Music Review | verfasst 22.05.2020
Various Artists
Pacific Breeze 2: Japanese City Pop, AOR & Boogie 1972-1986
Light In The Attic, 2020
Text Kristoffer Cornils
Deine Bewertung:
/
Nutzer
6.8
Redaktion
Cover Various Artists - Pacific Breeze 2: Japanese City Pop, AOR & Boogie 1972-1986

Das Label Light In The Attic gehört zu den führenden Kräften des grassierenden Revivals für japanische Ambient- und City-Pop-Musik und legt nun den zweiten Teil der Compilation »Pacific Breeze« mit City Pop, Adult Oriented Rock (AOR) und Boogie beziehungsweise Funk- und Soul-Stücken vor. Neben einer Zusammenstellung von Japan Blues und »Tokyo Nights« auf Cultures Of Soul sowie der »Midnight In Tokyo«-Serie auf Mule Musiq steht diese keineswegs allein auf weiter Flur und kann anders als ihr Vorgänger nicht mit ganz so großen Namen – Taeko Ohnuki oder Haruomi Hosono etwa – glänzen. Stattdessen setzt die sich auf den Zeitraum zwischen den Jahren 1972 und 1986 erstreckende Compilation auf Beiträge von Eiichi Ohtaki oder Anri und begibt sich ansonsten auf eine Trüffeljagd durch hoch gehandelte Discogs-Schätze. Manche dieser Stücke sind auf Vinyl kaum noch zu haben, das Gros allerdings ist bekannt. Neben dem Wah-Wah-Funk der Mystery Kindachi Band, Anris Slo-Mo-Rock-Ballade »Last Summer Whisper«, dem Bassline-getriebenen Disco-Boogie von Piper sticht jedoch vor allem Kyoko Furatas »晴海埠頭« hervor – eine Perle, die allerdings schon 2016 auf der Werkschau »More Better Days« zu einem der wichtigsten Labels der frühen Achtziger enthalten war. »Pacific Breeze 2: Japanese City Pop, AOR & Boogie 1972-1986« bietet sich also zwar sicherlich als Einstiegswerk an, kann dem Bestehenden aber nicht allzu viel hinzufügen. Wer wirkliche Perlen sucht, wird anderswo fündig.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 21.02.2020
Various Artists
Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound
Die Compilation »Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound« feiert einen Produzenten, der Seattle geprägt hat wie kaum ein Zweiter.
Music Review | verfasst 22.05.2011
Various Artists
West Indies Funk
Nach Disc’O’Lypso gelingt dem Label Trans Air eine weitere hervorragende Zusammenstellung karibischer Klänge.
Music Review | verfasst 27.08.2011
Various Artists
West Indies Funk 2
Das Label Trans Air präsentiert einen weiteren Fund an raren Funkaufnahmen von den westindischen Inseln.
Music Review | verfasst 18.01.2012
Various Artists
Wheedle's Groove - Seattle's Finest in Funk und Soul 1965-1979
Light In The Attic legt jetzt eine Box mit zehn 7inches nach, die den Funk und Soul in Seattle in den Jahren 1965 bis 1979 beleuchtet.
Music Review | verfasst 09.07.2014
Lewis
L'Amour
Auf einem Flohmarkt taucht die Platte »L’Amour« eines Künstlers namens Lewis auf. Nun erscheint das Re-Release bei Light In The Attic.
Music Review | verfasst 01.12.2014
Sly Stone
I'm Just Like You: Sly’s Stone Flower 1969 -1970
Mit »I’m Just Like You: Sly’s Stone Flower 1969 -1970« muss man Sly Stone einfach wiederentdecken.
Music Review | verfasst 02.12.2016
Various Artists
The Microcosm: Visionary Music Of Continental Europe 1970-1986
Music for Feierabendeskapismus: Die New Age-Visionen des europäischen Kontinents liefern dank Light In The Attic den Weltfluchsoundtrack.
Music Review
Vril & Rødhåd
Out Of Place Artefacts
Vril & Rødhåd widment sich auf einem Konzeptalbum »Out Of Place Artefacts« und zeigen sich als zwei der begabtesten deutschen Produzenten.
Music Review
Legowelt
System Shapeshift EP
Schon fast ein Minialbum: Die »System Shapeshift EP« des niederländischen Produzenten Legowelt lebt von ihrer Rätselhaftigkeit.
