Music Porträt | verfasst 12.11.2015
Jakarta Records
Zuhause, wo die Musik ist
Am Anfang war ihr Label da, wo ihre Laptops waren. Jannis Stürtz und Malte Kraus sind Weltenbummler und Musikliebhaber. Gemeinsam betreiben sie Jakarta Records, das dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert.
Text Tim Tschentscher
Jannis
Rubriken_sticker_detail_06

»Schön, dass die Hustlin’ Days endlich vorbei sind.« Jannis Stürtz blickt stolz zurück. Und meint damit nichtmal die eigenen Anfänge. Denn für das Gesicht des kleinen Independent Labels Jakarta Records sind die »Hustlin’ Days« noch lange nicht vorbei. Wenn er das sagt, meint er Brandon Anderson Paak. Der junge Multiinstrumentalist aus Oxnard, Kalifornien beherrscht derzeit wie kaum ein anderer die Meldungen der Blogger und Besserwisser. Spätestens seit seinem gelenkigen Gastspiel in Dr. Dres finalem Opus Compton, zieht der einstige Bandcamp Struggler die Blicke auf sich. Beeindruckt fragt man sich stirnrunzelnd »Woher kommt plötzlich dieser talentierte Nobody?«.

Für Jannis sind das »old news«. Bereits im vergangenen Jahr schenkte er ihm sein vollstes Vertrauen. Mit der Wiederveröffentlichung von O.B.E. Vol. 1 als Schallplatte, bot er dem Sänger auf Jakarta Records eine der ersten wichtigen Bühnen seiner noch jungen Karriere und enthob ihn aus der unüberschaubaren Flut an digitaler Massenware in den Kreis der Künstler, die man künftig genauer ins Visier zu nehmen hat. Während Jannis auf zwei weiteren, bisher unveröffentlichten Alben von Anderson Paak sitzt, wartet man andächtig auf das gemeinsame Projekt mit LA-Beatmaker Knxwledge. »Ein super Produzent. Das passt inhaltlich auch schön.«

Unterwegs wie Nomaden

Wie das Label, so ist auch Jannis halt- und rastlos geblieben. Zwischen Telefon und heißer Herdplatte multitaskt er sich während des Gesprächs durch die Wohnung. Es ginge kaum symptomatischer. Selten scheint sich der nächste Schritt aus Plausibilität zu ergeben, eher frei nach Gusto. Bescheiden erklärt er, dass Jakarta am Ende des Tages immer nur das reflektiere, was privat gerade so zwischen Soundcloud Untiefen und dem tunesischen Lieblingsplattenladen in Dauerschleife liefe. Konzeptionierte Konzeptlosigkeit möchte man da als Generalverdacht attestieren. So ganz ist das dann aber doch nicht dessen Formel. Irgendwie organisch. Soulful, in Anführungszeichen. Zuhause ist, wo die Musik gut ist.

Zehn Jahre Jakarta fliegen derweil durch das Gedächtnis, als sich Jannis erinnert: »Am Anfang war das Label immer da, wo wir mit unseren Laptops waren.« Mittlerweile kommuniziert es sich über zwei verschiedene Städte. Auf »Ja, macht ihr das doch!« folgte als promptes Credo »Joa, dann machen wir das halt«. Während das Büro in Berlin für den kreativen Output sorgt, sitzt Malte, die andere Hälfte der Zwei-Mann-Armee, in Köln und macht die Steuern. Das Geheimnis eines gut laufenden Geschäfts ist die Arbeitsteilung. »Wir haben irgendwie festgestellt, dass Malte so Sachen wie Rechnungen schreiben nicht so scheiße findet, wie ich.« In jener Hemisphäre sollen eben Dinge existieren, die wichtiger sind als der nächste Facebook Status. »Hinter den Kulissen, da ist Malte der Macher.«

Bereits bevor das Hobby zum Lebensmittelpunkt wurde, begann Jannis sich inmitten von Selfmade-Entrepreneuren als Praktikant im Plattenladen selbst zu sozialisieren. Weit vom eigenen Label war er also schon früh nicht mehr entfernt. Mit Malte besuchte er zwar dieselbe Schule, den gemeinsamen Weg ging man aber erst später. Die Initialzündung brachte dann eine befreundete Band. In nebensächlicher Unverbindlichkeit entstand der Wunsch, die Musik auf Schallplatte zu verewigen. Auf »Ja, macht ihr das doch!« folgte als promptes Credo »Joa, dann machen wir das halt«. Aus Spinnerei wurde Ernst. Kurz darauf sortierte man bereits die ersten eigenen Veröffentlichungen ins Händlerangebot ein. Und offenbar ist man darin ganz gut geworden. Mittlerweile nähert man sich dem 100. Release. Eigentlich ein Grund zum Feiern. Sich auf dem Bisherigen auszuruhen, dafür ist gerade aber keine Zeit übrig. Wie so oft ist wieder alles so sehr in Bewegung.

