Music Review | verfasst 10.12.2018
Os Catedraticos
Ataque
Far Out, 2018
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Os Catedraticos - Ataque

Für viele wird er wohl immer der Mann mit »Also sprach Zarathustra« bleiben, der Fusion-Version von Richard Strauss’ Soundtrack für Kubricks Science-Fiction-Klassiker »2001« – oder so in etwa. Doch der brasilianische Pianist Eumir Deodato hatte, bevor er Anfang der 1970er Jahre in den USA eine neue Karrierestufe zündete, sich schon ein Jahrzehnt zuvor in seinem Herkunftsland einen Namen gemacht. Und etwa Platten mit seiner Band Os Catedráticos aufgenommen. Das Album »Ataque«, das auf Deutsch ganz ähnlich heißen würde, nur leicht anders geschrieben, erschien 1965, ziemlich zu Beginn von Eumir Deodatos Schallplattenlaufbahn als Bandleader. »Brazilian swing« nennt sich diese Mischung aus Bossa- und Samba-Jazz mit großzügigem Bläsersatz und Deodatos fast omnipräsenter Hammondorgel. Die Perkussion ist ähnlich gut vertreten wie die Blasinstrumente und sorgt bei Bedarf für energische Samba-Subtilität oder für elegant aufgefächerte Bossa-Rafinesse. Mit den Kollegen an Saxofon, Trompete und Posaune verträgt sich das prächtig, und wer die Orgel im Jazz gleichberechtigt neben allen anderen Tasteninstrumenten duldet, wird auch diese Sechziger-typische Tönung der Platte zu schätzen wissen. Wenn der eigene Geschmack anders gelagert sein sollte, kann es aber auch ein bisschen viel davon sein. Immerhin: Zur Entspannung greift Deodato ab und an auf ein schlichtes Klavier zurück.

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