Review

DJ Muggs

Silver Cloud

Madlib Invazion • 2024

Seine musikalische Karriere begann er als DJ und Produzent der Hip-Hop-Gruppe Cypress Hill, die in den 1990er Jahren über das Leben auf den Straßen von Los Angeles rappte und damit den West-Coast-Soundtrack jener Zeit mitprägte. Dass DJ Muggs dem Gangsta-Rap-Kosmos allmählich entwachsen ist, scheint klar. Doch sein neuestes Album ist das Sahnehäubchen auf seinem Gangster-Ruhestand.

»Silver Cloud« nennt sich sein Solowerk, auf dem ausnahmsweise mal keine Rap-Lyrics von Feature-Gästen zu hören sind. Stattdessen eben einfach Beats und Synths ohne jegliche Hip-Hop-Ambition. Das Album listet insgesamt 17 Titel. »Long Lizard« klingt nach jazzigen Lofi Beats, »Rockapelle« reiht Klavierakkorde aneinander und zwischendrin lässt Muggs mit Titeln wie »Angel Dust« etwas zugespitzte Sentimentalität entstehen.

All in all wirkt die Platte wie eine Compilation aus Hotel-Lobby-Ambiente und sachten Lofi-Studie-Beats, die zwar nicht umhauen, aber wenigstens für etwas Entspannung unter Gangster-Rappern sorgen. DJ Muggs scheint es niemandem mehr beweisen zu müssen und vielleicht liegt es nun einfach im Trend, mit etwas esoterisch sanften Produktionen aus dem Hip-Hop-Geschäft auszusteigen – so wie es André 3000 im vergangenen Jahr bereits mit seinem Solo-Debüt »New Blue Sun« vormachte.