Music Porträt | verfasst 03.11.2016
Tim Maia
Die Wasserbombe
Er begründete eine Bewegung. Auch, wenn sein Triathlon auf der Couch stattfand: Whiskey, Joints und Kokain. Das ist die Geschichte Tim Maias, einem der einflussreichsten brasilianischen Musiker aller Zeiten.
Text Niklas Fucks
Tim-maia-2-t

Wenn man über Tim Maias Aufstieg zu einem der erfolgreichsten Sänger Brasiliens liest, fällt regelmäßig der Vergleich mit einer Wasserbombe. Die Assoziation liegt nicht fern: erstens liegt bei Brasilien die Strand-Assoziation nahe, zweitens ist Tim Maia, sagen wir, eher rundlicher Statur und drittens schlug seine Musik ein und überschwemmte Brasilien mit Soul. Er war auf einmal da und mischte mit seinem ungewöhnlichen, stilsicheren Sound ein Land auf, das von Bossa und MPB geprägt war. Doch egal wie kometenhaft sein Aufstieg gewesen sein mag – Maia stand schon länger am Beckenrand, als ihm lieb war.

Tim Maia wurde 1942 als Sebastião Rodrigues Maia in Tijuca, einem Arbeiter-Vorort Rios geboren. Schon mit acht Jahren sang er am Küchentisch Elvis und Rock’n’Roll, mit 14 hatte er seine erste Band, Os Tijucanos do Ritmo. Maia war einer der ersten in seinem Viertel, der eine Gitarre spielen konnte, geschweige denn eine besaß – also unterrichtete er ein paar der anderen Kinder aus der Gegend. Unter seinen Schülern in der »Matoso Gang« befanden sich überraschend viele zukünftige Musiker, zum Beispiel die späteren MPB-Stars Roberto Carlos, Jorge Ben und Erasmo Esteves (später Erasmo Carlos) – eine glückliche Fügung, ohne die Maia wohl im Lieferservice seiner Eltern oder dem Gefängnis gelandet wäre.

Schon damals war Musik einer der größten kulturellen Exportschlager Brasiliens. In deutschen Kaufhaus-Ketten kauften Beamten Samba-Imitate von James Last und Klaus Wunderlich, Bossa Nova sollte Ende der sechziger Jahre die Welt verändern. Die Faszination mit brasilianischer Musik aus den Sechzigern und Siebzigern, die Digger weltweit spätestens seit den Neunzigern befallen hat, hält bis heute an. Zahllose Compilations widmen sich dieser Ära und prominente Figuren wie Madlib Babu, Cut Chemist oder Gilles Peterson arbeiten hart daran, immer neue Goldstücke aus dieser Ära zu finden.

Dass so unheimlich viel zeitlose, fantastische Musik zu dieser Zeit in Brasilien entstanden ist, hat viele Gründe. Dazu gehören gute Studios, eine dezentrale Plattenindustrie und verhältnismäßiger Wohlstand. Dazu gehört vor allem kulturelle Austausch, von dem die Musik des riesigen Staats, in den zwischen 1501 und 1866 knapp fünf Millionen afrikanische Sklaven verschleppt wurden, seit jeher geprägt ist. Und nicht zuletzt: Tim Maias Wasserbombe, die eine Welle neuer Musik auslöste.

Dass der Sänger einmal zum Star werden sollte, hätte 1959 wohl keiner außer ihm selbst gedacht. Mit 12 Dollars in der Tasche und umgeben von Priestern kommt der 17-jährige Tim Maia in New York an. Er spricht kein Wort Englisch. Aber er musste raus aus Brasilien, es war Zeit für einen Tapetenwechsel. Kurz zuvor hatte sich seine zweite Band, die Sputniks, trotz einiger kleiner Erfolge nach einem Streit aufgelöst. Und wichtiger: sein Vater war gestorben. Maia wollte weg, schließlich schafft er es irgendwie einen lokalen Prieser zu überzeugen, ihn mit sich auf seine Reise in die USA zu nehmen.

