Music Interview | verfasst 20.02.2017
Baba Zula
»Ob wir am Leben bleiben, ist die Frage«
Zum 20. Geburtstag der Istanbuler Psychedelic-Combo Baba Zula erschien deren Doppelalbum »XX«. Nach Feiern ist Bandleader Murat Ertel aber angesichts der Zustände in seinem Heimatland nicht zumute
Text Steffen Kolberg
Babazula

Murat Ertel ist schon seit Ende der 1980er Jahre in der Istanbuler Underground-Musikszene unterwegs. Baba Zula war am Anfang nur eines von vielen Projekten, in das er involviert war – und ursprünglich entstanden, um Filmmusik zu komponieren. Inzwischen sind Baba Zula die wohl bekannteste türkische Band, international gefeiert und verehrt für ihre Fusion zwischen anatolischem Folk, Psychedelic Rock und verschiedensten anderen musikalischen Einflüssen.

Zum zwanzigjährigen Bandjubiläum erschien Ende Januar das Doppelalbum »XX«, das neben alternativen Aufnahmen bekannter Stücke auch Dub-Versionen enthält. Aus diesem Anlass schaut Murat Ertel im Interview zurück auf die Bandhistorie und lässt die Anfänge und den internationalen Durchbruch Revue passieren. Er spricht über die Bedeutung von Dub für seine Musik, von seiner Bewunderung für den kürzlich verstorbenen Can-Drummer Jaki Liebezeit und von der zunehmenden Unsicherheit in der Türkei, die gerade westlich orientierten Musikern wie ihm das Leben schwer macht. Auch, weil es inzwischen kaum mehr Menschen aus dem Westen nach Istanbul verschlägt.

Murat Ertel selbst muss angesichts der Verhaftungswellen im Land größtmögliche Vorsicht walten lassen. Die Fragen zur politischen Lage lässt er sich vorher schriftlich schicken, um seine Antworten vorbereiten zu können. Den Namen des türkischen Präsidenten oder der Regierungspartei nimmt er während des Gesprächs kein einziges Mal in den Mund, drückt sich stattdessen umständlich und verklausuliert aus. Hoffnung schöpft er dennoch – aus den Möglichkeiten der digitalen Vernetzung und aus der Kraft der Musik.


Kannst du mir davon erzählen, wie das Projekt Baba Zula vor zwanzig Jahren entstand?
Murat Ertel: Als ich noch bei ZeN spielte, hatte ich einen Freund an der Universität, der gerade dabei war, seinen ersten Film zu drehen. ZeN sollten die Filmmusik machen. Als wir uns zusammen das Filmprojekt anschauten, mochte ein Teil der Band den Film gar nicht, zwei andere Bandmitglieder und ich aber sehr. So taten wir uns zusammen, schrieben die Filmmusik und nannten uns fortan Baba Zula. Wir dachten eigentlich, dass es nach diesem Film damit vorbei sein würde, aber es ging so weiter, mit Filmen, Theaterprojekten und Konzerten. ZeN lösten sich irgendwann auf, aber Baba Zula ist immer noch am Leben.

Von allen Musikstilen, die im Baba-Zula-Sound eine Rolle spielen, werden besonders häufig Elemente des Dub benutzt. Was macht Dub für dich so besonders?
Als Kind habe ich viel karibische Musik gehört, vor allem Calypso. »Es wird also 20 bis 30 Jahre dauern, bis die Öffentlichkeit bemerkt, was für ein Alptraum das gerade ist und was hier wirklich passiert.« ( Murat Ertel) In den 70er Jahren wurde Bob Marley zum Star, auch bei uns in der Türkei. Durch ihn kam ich zu Reggae. Und da ich die experimentelle Seite der Musik mag, war ich sehr offen gegenüber Psychedelic. Dub ist für mich die experimentelle Seite des Reggae, mit den Effekten und dem Raum, der da entsteht. Ich finde es schrecklich, wenn Musik virtuos sein will, indem unglaublich viele Noten auf schnelle Weise gespielt werden. Musik muss Raum haben. Dub passte deshalb gut zu mir.

