Film Review | verfasst 16.12.2011
A Tribe Called Quest
Beats, Rhymes & Life: Travels Of ATCQ
Sony Pictures, 2011
Text Florian Triesch
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Redaktion
Cover A Tribe Called Quest - Beats, Rhymes & Life: Travels Of ATCQ

Eigentlich schildert Regisseur Michael Rapaport in seinem Film über eine der wohl einflussreichsten Rapformationen der 1990er Jahre die Geschichte einer Männerfreundschaft – von der gemeinsamen Passion im Jugendalter hin zur schreitenden Entzweiung im Rahmen wachsenden Erfolges. Diese Handlung, dramatisch, spannend und aus verschiedenen Perspektiven erzählt, macht die Dokumentation Beats, Rhymes & Life: Travels Of A Tribe Called Quest nicht bloß für Fans interessant. Den Soundtrack, koordiniert von Madlib und Peanut Butter Wolf, bilden diverse ATCQ-Klassiker, die die Szenen passend untermalen und zum direkten Griff ins Plattenregal animieren. Darüber hinaus liefert insbesondere die Aufarbeitung der Anfänge interessante Einblicke in die damalige Rap- und Hip Hop-Szene sowie das private Leben der einzelnen Mitglieder. Danach werden chronologisch die wichtigsten Band- und Lebensereignisse erzählt und, spannend für Fans, viele lyrische Zusammenhänge und Querverweise erklärt, was so manche offene Frage schließen sollte. In Nebenrollen treten dabei Gastkommentatoren wie z.B. Red Alert, Black Thought, Prince Paul, Questlove, Large Professor, Pete Rock, Busta Rhymes und De La Soul auf. So bekommt man im Laufe der 100 Minuten einen guten Eindruck von der Entwicklung und Bedeutung von ATCQ, sowie ein Verständnis für die vier verschiedenen Charaktere innerhalb der Band und den Konflikt, der zur Trennung führte – treffend zusammengefasst von Phife (hinsichtlich Q-Tip): »I guess we call it a love-hate relationship«. Doch hier hört die Geschichte nicht auf, denn auch was danach geschah, zeigt Rapaport, und lässt dabei die Frage aller Fragen nach einem weiteren Album unbeantwortet. Mit etwas Glück für die Fans ist das Ganze Teil einer geschickten Marketingkampagne, denn im Abspann der DVD wird ganz nebenbei erwähnt, dass laut Vertrag mit der Plattenfirma Jive noch ein A Tribe Called Quest-Album offen ist. Die Band selbst schließt dies offiziell zwar nicht aus, dementiert jedoch gleichzeitig. So oder so gilt abschließend Q-Tips Analyse zum Stellenwert der Band insgesamt: »I think the reason why ATCQ is still relevant today is truth, is honesty. We never sold the spirit, we never compromised«.

Dein Kommentar
1 Kommentare
16.12.2011 22:57
Tony Kunstmann:
Super Doku! Sehr ehrlich und interessant! Sollte man auf jeden Fall zugreifen!
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