Dort schläft Maia vier Jahre lang auf Sofas von Bekannten in Tarrytown in der Nähe von New York. Er hält sich mit Gelegenheitsjobs und Kleinkriminalität über Wasser, vor allem aber lernt Maia hier dank einer lebhaften lokalen Szene Jazz, R&B und Soul kennen. Seine Freunde sind es leid, die Kaution zu stellen. Es ist Maias fünfte Verhaftung. Mit ein paar Freunden gründet er die Vocal-Gruppe The Ideals, mit denen er sogar eine gemeinsame Single aufnimmt. Für die Aufnahme kann Maia den renommierten Jazz-Schlagzeuger Milton Banana gewinnen, indem er ihm in seinem Hotel auflauert (es sollte nicht das letzte Mal in seiner Karriere sein). Leider bleibt »New Love« unveröffentlicht: Bevor die Gruppe sich nach einem Label umschauen kann, wird Tim in Florida in einem gestohlenen Auto beim Kiffen verhaftet. Seine Bandkollegen sind es leid, Kaution für Maia zu stellen (dies ist seine fünfte Verhaftung). Der Sänger verbringt ein halbes Jahr im Gefängnis und wird 1963 deportiert.

Maias Traum, in den USA zum Star zu werden, ist geplatzt.
Er kommt zurück mit nichts in der Hand, erzählt Bekannten, er sei wegen des Vietnam-Kriegs vor dem Wehrdienst geflohen. Er steht wieder dort wo er war– am Beckenrand in Rio. Doch trotz dieser Rückschläge ist sein Glaube an seinen Erfolg ungebrochen. Denn er hat noch ein Ass in der Badehose: die Nachbarsjungen von damals sind mittlerweile etablierte Musiker, die den brasilianischen Pop umkrempeln. Auch wenn der Kontakt mit den Popstars sich schwierig gestaltet, Maia ist ein Meister des Hotel-Hinterhalts und dank einiger glücklicher Zufälle schafft er es zu seinen Jugendfreunden. In den kommenden Jahren vermitteln ihm Roberto und Erasmo Carlos die Möglichkeit zwei Singles aufzunehmen, sogar einen Auftritt in der einflussreichen Musiksendung Jovem Guarda. Ohne Erfolg. Die Welt war noch nicht bereit für Tim Maia.

Maias Sprung in den Pool, das Ende seiner Pechsträhne, sollte seine dritte Single werden. Wenn auch nicht, weil sie ein Hit wurde. Der Produzent Nelson Motta, Vater von Ed Motta und späterer Weggefährte Maias hört die unveröffentlichten Tracks »Primavera« und »Jurema« und zeigt sie der berühmten Pop-Sängerin Elis Regina, während die beiden für ihr neues Album »…Em Pleno Verão« im Studio sitzen. Sie entscheidet sich spontan, den liebenswürdigen Sänger auf ihr Album zu holen und die beiden nehmen das Duett »These Are The Songs« auf. Eben stritt sich Maia noch mit Produzenten und musste Leuten auf Parkplätzen auflauern, plötzlich singt er auf dem Album einer der einflussreichsten Sängerinnen des Landes.

So eine plötzliche Wendung zum Guten, ist schwer wegzustecken. Doch Maia mag unzuverlässig, drogenabhängig und instabil sein, er ist auch vorbereitet. Sein Debüt-Album trägt, wie elf weitere in seiner Karriere den Namen »Tim Maia« und hält sich über ein halbes Jahr an der Spitze der Charts. Er ist sicher nicht der erste brasilianische Musiker, der von der schwarzen Musik der USA beeinflusst wurde, doch er will nicht einfach Funk und Soul in brasilianische Genres integrieren, er will Funk und Soul machen, er atmet Funk und Soul und mit ihm ein ganzes Land.

In den nächsten Jahren veröffentlicht er jährlich ein extrem erfolgreiches, selbstbetiteltes Album und revolutioniert dabei nicht nur brasilianische Musik, sondern wird als einer der ersten dunkelhäutigen Popstars des Landes auch zu einem einflussreichen Symbol der brasilianischen Bürgerrechtsbewegung. »Ich rauche nicht, ziehe kein Koks und ich trinke nicht, aber manchmal lüge ich ein bisschen.« ( Tim Maia) Selbst wenn man ihn täglich auf schummrig beleuchteten Couches sitzen finden kann, auf denen er seinen »Triathlon« vollzieht: Whiskey, Joints und Kokain. Vor allem vor Auftritten. Einer seiner Lieblingssprüche ist: »Ich rauche nicht, ziehe kein Koks und ich trinke nicht, aber manchmal lüge ich ein bisschen«.

An einem Tag streift Tim mit 200 Blättchen LSD aus London durch die Büros der Plattenfirma Philips, um jedem, den er trifft, mit einer Pappe »die Augen zu öffnen« – angefangen bei der Abteilung, die diese »Rettung« am dringendsten benötigt: der Buchhaltung. An einem anderen legt er sich absurde Haustüre wie einen Falken oder Kühe zu. Über ihn wird heute häufig gesagt, dass er frei war. Jeden Tag tat, wozu er Lust hatte. Was er wirklich suchte, waren Antworten.