Baba Zula ist heutzutage die wohl bekannteste türkische Band im Ausland, zumindest in Deutschland. Wann erhöhte sich die internationale Aufmerksamkeit und wie kam das zustande? Wieviel davon ist Fatih Akins »Crossing The Bridge« zu verdanken?
Östliche Kultur ist eine orale Kultur, versteht sich weniger auf Verschriftlichung und Aufzeichnung als westliche. Auf diese Weise entwickelte sich auch alles bei uns, irgendwie sehr natürlich: Leute aus dem Westen kamen nach Istanbul, hörten unsere Musik und der Name Baba Zula zog langsam weitere Kreise. Mundpropaganda ist unser bester Freund. Wir begannen auf ersten Festivals in Europa zu spielen. Dann kam Fatih Akins »Crossing The Bridge«, der uns natürlich sehr half. Aber nicht nur uns, er half türkischer Musik generell.

Ihr seid eine Band, die diesen kulturellen und musikalischen Austausch immer sehr gefeiert hat. »XX« beweist das einmal mehr, die Liste der Kollaborateure ist lang und international.
Wir interessierten uns sehr für westliche Künstler, nicht bloß musikalisch. Wir schauten beispielsweise immer die neuesten Filme von Fassbinder, wir lasen Goethe, Schiller, E.E. Cummings. Diese Fusion von Ost und West, geografisch und kulturell, ist für uns Istanbuler etwas sehr natürliches. Es war für uns also keine bewusste, strategische Entscheidung, Ost und West musikalisch zusammenzubringen, wir sind so.

Wie kam es zu den Kontakten zu Musikern wie Mad Professor, Alexander Hacke oder dem kürzlich verstorbenen Jaki Liebezeit?
Der Kontakt zu Alexander Hacke kam durch Fatih Akin zustande. Wir lieben Einstürzende Neubauten wirklich sehr. Mit einer Person aus dieser Band zusammenzuarbeiten war eine sehr wichtige Sache für uns. Wir wurden gute Freunde und machen immer noch Projekte zusammen. Auch am neuen Album hat Hacke mitgewirkt. »Vor Lee Perry hatten wir Angst.« ( Murat Ertel) Zu Mad Professor kamen wir bewusst. Wir hatten gerade unser Album »Psychebelly Dance Music« aufgenommen. Der Typ von Doublemoon Records meinte, das Album sei ziemlich dubby und wir sollten für ein paar Tracks einen guten Dub-Produzenten engagieren. Wir trugen die Namen der drei besten lebenden Dub-Produzenten zusammen: Lee Perry, Scientist und Mad Professor. Vor Lee Perry hatten wir Angst. Wie man hörte, hatte er sein Studio niedergebrannt, auf Mixer gepinkelt, solche Sachen. Das war uns zu gefährlich. Schlussendlich kontaktierten wir Mad Professor. Als wir uns trafen hat es sofort klick gemacht. Wir wollten ursprünglich nur ein paar Tracks mit ihm mixen, letztendlich wurde es das gesamte Album.

Und Jaki Liebezeit?
Alle anderen Kollaborationen entstanden sehr simpel, zum Beispiel spielten wir in Köln mit ein paar Musikern und erfuhren, dass sie auch mit Jaki Liebezeit spielten. Für uns war er ein Held und wir wollten ihn sehr gerne kennenlernen. Als wir ihn trafen stellte sich heraus, dass er nicht nur eine großartige Person ist, sondern auch ein tiefes Verständnis von türkischer Musik hat. Für nicht-türkische Drummer ist es ziemlich schwer diese türkischen Rhythmen zu spielen, aber Jaki spielte sowohl westliche als auch östliche Rhythmen auf unglaubliche Weise. Ich bin sehr traurig darüber, dass er jetzt gestorben ist. Er kam zu unserem Soundcheck vor zwei Monaten in Köln, wir tranken und aßen zusammen, er war müde, wollte aber unbedingt das Konzert sehen. Ich glaube, er war einer der besten Drummer der ganzen Welt.

Was ist das spannende für dich an diesem Austausch mit solchen Musikern und warum ist er so wichtig für dich?
Ich glaube, das schönste am Leben ist, wenn Träume wahr werden. Wenn man als junger Mensch, der nichts im Kopf hat außer Musik, nach all den Jahren mit den Musikern, die einen inspiriert haben, zusammenarbeitet, ist das eine große Sache. Das ist es, was ich unter Erfolg verstehe.

