Music Review | verfasst 27.11.2015
Knowsum
Hi-Hat Club Vol.7: Hyasynthus
Melting Pot Music, 2015
Text Christian Neubert
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Redaktion
Cover Knowsum - Hi-Hat Club Vol.7: Hyasynthus

Lo Fi-Electronica, die einem Science-Fiction-B-Movie entlehnt sein könnten, treffen auf psychedelische Jazz-Anleihen, eingerahmt von reduzierten Drums: »Hyasinthus«, Knowsums Beitrag für Melting Pot Musics Hi-Hat Club-Serie, geht in Sachen Einflußvielfalt in die Vollen, übt sich trotzdem in angenehmer Zurückhaltung und ist insgesamt schwer zu verorten. Und das nicht nur, weil seine schrägen, fragmentarischen, sich auch gerne mal an der Grenze zu Dissonanz bewegenden Arrangements frei zu schweben scheinen: Die Orgelsounds geben sich orgiastisch, obwohl sie mitunter etwas verschämt zwischen den stolpernden Kicks und Snares hervorblitzen, die Stimmen von Anne-Luise Hofmann, Salami Rose Joe Louis und Jean-Foucaud Rouxbelle steuern das gewisse Mehr an Soul bei, die Harmonien bleiben diffus und schwer greifbar – und packen trotzdem. Alles ist wohldosiert. Der Track »Mumps« hat mit seinen Wobble-Bässen, seiner dunkeltiefen Kick und seinen hektischen Hi Hats seinem Titel gemäß durchaus fette Backen, ohne allzu krank zu sein. Und bei »Klingsor« verquickt Knowsum die Windsors mit Klingonen zum Beat, sprich: blaublütige Sommerfrische trifft auf schlanke Birds-of-Preys, die ihre Kommandobrücke ja bekanntlich im Kopf haben. So muss das sein! Vermutlich funktioniert das alles so gut, weil Knowsum es genauso macht, als ob er als die Hälfte seines Rap-Duos Luk&Fil agieren würde: Er gießt die Blumen des Bösen ohne Argwohn, weswegen wir nun die »Fruits Of Doom« ernten können.

Das Album »Hi-Hat Club Vol.7: Hyasynthus« von Knowsum findest du bei hhv.de: LP
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