Music Review
The War On Drugs
Live Drugs
Mit »Live Drugs« haben The War On Drugs aus Philadelphia nun auch ein eigenes Live-Album veröffentlicht.
Music Review
Klaus Schønning
Lydglimt
»Lydglimt«, das Debüt des dänischen New-Age-Pionierts Klaus Schønning aus dem Jahre 1979 wurde jetzt bei Frederiksberg wiederveröffentlicht.
Music Review
Eloquent & Torky Tork
Modus Minus
»Modus Minus«, das Album von Eloquent und Torky Tork, zeigt, was einen guten Rapper ausmacht: Die Bereitschaft zur Weiterentwicklung.
Music Review
Yas-Kaz
Virgo Indigo
Nachdem zuletzt Yas-Kaz’ LP »Jomon-Sho« neu aufgelegt wurde, folgt nun ein Reissue von »Virgo Indigo« aus dem Jahr 1986.
Music Review
Nick Cave
Idiot Prayer Nick Cave Alone At Alexandra Palace
Mit »Idiot Prayer: Nick Cave Alone At Alexandra Palace« hat der australische Songpoet die perfekte Lockdown-Performance kreiert.
Music Review
Tunes Of Negation
Like The Stars Forever And Ever
Sam Shackletons Projekt Tunes Of Negation ist mit »Like the Stars Forever and Ever« nicht nur far out, sondern auch seiner Zeit weit voraus.
Music Review
Autechre
PLUS
Nur wenige Wochen nach »SIGN« lassen Autechre »PLUS« folgen. Qualitativ bleiben auch hier keine Wünsche offen.
Music Review
Overmono
Everything U Need
Macht die Dancefloors wieder auf! Mit »Everything U Need« balanciert das Bürderpaar Overmono erneut zwischen Melancholie und Euphorie.
Music Review
Group Rhoda
Passing Shades
Ihr viertes Soloalbum »Passing Shades« hat die als Group Rhoda bekannte Musikerin Mara Barenbaum soeben bei Dark Entries veröffentlicht.
Music Review
Oneohtrix Point Never
Magic Oneohtrix Point Never
Flirrende Schönheit, Banalität und Verwirrung gehören ganz selbstverständlich dazu, auf »Magic Oneohtrix Point Never«.
Music Review
Brian Eno
Film Music 1976-2020
Mit »Film Music 1976-2020« liegt nun ein Querschnitt der cineastischen Arbeiten des »Nicht-Musikers« Brian Eno vor.
Music Review
William Basinski
Lamentations
Zeigemäßes zur Unzeit: William Basinski legt mit »Lamentations« sein vielleicht bestes Album seit den »Disintegration Loops« ab.
Music Review
Dizzee Rascal
E3 AF
Dizzee Rascal kehrt zu seinen Wurzeln zurück, macht aber auch Drill. Kurzum: »E3 AF« ist die LP, die »Raskit« hätte sein sollen.
Music Review
Jabu
Sweet Company
Auf »Sweet Company« zeigt sich das Trio Jabu ausnahmsweise gut gelaunt. Der Musik fehlt trotzdem etwas. Das ist das Tolle daran.
Music Review
Emily A. Sprague
Hill, Flower, Fog
Schönheit im Reinzustand: Aus den USA kommen dank Emily A. Sprague und ihrem Album »Hill, Flower, Fog« endlich entspannte Signale.
Music Review
Camila Fuchs
Kids Talk Sun
Das Duo Camila Fuchs hat sein Zweitwerk »Kids Talk Sun« in der pittoresken Stadt Sintra in Portugal eingespielt. Das ist ihm a
Music Review
Meitei
Kofū
Mit dem Album »Kofū« beschließt Meitei seine Trilogie zu »japanischen Stimmungen«. Es ist seine bisher dynamischste Platte.
Music Review
Route 8
Rewind the Days of Youth
Auf seiner Debüt-LP braust Route 8 mit offenem Verdeck Richtung Vergangenheit. Vorgestrig ist »Rewind the Days of Youth« aber keineswegs.
Music Review
Michal Turtle
Michal Turtle Reinterpreted
Auf »Michal Turtle Reinterpreted« remixen sich zwölf Artists durch das in letzter Zeit wiederentdeckte Archiv des mysteriösen Briten.
Music Review
ana roxanne
Because of a Flower
Mit »Because of a Flower« gelingt ana roxanne das Meisterstück, ihren Sound auszudifferenzieren und stringenter denn je zu klingen.
