Music Review | verfasst 16.04.2019
Guerilla Welfare
The Nature Of Human Nature
Musique Plastique, 2019
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Guerilla Welfare - The Nature Of Human Nature

Was wäre passiert, wenn Brian Eno seinerzeit für »My Life In The Bush Of Ghosts« nicht mit David Byrne ins Studio gegangen wäre, sondern mit Adrian Sherwood? Das kanadische Duo Guerilla Welfare gab in den 1980er Jahren eine mögliche Antwort mit seinem Entwurf von samplebasiertem Ethno-Dub-Funk. Die beiden Musiker Brian Schultze und Curtis Ruptash benutzten elektronische und akustische Instrumente, die sie mit Aufnahmen vor allem von Monologen zu Fragen wie Macht, Gewalt und unterdrückter Sexualität in Studiocollagen verarbeiteten. Zwei Alben und eine Cassette entstanden zwischen 1986 und 1991. In dieser Auswahl mit Schwerpunkt auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum kommt in zwei Stücken die Spoken-Word-Performance der Dichterin Mary Howes hinzu, was der Musik auf »The Nature Of Human Nature« ein wenig zusätzliche Dringlichkeit gibt. Die klaustrophobisch-repetitiven Arrangements von Guerilla Welfare haben ansonsten meistens genügend rhythmische Reibungsenergie, um sich selbst zu tragen, neigen hin und wieder aber auch zu einer etwas leeren Monotonie. Für das Angstgefühl, wie man es in den Kalter-Krieg-Achtzigern pflegte, ist dieser Ansatz gleichwohl durchaus angemessen, und sei es in nostalgischer Absicht.

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