Music Review | verfasst 23.11.2018
Mansur Brown
Shiroi
Black Focus, 2018
Text Nils Schlechtriemen
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8.0
Redaktion
Cover Mansur Brown - Shiroi

Mit Kamaal Williams hat Mansur Brown schon vor zwei Jahren für den warmen psychedelischen Fusion-Funk auf »Black Focus« zusammengearbeitet und wurde so einem breiteren Publikum bekannt. Damals waren auch Yussef Dayes und Shabaka Hutchings mit von der Partie, die sich im vielbeschworenen Jazz-Revival aus London mittlerweile eine eigene Reputation als grandiose Sessionmusiker erspielt haben. Hochkarätige Kollaborationen scheinen Mansur Brown immer noch zu liegen, hat er für sein Debüt »Shiroi« doch Robert Glasper an die Tasten und Thundercat an den Bass gezerrt. Von abendlicher Gelassenheit durchzogen, ergeht sich das Trio in einem fast schon ätherischen Sound, der die Qualitäten aller Mitglieder voll zur Geltung bringt. Technisch anspruchsvoll ist das – und erwartungsgemäß leichtfüßig realisiert. Doch muten die elf Stücke des Albums meist eher wie instrumenteller Hip-Hop an; Nu Jazz der mit virtuos entworfenen Samples jongliert und tatsächlich irgendwie modern klingt. Eine gewisse Eleganz strahlt die satte Produktion aus: Hier ergänzen sich Beats und Bass geradezu stromlinienförmig, wirkt die Musik trotz träumerischer Atmosphäre differenziert und urban, wie eine verregnete Gossenszene aus einem Cop-Drama der späten 1980er. Hauptverantwortlich für derlei Kopfkino sind Browns delikate Gitarrenlicks, die mit gedimmten Effekten schon mal an Fred Frith oder Buckethead erinnern. Einzelne Songs ragen zwar heraus, etwa das schwelgerische »Mashita« oder die Groovemeditation »Straight To The Point«. Doch funktioniert »Shiroi« eher am Stück, ähnlich einem Mixtape, das in aller Ruhe und vollen Zügen genossen werden will.

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