Baba Zula - XXFind it at hhv.de: 2LP+CD Istanbul war bekannt als das quirlige Zentrum einer liberalen, weltoffenen Türkei, was sich auch in der Kunst- und Musikszene der Stadt wiederfand. Dies scheint nun von zwei Seiten bedroht zu sein: Zum Einen von der Regierung, die sich diesem säkularen Lebensstil politisch entgegenstellt. Zum Anderen wird dieser akut bedroht von islamistischen Terroranschlägen, wie zuletzt dem Massaker in der Silvesternacht. Inwiefern seid ihr, als Künstler die tief in der Szene dieser Stadt verwurzelt sind, von dieser Situation betroffen?
Natürlich betrifft uns das. Die Stimmung ist angespannt, jederzeit kann irgendwas passieren. Der Verlust des Sicherheitsgefühls macht uns zu schaffen. Es sterben so viele unschuldige Leute. Gleichzeitig ist es sehr traurig, dass das Gefühl von Demokratie und Rechtssicherheit verloren geht. Schlimm ist aber vor allem, dass die sogenannten Liberalen im Land dies nicht vorhergesehen haben. Ich hätte mir gewünscht, dass die Journalisten oder jene Künstler, die ich eigentlich bewundere, wie beispielsweise Orhan Pamuk, es vorhergesehen hätten. Sie waren ja nicht blind. Wir hatten schon viele politisch unruhige Zeiten in diesem Land, wir hatten so viele Militärputsche. Es war so offensichtlich, schon vor 15 Jahren. Jetzt ist da schon wieder ein Typ, der einfach irgendwas erzählt, und seine Worte werden Gesetz.

Also haben die Liberalen deiner Meinung nach versagt, indem sie es nicht vorhergesehen haben?
Ja, das glaube ich schon. Ich komme aus einer Künstlerfamilie und Freunde der Familie gehörten zu den besten türkischen Künstlern der 50er und 60er. Die haben das vorhergesehen. Aber die Liberalen haben sie verspottet. Sie dachten, genauso wie viele Europäer, dass die Demokratie kommen würde, sich die Beziehung zur Europäischen Union verbessern würde, es der Türkei besser gehen würde. Aber es ging eigentlich immer um den Zustand, der jetzt eingetreten ist: Um absolute Macht. Sie haben sich getarnt, aber das hätte man durchschauen müssen.

Und was könnt ihr als Band tun?
Wir sind hier nur so etwas wie eine Underground-Kultband, aber wir tun, was wir können. Mit unserer Musik, unseren Texten und unserem Lebensstil unterstützen wir die Freude am Leben. Seit hunderten, tausenden Jahren gibt es eine Tradition der rebellischen Lyrik, der rebellischen Kunst, die für die Rechte allen Lebens eintritt.

Was hat sich in deinem Leben als Künstler, als Musiker verändert? Gibt es einen Druck auf Künstler, ähnlich dem auf Journalisten? Gibt es Festnahmen oder ähnliches?
Ja, den Druck gibt es. Als Künstler hat sich unsere Haltung nicht geändert, denn wir haben das vorhergesehen. »Schlimm ist aber vor allem, dass die sogenannten Liberalen im Land dies nicht vorhergesehen haben.« ( Murat Ertel) Unser Leben jedoch hat sich verändert. Wir sind jetzt vorsichtiger. Wenn wir auf der Straße unterwegs sind, passen wir auf, nicht zu bestimmten Uhrzeiten an bestimmten Orten aufzutauchen. Man kann aber nicht die ganze Zeit Zuhause bleiben. Man muss mit anderen Leuten zusammenkommen. Gleichgesinnte kommen übrigens inzwischen mehr zusammen, um für die gute Sache zu kämpfen. Das ist eine gute Entwicklung.

Während die Situation in der Türkei sich weiter verschlechtert, kommen weniger ausländische Besucher nach Istanbul, speziell aus westlichen Ländern.
Das ist stark zu spüren. Der Tourismus fällt größtenteils aus. Das ist sehr schade, denn Tourismus und Kultur sind stark miteinander verknüpft. Sogar unsere Regierung sieht das so: Das Kulturministerium wurde ins Tourismusministerium eingegliedert. Wenn jetzt der Tourismus ausfällt, fällt auch die Kultur aus. Eine der besten Sachen von Istanbul war der Kosmopolitismus dieser Stadt, voller Griechen, Juden, Armenier, und Leuten, die von überall her kamen.

Wirkt sich dieser Rückgang an westlichen Touristen auch auf eure künstlerische Arbeit aus? Gibt es dadurch zum Beispiel weniger interkulturellen Austausch in der Stadt?
Murat Ertel: Ich denke schon. Man sieht es nur noch nicht. Viele der Künstler, mit denen ich befreundet bin, die in Europa, Kanada oder den Staaten arbeiten, haben diesen Austausch natürlich noch. Aber was wird mit der neuen Generation sein? Wenn es so weitergeht, wird es sehr schwierig für uns. Aber ich bleibe optimistisch. Glücklicherweise haben wir das Internet, so dass wir uns austauschen können. Nicht in der realen Welt, aber in einer anderen Welt, einer anderen Dimension.