Der wohl verhängnisvollste Trip in Maias Leben sollte ihm Antworten geben. Zumindest für eine Weile.

1974 sitzt Tim Maia auf dem unbestreitbaren Höhepunkt seiner Karriere bei seinem Freund und Musikerkollegen Tiberio Gaspar mal wieder auf einem Sofa, als gerade das Meskalin einsetzt. Gaspar ist unter der Dusche und der Sänger sucht eine Beschäftigung. Also hebt er vom Couchtisch ein Buch auf, das sein Leben verändern wird: »Universo em Desencanto« (»Die Entzauberung des Universums«) von Manoel Jacinto Coelho. Das Buch liefert eine Einführung in das Weltbild der »Rationalen Kultur«, einer Glaubensgemeinschaft, die sich recht schnell als vereinnahmende Sekte herausstellen sollte. Laut den wirren Thesen Coelhos entstammt die Menschheit einem fernen Planeten und muss, um von Außerirdischen gerettet zu werden, spirituellen Ausgleich erfahren. Dafür müsste jeder Mensch zuerst einmal das Buch lesen beziehungsweise kaufen.

Eigentlich für seine Stetigkeit bekannt, ist Tim Maia sofort hin und weg. Er kleidet sich nur noch komplett in weiß und weist sowohl seine Familie als auch seine zweite Familie, wie er seine Band manchmal nennt, an, das gleiche zu tun. Alle Instrumente werden weiß angemalt, jeder in seinem Umfeld muss »Die Entzauberung des Universums« kaufen und lesen. Er hört abrupt auf Drogen zu nehmen und zu feiern, ernährt sich gesund und stellt der Legende nach sogar sein ausuferndes Sexleben ein. Vor allem aber möchte er nur noch über den Kult und den Planeten »Superior Racional« singen, auf den die Aliens alle bringen sollen.

Zum Zeitpunkt seines Sinneswandels hat Maia in einem der besten Studios Brasiliens sein fünftes Album schon fast fertig aufgenommen, nur sein Gesang fehlt noch. Der einzige Traum, der für Maia in seinem erfüllten, intensiven Leben, unerreicht bleiben sollte, ist der internationale Ruhm. Also setzt sich ein komplett nüchterner, weiß gekleideter Tim Maia ins Studio und schreibt neue Texte, um seiner missionarischen Verantwortung gerecht zu werden. Die Tracks sind jetzt bierernste Predigten auf Funk-Beats, also Kram, mit dem Maias junges Klientel nicht allzu viel anfangen können wird. Als RCA sich weigert, das Album zu veröffentlichen, gründet Maia kurzerhand ein Label und bringt das Album auf eigene Faust heraus. Der Vertrieb läuft hauptsächlich über die Bandmitglieder, die die Alben an Bekannte verkaufen

Dass »Racional« Vol. 1 und 2 seit jeher eine besondere Anziehungskraft auf Fans von Tim Maias Diskografie ausübt, liegt sicher an der abgedrehten Hintergrundgeschichte und nicht zuletzt an der Tatsache, dass die beiden Alben verglichen mit Maias anderen Kassenschlagern unglaublich rar sind. Vor allem aber gehören Tracks wie »Imunização Racional (Que Beleza)«, »Rational Culture« oder Bom Senseo schlicht und ergreifend zum Besten, was Tim Maia in seiner Karriere geschaffen hat. Sein gesunder Lebenswandels schlägt sich auf auf seiner Stimme nieder, die besser klingt denn je. In einem knappen Jahr veröffentlicht er zwei Alben für den Kult, hat sogar Material für ein drittes, die Sekte ist populär wie nie. Doch nach einer Auseinandersetzung mit Anführer Coelho wendet sich Maia so schnell vom Kult ab, wie er ihm verfallen ist.

Ausgebrannt, desillusioniert und pleite kehrt Maia in die Realität zurück.
Vorausgesetzt man nennt seinen abgedrehten Tagesablauf aus spontanen Ideen, Musik, Party und tonnenweise Rauschmitteln Realität. Dann veröffentlicht er einfach einige weitere brillante »Tim Maia«-Alben. Ende der Siebziger springt er erfolgreich auf den Disco-Zug auf und macht immer weiter. Durch regelmäßige Hits, Talkshow-Auftritte und Konzerte, die er nicht selten sausen ließ, bleibt Maia über Jahrzehnte eine Ikone in dem Land, das er mit Siebzehn so unbedingt hinter sich lassen wollte.

