Aigners Inventur – August 2011

21.09.2011
Unser Kolumnist vom Dienst nimmt sich unter anderem der Miami Heatisierung des Rapspiels an, erötert warum nur Omar-S tun kann, was er tut und wie Slug es geschafft hat, sich die ganzen verwirrten Mädchenseelen vom Leib zu halten.
Jay-Z & Kanye West
Watch The Throne Deluxe Edition
Def Jam • 2011 • ab 21.99€
Natürlich fangen wir mit der Miami Heatisierung des Rapspiels an. Jay-Z und Kanye West fordern uns kleine Lichter auf den Thron zu inspizieren. Nur kucken, nicht anfassen. Und wie es sich für ein solch übergeschnapptes Projekt gehört, ist Watch The Throne zu jeder Sekunde larger than life, vertonte Megalomanie, die mit Kontoauszügen, Production Credits, Features, Video-Regisseuren und Cover-Gestaltern eindrucksvollst untermauert wird. Gerade aus der Dynamik zwischen den beiden Protagonisten, einem völlig abgeklärten S-Punkt Carter im Beach Chair-Modus und einem immens hungrigen Mister West, entsteht hier ein Blockbuster nach dem anderen. Man kann solche Sachen mit Realness-Faschismus und Hörer-Entfremdung kaputt reden, die Douchebag-Polizei anrufen oder aber sich über eine großartige Show freuen. Denn im Gegensatz zur gescheiterten South Beach Posse, hat dieses Duo nämlich genauer bei Oli Kahns Cochones-Ansage zugehört.

Lil Wayne
Tha Carter IV
Universal • 2011 • ab 3.99€
Und weil es so schön war, legen demnächst Lil Wayne und Drake mit ihrer Interpretation von Watch The Throne nach. Vorher aber genießt Weezy das Leben in Freiheit mit The Carter IV, einem Album, mit dem er vermutlich nicht unbedingt neue Freunde gewinnen wird. Fürsprecher hingegen werden sich wieder köstlich über diese immer zwischen inkohärentem Gebrabbel und genialischem Wortwitz alternierenden Reimsalven in Waynes patentiertem Weirdo-Flow freuen. So hungrig wie auf 6 Foot 7 Foot und Megaman klang Babys Schützling jedenfalls lange nicht mehr. Und wer die Lasagne-Line noch nicht in sein alltägliches Vokabular aufgenommen hat, staubt halt weiter seine Little-Brother-Alben ab.

Game, The
The R.E.D. Album
Geffen • 2011 • ab 16.99€
Der nächste Großkopferte, der im Spätsommer perfekt gemastertes Breitwandkino feil bietet: The Game, Compton, L.A. Ja, die üblichen Schwächen hat er auch auf The R.E.D. Album nicht abgelegt. Erneut erstellt man nach dem ersten Namedrop unweigerlich ein Register und hakt im weiteren Verlauf die üblichen Begriffe ab. Lebron – check, Impala – check, Dr. Dre – double check. Auch die Tatsache, dass The Game sich stets seinen Gästen anpasst und über den rasiermesserscharfen Beat von Premier auf einmal klingt wie Nas, im Verbund mit Tyler Und Jeezy dann wie der Goblin und der Schneemann, mag Fremdscham provozieren. Aber verdammt nochmal, wenn dieser Typ nicht mit einem göttlichen Ohr für den richtigen Beat an der richtigen Stelle gesegnet ist, mach ich den McLane aus Die Hard III für euch.

Paul White
Rapping With Paul White
One Handed • 2011 • ab 15.99€
Dass Paul White früher oder später ein nicht instrumentales Album produzieren würde, lag so auf der Hand wie der Lauf der Gun, um mal die Kollegah Punchline-App zu bemühen. Dabei ist White aber schlau genug, bei Madlib zu spicken und die Rap-Tracks durch zahlreiche Beat-Interludes zu kontextualisieren und dadurch dafür zu sorgen, dass Rapping With Paul White nie wie eine Compilation wirkt. Außerdem haben Whites, nach wie vor stark auf psychedelischen Samples fußende, Instrumentals hier auch deutlich mehr Punch als auf dem Vorgänger.