Die erste Welle des anatolischen Psychedelic kam in der Zeit der Militärputsche 1971 und 1980 zu ihrem Ende. Siehst du Parallelen zwischen damals und heute?
Nun ja, es war anders damals. Damals liefen Leute mit Maschinengewehren in den Straßen herum und töteten Menschen. Jetzt benutzen die Terroristen meist Bomben. Das ist ein großer Unterschied. Außerdem haben sich die Gefängnisse verändert. Ich hörte damals zum Beispiel Selda [Baǧcan] und schickte die Singles ins Gefängnis zu meinen Onkeln. Inzwischen haben sich die Haftbedingungen dramatisch verändert. Ich habe gerade ein Interview mit der im Dezember aus der Haft entlassenen Autorin Aslı Erdoğan gelesen, in dem sie beschreibt, wie die Gefängniswärter gezielt nach Blumen suchen, um sie zu vernichten. Die Gefängnisinsassen verstecken also ihre Blumen. Das finde ich unmenschlich. Genauso wie der Entzug von Trinkwasser, das ist auch inhuman.

Die Behandlung von Gefangenen ist also heute viel inhumaner als früher?
Genau. Ich erinnere mich, wie wir in meiner Kindheit Gefängnisbesuche gemacht haben. Die Insassen hatten alles, was sie brauchten: Plattenspieler und Bücher, sie waren im Austausch miteinander. Jetzt ist es steriler. Sie wollen, dass du dich allein und isoliert fühlst. Das ist nicht gut. Der Umgang sollte fair sein, doch er ist es nicht. Die türkische Öffentlichkeit brauchte 30 Jahre, um zu realisieren, wie schlimm die Militärputsche waren. Das ist eine ganze Generation. Es wird also 20 bis 30 Jahre dauern, bis die Öffentlichkeit bemerkt, was für ein Alptraum das gerade ist und was hier wirklich passiert. Dann erst werden die Leute das alles verstehen.

