni 2014
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

01-ZZ Neuer. Keine bad guys bei der Nationalmannschaft? Neuer haut auch noch drauf, wenn du am Boden liegst. Siehe Minute 53. #godlevel
Lahm. Rechtsverteidiger. #godlevel
Boateng. Die schönste Szene vor dem Spiel, als der Luiz Gustavo wegen dessen Moustache aufzog. #godlevel
Hummels. Die Sehne der Nation. Müller-Wohlfahrt FTW. #godlevel
Höwedes. Gelernter Linksverteidiger. Schalker auch. Trotzdem bald Weltmeister #godlevel
Khedira. Ist schon Weltmeister wegen Lena Gercke. Nach der Champions League bald die dritte Trophäe. #godlevel
Schweinsteiger. Mia san mia, mia san nicht Chefchen. #godlevel
Kroos. Man of the match, was fällt es mir schwer, aber sind wir mal ehrlich: #godlevel
Özil. War klar, dass der in der Neunzigsten nicht rein geht. Trotzdem #godlevel
Müller. Does what Müllers do. Sonntag gibts Milch, die mit Kokos. #godlevel
Klose. 23 Spiele, 16 Kisten, das ist schon nicht schlecht. Im Finale mit Ronaldos 2002er Frisur einen Hattrick. #godlevel
Mertesacker. The Iceman! #godlevel
Schürrle. Sollte als Weltmeister Mainz und Leverkusen aus seiner Vita streichen. #godlevel
Draxler. Geht für 50 Millionen als Weltmeister zu Arsenal. Oder für zwei mehr zu Magath in die zweite Liga. Als Weltmeister. Wie Günther Herrmann oder Paul Steiner. #godlevel
Kanye. Setzt rechtzeitig im WM-Jahr aufs richtige Pferd und geht mit Adidas #allinornothing. Versammelt dafür eine ganze Produzentenschar (88 Keys, Hudson Mohawke, Mike Dean, Noah Goldstein und der Yeezus höchstselbst), spielt am Ende dennoch gleichzeitig als falscher Neuner, Zehner, Elfer und schießt gegen Journalisten und Zweifler gleichermaßen in Mertesacker’scher Manier auf zu Kloses WM-Rekord. Kanye ist eigentlich schon Weltmeister. #godlevel

Kanye Wests »God Level« auf Musicplayon anhören

02-ZZFind it at hhv.de: 12inch Dass Mark Pritchard Juke kann, das hat er bereits auf seinem Afrika-Hitec-Projekt hinlänglich bewiesen. Im Vergleich zu den gemeinhin bekannten Juke-Produzenten, bezieht Pritchard seine über die 808-gelayerten Vocalsamples nicht aus dem Referenzrahmen aktueller oder semiaktueller Rap- oder R&B-Musik, nein, Mark Pritchard zieht gleich mit Curtis Mayfield in die Schlacht. Er ist ja auch schon was älter der Mann. Wie er aber hier mit den wechselnden Samples einen Dialog aufbaut und der brutalen Aussage »I’m going to war« ebenso martialisch »Don’t cry« erwidert, das ist ein weiteres Lehrstück der Pritchard-Schule. Dieser Mann, he got that Midas-Touch..

MPs »I’m going to war« auf hhv.de anhören

03-ZZFind it at hhv.de: 12inch BNJMN meldet sich mit einer neuen EP, insbesondere aber mit »Tonight« zurück. Kurz zerlegte Samples, Flächen und Vocalfragmente werden hier in bester The-Field-Manier zu einem böigen Nebel miteinander verschmolzen, darunter schwelt ein ebenso dichtes, sich langsam entfaltenes Dubtechno-Skelett. Um auch hier bei den Referenzen zu bleiben: beste Maurizio, beste Moritz-von-Oswald-Schule. Mächtige Bezugspunkte, die ich hier unterstelle, doch BNJMN wird ihnen mit Leichtigkeit gerecht. Einziger Malus dann doch allerdings die kurze Spielzeit. Beim nächsten Mal ziehst du das ganze besser über zehn Minuten. Ansonsten: Killer!

BNJMNs »Tonight« auf Soundcloud anhören

04-zz Er macht weiter. Drake hatte es bereits kurz nach »NWTS« angekündigt und er hat Wort gehalten: auch ohne Album am Horizont macht Aubrey Hit um Hit. »Trophies« ist bereits kanonisiert, Johnny Manziel via »Draft Day« unsterblich und weil Drake halt Drake ist, haut er jetzt via Soundcloud direkt einen neuen Zweiteiler raus, einfach so. »0 to 100« ist in erster Linie Schritt- und Konto-Propaganda, aber wieder mit dieser Rest Goofyness, die man irgendwie nur Drake abnimmt und die dann zur obligatorischen tiefenpsychologischen Drakisierung von Fame, Fortune und Fuckery auf »The Catch Up» führt. Macht der einfach mal Albumtracks ohne ein Album zu machen und wir stammeln wieder ratlos: Hach Drizzy.