Roc Marciano, Alchemist & Oh No
Greneberg
Decon • 2011 • ab 15.99€
Noch wesentlich schnörkelloser programmiert wird auf Greneberg, der Kollabo-EP von Roc Marciano, Alchemist und Oh No. Es ist vielleicht das größte Kompliment, das man dieser Zusammenarbeit machen kann, wenn man sagt, dass sie exakt so klingt, wie man das erwartet hätte. Die loopige Ästhetik, die Marcberg dominiert hatte, wird durch die klaustrophobischen Beats von Alchemist und die Oh No’sche Unberechenbarkeit noch facettenreicher und ermöglicht es vor allem Marciano seinem Ruf als Go-To-Guy in Sachen Gutter Shit mehr als gerecht zu werden.

Timbo King
From Babylon To Timbuk2
Nature Sounds • 2011 • ab 13.59€
Ebenfalls konsequent an irgendwelchen Cloud-Rap-Trends vorbei rappt Timbo King, seines Zeichens Wu-Tang Killerbiene und ein Traditionalist vor dem Herrn. Vor allem wenn Bronze Nazareth, der nun schon seit einigen Jahren viel Rza’eskere Beats macht als Herr Diggs selbst, Timbos relativ simple, aber überzeugend vorgetragene Reime mit allerlei Shaolin Soul unterstreicht, ist From Babylon To Timbuk2 ein kurzweiliger Trip in die späten Neunziger.

Grieves
Together / Apart
Rhymesayers • 2011 • ab 26.99€
Was sich die Jungs von Rhymesayers dabei gedacht haben, eine weitestgehend talentfreie Emo-Heulboje mit rudimentären Reimschemata und Klischee beladener Elementarpoetik unter Vertrag zu nehmen, wurde auch durch Grieves’ Langspieldebüt Together/Apart nicht eindeutig geklärt. Kuckt man dann die dazugehörigen Videos, könnte Grieves eine betriebswirtschaftlich äußerst clevere Synergiestrategie sein, um Slug die kleinen Schwestern der Suicide Girls vom Leib zu halten.

Tufu
Hässlon
Sichtexot • 2011 • ab 14.99€
Mit Hipstermädels wenig am Hut hat Tufu. Stattdessen besinnt sich Hässlon auf den global gesehen momentan reichlich unhippen Boom-Bap-Kanon, ohne stilistische Brechung oder Erweiterung. Jazzy Samples und lakonische Betonung – das kennen wir doch irgendwoher. Tufus Problem ist dabei nicht unbedingt, dass er klingt wie der Cousin des Retrogottes, sondern eher, dass er es nicht verhindern kann, dass einen Hässlon primär daran erinnert, Jetzt schämst du dich endlich mal wieder auf die Teller zu legen.

Ras G
Down 2 Earth
Ramp • 2011 • ab 15.99€
Es ist gar nicht so einfach bei Ras Gs stetem Output den Überblick zu behalten; ein Umstand, der eine weitere Parallele zu seinem offensichtlichsten Einfluss (ja, Otis Jackson Jr.) herstellt. Für Ramp hat Ras G nun vielleicht sein bisher fokussiertestes Beattape vorgelegt. Down To Earth ist dubbige, schön sequenzierte Wissenschaft der L.A.’schen Schule, deren einziges Ärgernis die nach wie vor zu oft eingestreuten “Oooooh Ras†œ-Drops sind.

Thundercat
Golden Age Of Apocalypse
Brainfeeder • 2011 • ab 4.32€
Derweil entfernt sich Flying Lotus immer weiter von herkömmlichen Beat-Dogmen und schneidert dem ehemaligen Suicidal Tendencies Bassisten Thundercat ein sperriges Album auf den Leib, das sich am ehesten im Jazz verorten lässt, aber auch dort wild durch die Sparten turnt. Manchmal klingt Golden Age Of Apocalypse sogar nach der schrecklich uncool gewordenen frühen Broken Beat Ära, dann wieder wie ein akademisches Dam-Funk-Update. Mutig, aber unterm Strich nicht annährend so packend wie Fly Los Solounternehmungen.