Glaubst du, deine Kunst, deine Musik, Baba Zula, hat eine Zukunft in diesen nächsten 20 Jahren?
Ach, ich weiß nicht. Wenn ich, und wenn wir, am Leben bleiben, denke ich schon. Aber ob wir am Leben bleiben ist die Frage. Das Leben ist kostbar. Und Musik bedeutet uns wirklich sehr viel, Musik ist eine Art zu leben. Sie ist so wichtig und so essentiell, weil sie unseren Schmerz lindert, uns die Kraft zu überleben gibt und uns zusammenkommen lässt.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 03.03.2016
Aziza Brahim
Abbar el Hamada
»Abbar el Hamada« von Abbar el Hamada erzählt von Migrationen ebenso wie von den Wurzeln einer Entwurzelten.
Music Review | verfasst 27.06.2016
Afro-Haitian Experimental Orchestra
Afro-Haitian Experimental Orchestra
Der Schlagzeuger Tony Allen wurde eingeladen mit haitianischen Musikern auf einem Konzert zu spielen. Dazu kam es nicht.
Music Review | verfasst 19.09.2016
Noura Mint Seymali
Arbina
Auf »Árbina«, dem zweiten Album von Noura Mint Seymali, gehen Rockmusik und die mauretanische Azawan-Musik eine intensive Verbindung ein.
Music Review | verfasst 16.03.2017
Tamikrest
Kidal
Seit 2006 praktizieren die malischen Musiker von Tamikrest einen zwischen Tuareg-Tradition und westlichen Einflüsse perfekt tarierten Rock.
Music Review | verfasst 31.03.2017
King Ayisoba
1000 Can Die
Auf »1000 Can DieG lässt King Ayisoba seine Kologo auch mal neben Synthesizerbässen stehen. Das Kräfteverhältnis ist noch nicht ganz tariert
Music Review | verfasst 13.06.2018
Ammar 808
Maghreb United
Als nordafrikanischen Futurismus bezeichnet Ammar 808 sein Konzept, das auf »Maghreb United« nun erstmals umgesetzt wurde.
Music Review | verfasst 30.04.2019
Altin Gün
Gece
Das zweite Album »Gece« der anatolischen Band Altin Gün ist großartig und hält auch locker dem Vorwurf kultureller Appropriationen stand.
Music Liste | verfasst 22.09.2017
Ausklang | 2017KW38
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste | verfasst 29.09.2017
Ausklang | 2017KW39
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt | verfasst 01.05.2018
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Essay | verfasst 06.10.2020
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Essay | verfasst 07.10.2020
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music News | verfasst 01.02.2021
Altin Gün
Exclusive Edition: »YOL«
Am 26.2. wird das neue Album von Altin Gün erscheinen. Es wird anders sein als die Schallplatten vorher. Exklusiv bei HHV Records wird es »YOL« in einer limitierten Purple Vinyl Edition geben.
Music Review | verfasst 16.07.2011
Scott Matthew
Gallantry's Favorite Son
Seine Songs sind minimalistische Gebilde, ehrlich und poetisch. Die Wirkung von Scott Matthew entfaltet sich nicht gleich.
Music Review | verfasst 09.12.2011
Dakota Suite & Quentin Sirjaqc
The Side Of Her Inexhaustible Heart
Chris Hooson ist eine verlorene Seele und er widmet jeden Song des Doppelalbums seiner Frau Johanna, die ihn jeden Tag rette.
Music Review | verfasst 29.05.2014
Elektro Guzzi
Observatory
Der Ansatz von Elektro Guzzi, mit analogen Instrumenten Clubmusik zu machen, ist nicht mehr neu. »Observatory« muss künstlerisch liefern.
Music Review | verfasst 25.04.2017
Joshua Abrams & Natural Information Society
Simultonality
Seit den 1990er Jahren ist Joshua Abrams eine feste Größe in Chicago. Mit »Simulatonality« soll er endlich hierzulande entdeckt zu werden.
Music Review | verfasst 27.09.2017
Jon Hassell
Fourth World Volume Two: Dream Theory In Malaya
Nur ein Jahr nach »Fourth World Volume One« veröffentlichte Jon Hassel den zweiten Teil. Er ist in vieler Hinsicht noch avancierter.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Es ist ein ungefiltertes Statement, das der Brite Snow Bone mit seiner dritten EP »Protoplanetary« in Vinyl ritzen lässt.
Music Review | verfasst 19.06.2015
Dele Sosimi
You No Fit Touch Am
»You No Fit Touch Am« von Dele Sosimi hat es einfach in sich: animalisch wild, instinktiv verständlich und einfach tierisch gut.
Music Review | verfasst 16.06.2015
Aidan Baker & Idklang
In The Red Room
Aidan Baker hat mit Idklang einen Partner gefunden, der seiner ausufernden Kunst einen formlosen Rahmen gibt.
Music Kolumne | verfasst 27.05.2015
Vinyl-Sprechstunde Spezial
Zugezogen Maskulin über Xatars »Baba Aller Babas«
Zugezogen Maskulin haben für uns gechattet. Frisch von ihrer Tour zurückgekommen haben sich Grim 104 und Testo der Musik eines anderen Rappers gewidmet: Xatars nämlich. Eine Spezial-Ausgabe der Vinyl-Sprechstunde.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music News | verfasst 19.06.2015
Ausklang | New Music Friday
Neue Musik von Seven Davis Jr., Fatoni et al.
Woche für Woche picken wir Tracks, die uns in den vorausgegangenen sieben Tagen nicht aus dem Kopf gehen wollten, deren Release auf den heutigen Tag fällt oder einem anderen Pseudogrund unterliegen. It’s new music, Raab!
Music Review | verfasst 18.06.2015
Hilde Marie Holsen
Ask
Für ihr bei Hubro Music erscheinendes Debüt »Ask« hat Hilde Marie Holsen fünf jazzige Stücke im Studio an der Akademie in Oslo improvisiert.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Celo & Abdi
Bonchance
Celo & Abdi knüpfen auf ihrem dritten Album »Bonchance« an den harten Sound des »Mietwagentapes« an.
Music News | verfasst 02.01.2012
Raekwon
Neues Mixtape »Unexpected Victory«
Der Chef serviert den Fans zum neuen Jahr mit Unexpected Victory sein erstes offizielles Free-Mixtape. Ein glänzend aufgelegter Raekwon und sein gewohnt starkes Beatpicking machen aus der Angelegenheit eines der ersten Highlights in 2012.
Music Liste | verfasst 19.12.2011
813
DJ Charts
Als Teil der aufstrebenden, vitalen russischen Beatmaker-Szene hat sich 813 mittlerweile einen Namen gemacht. Für unsere DJ-Charts verriet er seine zehn liebsten Stücke derzeit.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Dinosaur Jr
Green Mind
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.