Das Prinzip Wärme

So scheint es eine große Notwendigkeit zu sein, den Umgang miteinander gepflegt zu wissen. Jakarta gibt Projekten einen Raum, die bereits auf persönlicher Grundlage funktionieren. Im Independent Bereich sind die eigenen Grenzen der Kapazitäten schnell erreicht. »Wenn man das dann mit einer Person macht, die einem eigentlich auf die Nüsse geht, dann ist das nicht der geilste Weg, Zeit zu verbringen.«

Ökonomische Überlegungen, ob eine Platte genügend Umsatz produzieren könnte, stoßen somit auf Desinteresse. »Wenn man nicht so richtig Bock auf ein Thema hat, dann macht man meiner Erfahrung nach auch keine gute Arbeit. Das ist ein Teufelskreis, den man versucht zu umgehen.« Mit Habibi Funk hat Jannis nun ein Sublabel an den Start gebracht, dass uns wieder die Augen öffnen lässt. In verwestlichter Naivität stellt man verwundert fest, wie spannend der Kosmos der arabischen Welt aus den letzten Jahrzehnten geklungen haben mag. Und kaum einer zeigte bisher Interesse daran.

Nur wenige Episoden waren dafür nötig, dies zu ändern. »Das Feedback ist auf jeden Fall krass. […] Musikalisch geht es in eine Region, die ganz stark von stereotypischen Vorstellungen geprägt ist.« Der Verfärbung einer Narrative, die uns unwillkürlich an bärtige Männer und Sharia denken lässt, hält Habibi Funk den Spiegel vor. Verwundert stellen wir fest, mit welcher Kurzsicht bisweilen in Plattenkisten gegraben wurde. »Natürlich gibts den heißen Scheiß auch aus Nigeria oder so. Aber dadurch, dass da schon so viele Leute waren, gibts da halt nicht mehr so viel spannendes Zeug, was noch niemand auf dem Schirm hat.«

In der arabischen Welt ist das scheinbar anders. Eine neue Lust keimt auf, sich in musikalischem Neuland niederzulassen. Während wir uns nun an dem Nachlass vergessener Funkperlen bedienen, erkennen wir, dass aus kulturellem Austausch kulturelle Einigung wird. Vor den Toren dieses Kontinents tummeln sich unsere neuen Mitmenschen, Nachbarn und Freunde. Wir empfangen sie mit offenen Armen und werden von dem neuen Reichtum berieselt. Die Hauptsache ist, dass wir uns weiterhin bewegen lassen.

