Music Review | verfasst 27.03.2020
Knxwledge
1988
Stones Throw, 2020
Text Stefan Mertlik
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Redaktion
Cover Knxwledge - 1988

Trotz eines Grammys bleibt Knxwledge im Herzen der nerdige Beatbastler, der mit Vintage-Samplern Wunder vollführt. Nun bringt er mit »1988« sein zweites Album über Stones Throw heraus. Die 22 darauf enthaltenen Stücke spiegeln Knxwledges Gespür für massentauglichen Lo-Fi- und Experimental-Hip-Hop wider. Ohne ihren Anspruch zu verbergen, plätschern die 37 Minuten dahin. Knxwledges Stärke liegt im Finden und Verbinden der richtigen Soundfetzen. »1988« setzt auf einen durchgängig warmen Klang. Weder verworrene Drum-Loops noch wild zerhackte Samples unterbrechen den Hörfluss. Kicks und Snares setzt der Kalifornier an untypischen Stellen für eingefahrene Hip-Hop-Ohren. Dadurch versprüht die Musik einen analogen Charme, der sonst nur durch ein live eingespieltes Schlagzeug entsteht. Im Kern ist »1988« eine Instrumental-Platte, doch die vielen Vocal-Samples erwecken einen anderen Eindruck. Knxwledge schnippelt sich Acapellas zurecht und legt sie wie maßgeschneidert über seine Beats. Passt es besser zur Stimmung, pitcht er den Gesang in Chipmunk-Sphären. In »dont be afraid« klingt der virtuelle Gastsänger wie Michael zu Zeiten der Jackson Five. Wie ökonomisch diese Produktionsweise ist, beweist Knxwledge in »listen«. Hier samplet der 32-Jährige einen kompletten Gospelchor, der sich wie selbstverständlich über den weichen Drum-Loop legt. Dass der Produzent nicht nur eigenbrötlerisch Beats basteln kann, bewies er bereits durch Kollaborationen mit Kendrick Lamar und Anderson .Paak. Auch auf »1988« lässt sich der Kalifornier den Einblick in sein komplettes Können nicht nehmen. Das Abschlussstück »minding_my business« kratzt an der Fünf-Minuten-Marke und besticht durch ein poppiges Arrangement und extra aufgenommenen Gesang.

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