1998 ist er gerade dort, wo er sich am wohlsten fühlt: auf der Bühne bei einem Konzert in Niterói, einer reichen Nachbarstadt von Rio mit einer halben Millionen Einwohnern. Plötzlich stürzt Tim Maia leblos zu Boden. Eine Woche später stirbt er mit nur 55 Jahren im Krankenhaus. Der stark übergewichtige Soul-Koloss wird von jahrzehntelanger Party, Stress und Triathlon eingeholt.

Der einzige Traum, der für Maia in seinem erfüllten, intensiven Leben, unerreicht bleiben sollte, ist der internationale Ruhm. Da ist es etwas makaber, dass das Reissue-Label Luaka Bop die Tim-Maia-Compilation »Nobody Can Live Forever« als die posthume Erfüllung dieses Traumes bewirbt. Doch es stimmt, dass Tim Maia in den letzten Jahren auch außerhalb Brasiliens die Anerkennung bekommt, die er als einer der spannendsten Soul-Sänger überhaupt verdient. Auch ist wahr: die Welle, die Maia beim Einspringen erzeugte, ist immer noch nicht endgültig abgeklungen.

Die Musik von Tim Maia findest du bei hhv.de.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 29.06.2020
Dee Dee Bridgewater
Afro Blue
1974 nur in Japan veröffentlicht, bekommt »Afro Blue«, das Debüt von Dee Dee Bridgewater jetzt eine zweiten Anlauf auf Mr Bongo spendiert.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Porträt | verfasst 15.10.2010
Solomon Burke
Der Prediger geht
Bei kaum einem zweiten lagen Spiritualität und Sinnlichkeit, Göttliches und Weltliches so nah beisammen wie bei Solomon Burke. Am 10. Oktober verstarb der schwergewichtige Soulsänger. Ein Nachruf
Music Porträt | verfasst 10.06.2011
Syl Johnson
Underdog wider Willen
Würde man Personen nach ihren liebsten Funk&Soul-Künstlern fragen, so wäre sein Name eher nicht gefallen. Gleiches gilt für die Frage nach den meist gesampleten Künstlern aller Zeiten. Dabei müsste Syl Johnson beide Bestenlisten anführen.
Music Porträt | verfasst 25.06.2020
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Review | verfasst 12.05.2017
Annie Anxiety
Soul Possession
Man muss dieses Album nicht gerne hören, dafür vollstes Verständnis. Gehört haben aber sollte man es, denn es gibt wenig Vergleichbares.
Music Review | verfasst 20.10.2017
Serge Bulot
Les Legendes De Brocéliande
Ein ätherisch schönes Album irgendwo zwischen Leftfield-Ambient, New Age-Pathos und Electronic Jazz.
Music Review | verfasst 13.11.2017
Gabor Szabo
Dreams
Es muss ja eben nicht immer voran gegangen werden, wenn Ort und Stelle genießbar sein sollen.
Music Review | verfasst 29.11.2017
Pascal Comelade
Paralelo
Die Reissue von Pascal Comelades Debüt kommt in aufgespeckter Version. Das macht es nicht leichter.
Music Review | verfasst 18.12.2017
Elektro-Dschungel
Kebab Und Andere Träume
Wiesbaden, die Vermittler-Stadt zwischen Okzident und Orient. Klingt funny, war aber mal so.
Music Review | verfasst 06.12.2017
Piero Umiliani (M. Zalla)
Africa / Continente Nero Bundle
Genauso hätte man sich das Ergebnis vorab ausgemalt, wenn die italienische Soundtrack/Library-Legende sich an afrikanischen Klängen versucht
Music Review | verfasst 18.01.2018
Carlos Maria Trindade / Nuno Canavarro ‎
Mr. Wollogallu
Eigentlich dürfte es so etwas nur im Traum geben, eigentlich ist das Musik, die einmal erscheint und dann wieder verschwindet.
Music Review | verfasst 30.01.2018
Roberto Musci & Giovanni Venosta
Urban And Tribal Portraits
Im Auflösen zweier Orte entsteht ein neuer. Genau das will diese Musik. Genau das kann sie. Ein Sonnengruß geht raus an alle.
Music Review | verfasst 16.02.2018
Keysha/Fg's Romance
Stop It!/What Is Love Today
Zum Valentinstag veröffentlicht das beglische Label Stroom eine Maxi mit austauschbarem Disco-Pop, die viele gerne hören werden.
Music Review | verfasst 15.05.2018