Die bei Jakarta erschienene Musik findest Du bei hhv.de
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 19.11.2010
Intalek & Ritchcraft
Lives And Vibes
Perfektes Zusammenspiel: Ritchcraft erschafft einen warmen, elektrolastigen Sound, Intaleks frischer und gelassener Flow rundet ab.
Music Review | verfasst 12.11.2010
U-N-I
A Love Supreme 2.0
Von Hipster-Rap und Gangstarap sind U-N-I genausoweit entfernt. A Love Supreme zählt zu den besseren Hip-Hop-Platten des Jahres.
Music Review | verfasst 06.05.2011
Blitz The Ambassador
Native Sun
Native Sun in seinem Kern ein Rap-Album, dass durch die exotischen Harmonien aus Ghana angereichert, seine Luftigkeit gewinnt.
Music Review | verfasst 18.04.2013
Umse
Wachstum
»Endlich wieder Rap, den man tierisch laut aufdreht«. Der Ratinger Rapper Umse legt ein hochmotiviertes Album vor.
Music Review | verfasst 11.11.2013
Dynasty
A Star In Life Clothe's
Mit ehrlichen Handwerk, Integrität und Premier-Feature steht Dynasty für einen Rapper-Typus, der heutzutage mehr unter- als geschätzt wird.
Music Review | verfasst 25.11.2013
Shuko & F. Of Audiotreats
Cookies & Cream 3
Auch die dritte Runde der »Cookies & Cream«-Serie bleibt ein boomendes, bassiges Freudenfest.
Music Review | verfasst 02.12.2013
Blitz the Ambassador
The Warm Up EP
Mal wieder demonstriert Blitz the Ambassador seine Vielfältigkeit auf sehr hohem Niveau.
Music Review | verfasst 06.12.2013
Farhot
Kabul Fire Vol.1
Farhot legt sein Solodebüt vor: Wenn Kreuzberg Klein-Istanbul ist, heißt Hamburg-Hausbruch jetzt Klein-Kabul.
Music Review | verfasst 16.12.2013
Lord Echo
Curiosities
Hinter Lord Echo vrbirgt sich der Sänger und Gitarrist der Neuseeländer von The Black Seeds. Sein Soloalbum geht gar nicht sehr andere Wege.
Music Review | verfasst 28.04.2014
Blitz The Ambassador
Afropolitan Dreams
Blitz The Ambassadors dritte LP »Afropolitan Dreams« ist keine Weltmusik im Hiphop-Kostüm, sondern weltgewandte Hiphop-Musik.
Music Review | verfasst 28.07.2014
Umse
Kunst Für Sich
Umses aktuelle Platte »Kunst Für Sich« stopft nicht nur Sommerlöcher: Es hat durchaus das Zeug, ganze Sommer zu überbrücken.
Music Review | verfasst 25.06.2015
Mura Masa
Someday Somewhere
Trotz seiner 19 Jahre hat der Beatmaker Mura Masa mit seinem Sound einige Anhänger gefunden. Nun erscheint »Someday Somewhere«.
Music Review | verfasst 14.07.2015
Juju Rogers
From The Life Of A Good-For-Nothing
Juju Rogers widerlegt mit »From The Life Of A Good-For-Nothing« die These, dass englischsprachiger Rap aus Deutschland nichts taugt.
Music Review | verfasst 20.11.2015
Benny Sings
Studio
Benny Sings, der König der Keyboard-Fanfaren croont sich mit dem fünften Studioalbum »Studio« in neue Höhen.
Music Review | verfasst 02.12.2015
Fredfades & Ivan Ave
Fruitful
Wer Oslo noch nicht auf seiner Hip Hop-Karte hatte, sollte sich die norwegische Hauptstadt dank Fredfades und Ivan Ave dort einzeichnen.
Music Review | verfasst 18.02.2016
Ivan Ave
Helping Hands
Ivan Ave und Mndsgn machen wieder gemeinsame Sache. Sie reichen sich auf »Helping Hands« gegenseitig die Hand. Es ist ein großes »Hallo«.
Music Review | verfasst 24.06.2016
Suff Daddy
Birdsongs
Locker aus dem Alltag ausklinken: Suff Daddy produziert mit »Birdsongs« Beats für die wärmste Jahreszeit.
Music Review | verfasst 01.12.2016
JuJu Rogers & Blustaeb
LIT - Lost In Translation
Besonnene Lyrics und Beats mit Jazzdrummer-Bestimmtheit, Traditional Grip vs. auf die Zwölf. »LIT« ist nicht das Lit der Generation Turn Up.
Music Review | verfasst 29.06.2017
Illa J
Home
Als Bruder von J Dilla hat man es auch elf Jahre nach dessen Tod schwer: »Home«, das dritte Album von Illa J, zeigt: völlig zu Unrecht.
Music Review | verfasst 26.02.2020
Suff Daddy
Pompette
Entspannteren instrumentalen Hip-Hop als Suff Daddy machen hierzulande nur wenige. Auch wenn »Pompette« ein bisschen beschwippst heißt.
Music Review | verfasst 15.10.2020
Various Artists
All Things Considered Vol.1
Die Compilation »All Things Considered Vol. 1« entführt für 38 Minuten in eine Welt, in der nur grüner Tee und die Kopfhörer zählen.
Music Review | verfasst 16.03.2021
Gianni Brezzo
The Awakening
Unter dem Alias Gianni Brezzo veröffentlicht der Kölner Marvin Horsch mit »The Awakening« ein Album auf Jakarta Records.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.