
Warum ich mir Young Thugs exaltierten Wahnsinn hingegen bereitwillig anhöre und nicht bei jeder Gelegenheit ächze, dass der regenbogenfarbene uneheliche Sohn von Weezy und Future all das ist, was man als Kendrickianer am Spiel verachten kann, weiß ich selbst nicht. Fest steht aber, dass auch der Thugger sich mit dem Albumformat nicht unbedingt einen Gefallen getan hat. »Barter 6« ist wieder eines dieser Post-Post-Post-Rap-Alben, aus dem man sich 20 Minuten fürs iPhone zusammenschustert und den Rest sofort wieder vergessen hat. Was hier allerdings völlig in Ordnung ist, weil genau jene künstlerische Selbstüberschätzung, die Tyler the Creator mittlerweile zu einem solch schwierigen Fall macht, in der durch »Worldstar« und »Audiomack« geprägten Welt von Young Thug keine Rolle spielen.






Vielleicht das beste Beispiel für obigen Umstand: Samo Sound Boy faselt in den Promointerviews zu »Begging Please« etwas von Marvin Gaye, End Credits und Trennungsschmerz, hantiert freizügig mit warmen Vocalsamples über seltsam artifizielle Bedroom-Beats und dabei raus kommt was? Ja, das eigentliche neue Shlohmo-Album. Die Welt ist ungerecht.
Ich weiß nicht, weshalb ich mir das angetan habe, aber so ein wenig packt mich ja doch immer der Ehrgeiz, in diesem dampfenden PC Music Haufen irgendetwas zu finden, was die Cutting Edge Bonners von Fact bis Dummy in diese, überzuckerten Kirmes-Pop für Candy Crush Addicts Auswurf zu sehen scheinen. Sagen wir es so: ich bereue jede einzelne der knapp 40 Minuten dieser Compilation und fühle mich endlich alt.