Andrés
III
Mahogani • 2011 • ab 15.99€
Um die Wurzeln afroamerikanischer Musik weiß selbstverständlich auch Andres, der auf der kurzen, aber erneut essentiellen EP III wieder unangestrengter als alle anderen Hip Hop und House zusammenbringt, zusammengehalten durch den gemeinsamen Nenner Soul. Auf der A-Seite hat Andres zwei dieser unfassbar leichtfüßigen House-Grooves platziert, während die B-Seite verdeutlicht, dass Andres viel Zeit mit einem gewissen James Yancey verbracht hat. It’s a Detroit thing!

Hud Mo
Pleasure EP
Pleasure Principle • 2011 • ab 13.99€
Glitzernder und artifizieller geht es erwartungsgemäß auf Hudson Mohawkes neuen EPs zu. Während er auf der über Warp veröffentlichten Satin Panthers EP kristalline Synth-Spuren, sperrige Rhythmen und Drummerboy-ismen verbindet, konzentriert er sich auf dem Bootleg Pleasure Principle auf extrem sleazige R&B Remixes, die beweisen, dass nicht nur Chris Brown Hud Mos Nummer im Blackberry haben und Hud Mo, gemeinsam mit The-Dream zum momentan besten R&B-Produzenten gekrönt werden sollte. Spätestens seit Timbos Frühphase ein alter Hut, aber doch immer wieder bemerkenswert wie spektakulär sich mehrere Oktaven durchdeklinierenden Herschmerz- und Schlafzimmer-Allgemeinplätze mit musikalischem Futurismus verbinden lassen.

Jener The-Dream schenkt uns unterdessen eine neue LP unter seinem bürgerlichen Namen Terius Nash, der man anmerkt, dass es sich nicht um eine lieblose Aneinanderreihung von Ausschussware handelt. Dafür hat Nash, bei dem jede Note die Verehrung für den großen Kleinen aus Minnesota mit der roten Corvette spürbar macht, viel zu hohe Ansprüche an sich. Für den oberflächlichen Hörer mag 1977 ein weiteres schmieriges R&B Album sein, wer die glitzernde Oberfläche abkratzt, wird aber unweigerlich feststellen, dass der Mann, auf dessen Konto unter anderem Umbrella geht, ein ganz großer Produzent vom alten Schlag ist, von dem diese ganzen semiironischen Weltschmerz-Kokser noch viel lernen können.

Womit wir bei The Weeknd wären. Nicht, dass dessen hipsterifische Umdeutung gängiger Schmonzetten-Klischees nicht Spaß machen und man ihm zu Bukkake-Parties mit Magermodels, bei denen hinterher viel geheult wird, gratulieren wollen würde, aber irgendwo hört man sich dann doch lieber einen aufrichtig angepissten The-Dream an als diese überzeichnete Karikatur. Was jetzt nicht heißen soll, dass Thursday mit seinen runtergestrippten, düsteren Arrangements und Tesfayes nonchalanter Delivery schlecht wäre.

Balam Acab
Wander / Wonder
Tri Angle • 2011 • ab 23.99€
Nicht nur R&B wird subkulturell wieder konsensfähig, auch der Leichnam von Trip Hop ist, nicht zuletzt dank Tri-Angle, wieder blogbar. Die haben mit Balam Acab eines der absoluten Aushängeschilder der neuen Langsamkeit unter Vertrag und dieser lässt seiner letztjährigen EP nun ein Album folgen, das voll ist mit Zeitlupenbeats, einer fast schon morbiden Grundstimmung und hallenden Chipmunk-Vocals. Wander/Wonder klingt manchmal wie Untrue in der Chopped & Screwed Version. Definitiv ein Album um die Heizung wieder in Betrieb zu nehmen.