Music Review
Various Artists
Endlich Normale Menschen Volume 1
Die zweite Ausgabe der Ear Clip Series heißt »Endlich normale Menschen Volume 1«, wurde von Low Bat kuratiert und ist wunderbar verwirrend.
Music Review
John Beltran
2020
John Beltran beschließt die Lost Canvas Series des Labels Mystic & Quantum mit »2020« und sehnt sich in einem Katastrophenjahr weit weg.
Music Review
Trees Speak
Shadow Forms
Mit »Shadow Forms«, ihrem zweiten Album in diesem Jahr, arbeiten sich Trees Speak weiterhin an Krautrock ab. Und zwar mit Erfolg.
Music Review
Various Artists
La Locura de Machuca 1975-1980
»La Locura de Machuca 1975-1980« versammelt abseitige Cumbia-Stücke. Das Gros wurde von einem abtrünnigen Steuerrechtsexperten komponiert.
Music Review
Parbleu
Danse Cette Zik
Parbleu ist das Projekt von Andrea Tartaglia und »Danse Cette Zik« sein farbenfrohes Debütalbum. So entspannt sollte die ganze Welt sein.
Music Review
Mr. Bungle
The Raging Wrath Of The Easter Bunny Demo
Eine bekackte Demo von 1986 wiederzuveröffentlichen ist das most Mr. Bungle thing, zu dem Mike Patton imstande ist.
Music Review
Terrace Martin, Robert Glasper, 9th Wonder, Kamasi Washington
Dinner Party EP
Lasst die »Dinnre Party EP« niemals enden: Terrace Martin, Robert Glasper, 9th Wonder und Kamasi Washington machen gemeinsam superbe Musik.
Music Review
Yuki Hayashi
OST My Hero Academia: Heroes Rising
Yuki Hayashi’s toller Soundtracks zu »OST My Hero Academia: Heroes Rising« erscheint jetzt auf Vinyl.
Music Review
Charlotte de Witte
Rave On Time
Solides Handwerk, keine Kunst: Auf der EP »Rave On Time« arbeitet sich Charlotte de Witte am Acid Techno der neunziger Jahre ab.
Music Review
Zenker Brothers
Cosmic Transmission
Auf »Cosmic Transmission«, dem neuen Album der Zenker Brothers, ist eher eine ruhigere Gangart angesagt. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Music Review
Glenn Astro
Homespun
Eine der abenteuerlustigsten Clubmusik-Platten des Jahres: Glenn Astro hat sein neues Album »Homespun« auf Tartelet veröffentlicht.
Music Review
Naná Vasconcelos with Agustín Pereyra Lucena
The Incredible Nana
Das 1971 eingespielte Debüt des brasilianischen Percussionisten Naná Vasconcelos »The Incredible Nana« wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Kangding Ray
61 Mirrors / Music for SKALAR
Kangding Rays Musik für SKALAR, seine gemeinsame A/V-Installation mit Christopher Bauder, funktioniert prächtig als alleinstehendes Album.
Music Review
Felbm
Tape 3 & 4
Der Niederländer Felbm veröffentlicht mit »Tape 3 & 4« vierzehn unaufgeregte Jazzminiaturen auf Soundway.
Music Review
Loscil
coast/range/arc//
Das 2011 erschienene Album »coast/range/arc//« von Loscil führte durch frostige Bergwelten. Kranky hat es in erweiterter Form neu aufgelegt.
Music Review
Public Enemy
What You Gonna Do When The Grid Goes Down?
Kein bisschen leise: Public Enemy sind zurück auf Def Jam legen mit »What You Gonna Do When The Grid Goes Down?« ihr 15. Studioalbum vor.
Music Review
Machinedrum
A View Of U
Machinedrum ist weiterhin auf der Suche nach der Erleuchtung durch Trips. »A View Of U« ist wiederum keine Offenbarung.
Music Review
Minoru Fushimi
Hakodate Lady
»Hakodate Lady«, 1983 veröffentlichter, vielleicht wichtigster Release von Minoru Fushimi, wurde jetzt bei Left Ear wiederveröffentlicht.
Music Review
Azymuth, Ali Shaheed Muhammad & Adrian Younge
Jazz Is Dead 004
Ali Shaheed Muhammad und Adrian Younge haben sich für »Jazz Is Dead 004« die brasilianischen Legenden Azymuth eingeladen.