Music Liste | verfasst 19.05.2017
Ausklang | 2017KW20
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Text Sebastian Hinz, Florian Aigner, Pippo Kuhzart, Kristoffer Cornils

V.A. - Danzas Electricas Webshop ► buy 3LP+7inch Wenn es ein Ding wäre, dass komische weiße Benelux-Dudes auf After Hours Bauchtanz aufführen, dann: hierzu. Musik aus 1001 zugedröhnten Nächten, die Kobra bleibt schlaff im Bastkörbchen liegen, der Dompteur trötet mit roten Augen und weißem Rand um den Mund trotzdem weiter. Es ist der Einstieg in eine Compilation auf dem Macadam Mambo, der Eintritt kostet genauso viel wie Hartmut Engler sagt. PK
 

Crème de Hassan - Technique & RiteWebshop ► buy: Vinyl LP Die geilste Ruckeldibumsigkeit des sich spät erhobenen Frühlings kommt von Crème de Hassan, die deinen Ayahuasca-Smoothie mit extra grindiger Yage abflocken. Dazu ausziehen, ins Leben einziehen und Erfahrungen überziehen wie einen aus Tierhäuten gestickten Sommermantel, in die brackigsten Flüsse springen und nicht aus denselben wieder herauskommen. Hach, und wenn du nach sechs Minuten »Touki Bouki / Krik Krak« mit trockener Mundfäule dein Spiegelbild siehst und, ach, merkst, wie sehr dich hier zwei Ableton-Füchse mit ihrer freiförmigen Appropriationsgeilheit vertrickst haben. Hach und Ach und – Krach! KC
 

Jac Berrocal / David Fenech / Vincent Epplay - WhyWebshop ► buy: Vinyl 7" Mit Creme de Hassan hatte sich mein Kollege Kristoffer ja schon die Sultanine dieser Woche gepickt. Der erste in der Reihe der Trostpreise geht dann an diese 7" aus dem Hause Blackest Ever Black. Was zunächst klingt, als hätten sie bei Dark Entries wieder eine 40 Jahre alte Entdeckung getätigt, bei der John Lydon auf Bruce Gilberts freidrehender Musik seine Stimme erhebt, stellt sich in der Beschäftigung als absolut gegenwärtig heraus. Jac Berrocal und David Fenech und Vincent Epplay haben auf »Why« so drei Stücke ersonnen, die aus der Zeit gefallen sind und auch wenig Bezugspunkte untereinander zulassen. SH
 

V.A. - Darling It's Hideous Webshop ► buy 12inch Hatte heute morgen frei. Internet ging nicht. »Even the good times are bad«. FA
 

Ectopia - Life Webshop ► buy LP Geige, einfachstes Drumset, und ein offensichtlicher unzufriedener Sprecher mit tuntigem Quak-Anklag in der Stimme. Ectopia haben noch nie Musik gemacht, mit der man sich »Best of Russel Westbrook 2017«-Videos auf YouTube angucken und sich dabei über Alison Brie im Töpferkurs unterhalten kann. Man muss sie in den neuen Kunstraum in dieser Off-Location ausführen. Auf Dauer also: leck mich, mach’ deinen Scheiß alleine, zur Abwechslung aber durchaus bereichernd. PK
 

Biosphere - The Petrified ForestWebshop ► buy Vinyl LP Mit Geir Jenssen habe ich in den vergangenen Jahren so einige Abenteuer erlebt. Wir waren in Tibet auf dem »Cho Oyu 8201m«, wir haben auf dem Gipfel des »Stromboli« dem Strömen der Lava gelauscht, sind nördlich des Polarkreises spaziert. Bei seinen Ausflügen zur Raumstation MIR (»Autour de la lune«) und zum Kernkraftwerk Mihama (»N-Plants«) musste ich ihn alleine ziehen lassen. Aber alles in allem reise ich gerne mit Biosphere. Dieses Jahr geht’s in einen versteinerten Wald (»The Petrified Forest«). Das wird was.SH
 

Joey Beltram - AonoxWebshop ► buy 2LP Joey Beltram, das war der mit »Energy Flash«, den Hoover-Chords und sowieso all things Gesichtsfasching. »Aonox« allerdings ist das, was auf den Kauleistenkater folgt: Selige Patschuli-Ausdünstungen, die von der ravenden Gesellschaft in Richtung Restrealität geblasen wurden. Ein Ocean of Sound aus geronnenem Schweiß, zerstäubtem Endorphin und rückwärts die Nase hochkriechenden Rührseligkeitstränchen. Nach 23 Jahren wieder da und mit dem geheimen Schlüssel ausgestattet, der einen Chill-Out-Room deines Vertrauens aufschließt. Spliff an, Peace out. KC
 

Paolo Modungo - Bruise D'Autonom Webshop ► buy 2LP Was bei Beltram noch eine potente Patchuli-Note vor sich herträgt, ist bei Paolo Madugno zu einer Myrrhe-lastigen, Microdosing-Ministranten-Party mutiert, Kekse, Topfschlagen und König Der Löwen VHS inklusive. Es soll mal Zeiten gegeben haben, da waren Tribal und New Age Schimpfwörter, 2017 weiß man das glücklicherweise besser. Awimbowäää, Awimbowäää. FA
 


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Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
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Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
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1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
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Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
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Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
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Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
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Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
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