Michal Turtle
Return To Jeka
Music From Memory entstaubt zum dritten Mal Teile des Michal Turtle-Archivs. Musste vielleicht gar nicht mal sein.
Music Review | verfasst 28.05.2018
Nexda
Words & Numbers
Beste Reissue meines Lebens. Lass’ es auch dein Leben sein. Choose Nexda, choose life! P.S: Tod dem Bundesliga-Dino!
Music Review | verfasst 18.05.2018
Luis Pérez
Ipan In Xiktli Metztli, México Mágico Cósmico, El Ombligo de la Luna
Was Mr. Bongo hier neuaufgelegt hat, ist das Zeug, das einen zu einem besseren Mensch macht.
Music Review | verfasst 31.05.2018
Lena Platonos
Lepidoptera
Lena Platonos ist eine Entdeckung. Jetzt hat Dark Entries mit »Lepidoptera« aus dem Jahre 1986 eine weitere Platte der Griechin aufgelegt.
Music Review | verfasst 13.06.2018
Onyx
Complete Works 1981–1983
Flanger-heavy Shit aus den 80igern, cooler als alles sonst! Post-Punk, New Wave, Digi Dub, nur gut.
Music Review | verfasst 21.08.2018
Various Artists
Antipodean Anomalies
Absurdes Material aus Neuseeland und Australien. Vor allem in der Mischung, hier kommt zusammen was voll zusammengehört und gar nicht.
Music Review | verfasst 05.05.2020
Nkem Njoku & Ozzobia Brothers
Ozobia Special
»Ozobia Special«, das einzige Album von Nkem Njoku & Ozzobia Brothers, erscheint nun erstmals außerhalb von Nigeria.
Music Review | verfasst 07.05.2020
Vladislav Delay
Mutila
Das gesamte Spektrum von Höhen und Tiefen: »Mutila« von Vladislav Delay wurde von Rashid Becker neu gemastert und wiederaufgelegt.
Music Review | verfasst 02.04.2020
Guilherme Coutinho E O Grupo Stalo
Guilherme Coutinho E O Grupo Stalo
»Guilherme Coutinho E O Grupo Stalo« von 1978 ist ein nirgends erhältlicher Archivfund. Jetzt wurde die Platte restauriert und neu aufgelegt
Music Review | verfasst 03.04.2020
Pharoah Sanders
Welcome To Love
Tidal Waves veröffentlicht »Welcome To Love«, 1991 nur auf CD veröffentlichte Balladen des Saxophonisten Pharoah Sanders, auf Vinyl.
Music Review | verfasst 07.04.2020
Ennio Morricone
OST Uccidete Il Vitello Grasso E Arrostitelo
Transversales Disques hat mit »Uccidete Il Vitello Grasso E Arrostitelo« einen unbekannteren Soundtrack von Ennio Morricone veröffentlicht.
Music Review | verfasst 01.05.2020
Piero Piccioni
OST Il Dio Sotto La Pelle
Nach 20 Jahren des Wartens bekommt Piero Piccioni’S Soundtrack zu »Il Dio Sotto La Pelle« via Musica Per Immagini die verdiente Neuafulage.
Music Review | verfasst 01.05.2020
Litia~Loe
Each Dawn Every Dawn
Mixed Signals hat sich der Aufarbeitung der House-Music verschrieben. Eines ihrer ersten Releases ist »Each Dawn Every Dawn« von Litia~Loe.
Music Review | verfasst 14.05.2020
Daily Fauli
Fauli Til Dauli
Minimal Wave veröffentlicht mit »Fauli Til Dauli« Fundstücke des dänischen Schauspielers Søren Fauli, der sich hier Daily Fauli nennt.
Music Review | verfasst 20.05.2020
Heerlens Percussie Ensemble
Biologic Music
Wer jetzt »Trommelgruppe« sagt, fliegt raus: Hot Mule veröffentlicht »Biologic Music« des Heerlens Percussie Ensembles.
Music Review | verfasst 24.06.2020
Biosphere
Dropsonde
Mit ganzen sieben Bonustracks kommt die Neuauflage von »Dropsonde« daher. Darauf unterzog Biosphere Jazz einer radikalen Neuinterpretation.
Music Review | verfasst 07.07.2020
Rie Murakami
Sahara
»Sahara« von der ansonsten unbekannten Japanerin Rie Murakami wurde 1984 veröffentlicht. Ein Album ohne Eigenschaften, doch voller Hits.
Music Review | verfasst 22.07.2020
Tadao Sawai, Kazue Sawai, Takeshi Inomata, Norio Maeda, Hozan Yamamoto
Jazz Rock
Mr Bongo veröffentlicht das zuerst 1973 veröffentlichte »Jazz Rock« des Koto-Spielers Tadao Sawai und weiterer Mitstreiter erstmals neu.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?