Music Review | verfasst 15.02.2016
Manuel Göttsching
E2-E4
MG ART, 2015
Text Niki Matita
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Redaktion
Cover Manuel Göttsching - E2-E4

Das Schachspiel ist ein beliebtes Motiv auf Schallplattenhüllen und ist nicht auf ein bestimmtes musikalisches Genre festzulegen. Auf den Tonträgern selbst ist dann oft klanglich keine Verbindung mehr zum Großen Spiel der Damen zu finden. Anders bei Manuel Göttsching. Der Gitarrist der Berliner Band Ash Ra Tempel (später: Ashra) benannte sein erstes Solostudioalbum »E2-E4« nach einer klassischen Eröffnung, bei welcher der Königsbauer zwei Schritte ins Feld macht. Auch kann eine Gitarre von der höchsten Saite E2 bis zur tiefsten Saite E4 gestimmt werden. So konzeptuell wie es sich liest, klingt es auch: Manuel Göttsching übernimmt dieses Prinzip und spielt die zwei verwendeten Akkorde über knapp eine Stunde mit Gitarre und Sythesizer und teilt sie in Stufen ein, die den 9 Titeln entsprechen. Diese Titel der einzelnen Stücke gehen wiederum auf Schachbegriffe und Phasen des Spiels zurück. Manuel Göttsching nahm das Album an einem einzigen Termin am 12.12.1981 im Berliner Studio Roma auf. In seiner formalen Strenge und Einfachheit wurde das Album zum minimalistischen Meilenstein der elektronischen Musik überhaupt – und unterscheidet sich drastisch von der Rock-orientierten opulent-sphärischen Musik seiner Band Ashra. Es inspirierte Größen des Minimal Techno und des House. So wurde es 1989 vom italienischen Projekt Sueño Latino gesampelt und Carl Craig veröffentlichte 1994 als Paper Clip das Stück »Remake (Duo)« – eine Technoversion von »E2-E4«, ebenso wie Basic Channel (Mark Ernestus und Moritz von Osswald). Die anlässlich des 35. Jubiläums des Erscheinens aufgelegte 22.Version des Albums ist um eine Live-Version erweitert.

Das Album »E2-E4« von Manuel Göttsching findest du bei hhv.de: LP
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