Books Review | verfasst 28.06.2013
Alain KET Mariduena
Hall Of Fame New York City
From Here To Fame, 2012
Text Grashina Gabelmann , Übersetzung Julia Hinz
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Redaktion
Cover Alain KET Mariduena - Hall Of Fame New York City

Von den U-Bahnen auf den Schulhof – in den 1980er Jahren gingen New Yorks beste Graffitikünstler zurück zur Schule, nachdem sie in der Stadt erfolgreich ihre Fähigkeiten gezeigt hatten. Sie verlagerten ihren Fokus von den Zügen auf einen konkreten Schulhof in New York Citys East Harlem, wo sie abhängen konnten und die Zeit hatten ihre Arbeit zu perfektionieren, nachdem sie in den U-Bahnen ihre Pflicht getan hatten. Es wurde schnell zum Museum der Talentiertesten, ein Initiationsritus, ein Wettkampf zwischen der Creme de la Creme. Es war die Hall of Fame. »Hall of Fame« ist auch der Name des Buches, welches die Geschichte dieses Schulhofs in sechs chronologischen Kapiteln erzählt. Die Geschichte der Graffitisehenswürdigkeit, auf dessen Wänden sich »Strictly Kings and Better« verewigen durften, wird anhand einer Anekdote und einem Haufen Bilder und Zitate dargestellt. Wenn auch die Hall of Fame-Geschichte wie auch Harlems soziales Klima dieser Zeit (dominiert von Gewalt, Armut und Drogen) erklärt wird, so dürfte dieses Buch doch für absolute Graffitianfänger weniger interessant sein, da die Namen der Graffitikünstler fallen gelassen werden, ohne jedoch groß eingeführt zu werden, so dass ein Wirrwarr an Namen wie DC3, Sho, JonOne und TCD auf einen einprasselt. Wenn du die NYC-Graffitiszene bereits kennst, dann super – wenn nicht, werden dir diese Namen nach dem Lesen dieses Buches nicht vielmehr sagen als vorher. Das Buch hat ein Querformat, was toll zum Durchblättern ist, doch es macht nur an den Stellen Sinn wo die gedruckten Fotografien große Teile der Wände zeigen. Generell mangelt es dem Designwork an Kreativität und scheint nicht gut durchdacht zu sein, speziell in Bezug darauf, dass dieses Buch eine Homage an ein Stück visueller Geschichte sein soll. Quantität vor Qualität war hier leider das Mantra und die Zitate zwischen den vereinzelten Anekdoten, die die Geschichte beleben sollen, werden hier und da eingestreut, zwischen, neben und unter die Bilder gequetscht. Nicht nur die Plazierung der Zitate erscheint merkwürdig, sondern auch zum Teil ihr Inhalt, da sie die chronologische Orientierung, die die Kapitel vorgeben, nicht aufgreifen und wieder: wenn du nicht weißt, wer DOC, Chain3, Case 2 oder Stan153 sind, ist es nur eine Ansammlung unzusammenhängender Gedanken, die irgendwer mal geäußert hat. Nichtsdestotrotz ist das Durchblättern durchaus interessant, um ein Gefühl von dem Stil zu bekommen, der New Yorks Graffitiszene in den 80ern und frühen 90ern dominierte.

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