Drakes »0 to 100« auf Soundcloud anhören

05-zzFind it at hhv.de: 2LP Alles wie immer bei Rustie, da kann ich schön vom letzten Mal zitieren: »Next level vintage future made from some crystaline substance from space, designed to be listened to at full bass in a Cadillac Escalade with 5 15" speakers. Dubstep is dead. This is next level vintage future. Thanks Rustie.« »Raptor«, der erste Vorbote einer neuen Rustie-LP, schimmert, leuchtet, fluoresziert, feuert aus allen Rohren und switcht zwischen 150 Beats die Minute und Halftime. Dubstep mag zwar tot sein, wenn aber einer der EDM-Granden in den Staaten den jungen Schotten für sich vereinnahmt, hat der auf ewig ausgedient. Das macht durchaus sinn im US-Großfestival oder Springbreak-Kontext. Ich wünsche mir dennoch, dass da mal einer drauf rappen würde. A$ap Rocky zum Beispiel. Einfach geil. Also alles wie immer.

Rusties »Raptor« auf Soundcloud anhören

06-zzFind it at hhv.de: 12inch Leon Vynehall fanden wir ja gehörig überbewertet. In aller Munde mit seinem Album Music For The Uninvited, mit Schluffi-(H)Aus, weichen Chordes und dieser britischen Deepness, die es die letzten Jahre direkt von der Stange gab, egal, ob von Scuba oder Will Saul kuratiert. Nun gut, »Butterflies« ändert an der Formel nichts, im Gegenteil. Aber noch immer gilt: Piano , House und Sommer ist in Sachen Glückseligkeit gleichzusetzen mit Kater, Mezzo Mix und Bundesligakonferenz. Und weil Vynehall hier eine besondere Schönheit von einer Pianofigur gefunden hat, ist das hier auch nicht zu ignorieren, egal wie bekannt die Zutaten sind. Die Pizza Salami des Monats.

Leon Vynehalls »Butterflies« auf youtube anhören

07-zz Ja, es war endlich da, Aphex Twins sagenumwobenes One-Off aus der Preiskategorie Ich-tausche-die-Ausbildung-meiner-Kinder-gegen-ein-Acetate hat es im Juni ins Netz geschafft. Und natürlich ist »Caustic Window« gut, wie sollte es das auch nicht sein, wenn es tatsächlich in der goldenen Phase von Richard D. James entstanden ist? Wer mit »Fingertrips« praktisch alles was Ron Morelli auf L.I.E.S. etabliert hat um Jahrzehnte vorweg nimmt, der ist und bleibt messianisch.

Aphex Twins »Fingertrips« auf youtube anhören

08-zz Soso Kollege, machst Dolce Vita in New York, krallst dir Kanye und ich muss mir hier von diesem Wiesbadener House Hooligan morgens um halb 11 erstmal die Schläfen mit Weckergebimmel, Plutonium-Kratzen und gottlos übersteuerten Drums malträtieren lassen? Das merk ich mir, hömma. Aber ich bin sicher hätte ich Florian Kupfers »Head« Samstagnacht statt Dienstagmorgens gehört: ich wäre fasziniert gewesen. Das ist alles hässlich, dissonant, grau und dennoch zwischen Ziegelsteinwänden so angemessen, dass sich die Kopfschmerzen gut anfühlen.

Florian Kupfers »Head« auf Soundcloud anhören

09-zz Ok, wir (oder zumindest ich) geben hiermit zu Protokoll: FKA Twigs ist der Scheiß und ihr bald erscheinendes Album wird eine Sensation und rettet zum hundertachtzigtausendsten Mal Pop as we know it. Auslöser für diese späte Einsicht ist »Two Weeks«, eine metaphilosophische Oralsex-Parabel mit Culture Beat gone Arthaus-Video, einer herrlich plumpen Hook und diesem Weeknd-Vibe zu »House Of Balloons«-Zeiten, bevor alle schnallten, dass der Typ ein trauriger, seelenloser Wicht ist. FKA Twigs hingegen bastelt sich einen Thron und wir üben schonmal probeweisen den Knicks.

FKA Twigs »Two Weeks« auf Clipfish anhören

10-zz Ach herrje, der A$AP Mob tut allen Tinder-Wischern den zweifelhaften Gefallen ihre frisch gematchten 58kg-Hüftsteaks von einem neuen Theme begleitet in die Pfanne zu hauen. So wenig es 2014 inhaltlich wirklich eine Leistung sein mag, so energisch betonen hier Rocky und seine Kumpanen in souveränstem Flow über einen unsteten Beat (Lex Luger trifft Young Chop und sie streiten sich auf Anhieb) die Stattlichkeit ihres Mätressen-Inventars. Das klingt genau so stumpf wie es tatsächlich ist, aber ich will verdammt sein, wenn momentan noch jemand mit so einer geilen Selbstverständlichkeit Takte dominiert wie der PMF.

A$AP Mobs »Hella Hoes« auf Vimeo anhören

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