Rapture, The
In The Grace Of Your Love
DFA • 2011 • ab 25.99€
Weniger schwermütig kehren The Rapture zurück, jene Herren also, die gemeinsam mit ihrem Labelchef James Murphy Rock aus dem eigenen Mosh’n’Schmuse-Ghetto befreit haben und im stoischen Viervierteltakt zwischen elektronische Tanzmusik schmuggelten. Nun ist das 2011 nicht mehr halb so spektakulär wie 2003, interessant aber ist sehr wohl, dass die New Yorker Scenester mittlerweile mit Abstand die beste Musik produzieren, wenn sie die Gitarren vergessen haben und stattdessen das gute alte House Piano in den Vordergrund stellen. So geschehen beispielsweise auf dem Überhit der Platte, dem in seiner Hymnenhaftigkeit durchaus an Coma Cat oder Happy House erinnernden How Deep Is Your Love.

Azari & III
Azari & III
Turbo • 2011 • ab 18.99€
Von Anfang an explizit als House-Band begriffen haben sich hingegen die Zitatmeister von Azari & III, was vor allem in der Frühphase der beiden Kanadier mit zwei absoluten Überhits belohnt wurde. Seither hat man das Gefühl, dass sich das Duo etwas zu krampfhaft versucht, von der erfolgreichen Formel der ersten beiden Maxis zu lösen und dabei sein größtes Talent vernachlässigt: magische Popmusik zu produzieren, die Chicago House, Acid, Italo Disco und Electro brillant für sich nutzt. Stattdessen konzentriert man sich auf dem Debüt zu stark darauf Old schoolige Tools zu produzieren, denen es aber genau an jener Attitüde fehlt, die die songorientierteren Tracks stets haben. Kein Wunder also, dass einer der Hauptgründe sich Azari & III doch zu kaufen, Manic ist, ein vokallastiger Song, der klingt als wäre er direkt in der Zeit zwischen Hungry For The Power und Reckless entstanden.

V.A.
If This Is House I Want My Money Back 2
Permanent Vacation • 2011 • ab 11.16€
Ein weiteres leidenschaftliches, wenn auch augenzwinkerndes Bekenntnis zum House, das Jack gebaut hat, kommt aus München. Die Jungs von Permanent Vacation legen den zweiten Teil ihrer Compilationreihe If This Is House I Want My Money Back vor und neben einiger solide chuggender Deep House Tunes bestechen vor allem die Beiträge von John Talabot, Hunee und die Rimshot-lastige Warehouse-Reminiszenz der Beautiful Swimmers.

Kommen wir zum größten Charakterkopf, den die Szene seit der Mäßigung Kenny Dixon Juniors hervorgebracht hat. Omar-S konstatiert, dass diese analogen Rhythmen gepaart mit expressiven Synth-Lines machbar sind, aber nur von Herrn Smith persönlich. It Can Be Done But Only I Can Do It ist eine Ansage, vom größenwahnsinnigen Titel, über das dadaistische Cover bis hin zum überragenden musikalischen Inhalt, der im Vergleich zu Omar-S’ Frühwerk noch deutlicher Chicago huldigt, immer aber auch den kalten Atem Detroits transportiert. Nennt ihn Aggressive Leader, bipolar, Genie – völlig egal, denn keiner kann’s wie Alex O. Smith es kann.

Auch nicht Danny Wolfers, der weiterhin gefühlte 300 Tracks pro Tag produziert und schon wieder ein Album vorlegt hat. The Teac Life ist eines der besten Legowelt-Alben, als Gratis-Download zu haben und der Holländer hat hierfür vielleicht selbst die beste Review geschrieben: »Raw as fuck autistic Star Trek 1987- Misty Forests- X-FILES,- DETROIT unicorn futurism made on cheap ass digital & analog crap synthesizers recorded in a ragtag bedroom studio on a TEAC VHX cassettedeck in DOLBY C with an unintelligible yet soulfull vivacity«.

Kuba Sojka
Mysterious Intrigue
Mathematics • 2011 • ab 16.99€
Ein ungeheuer vielseitiges Album hat derweil Kuba Sojka veröffentlicht. Geschickt und sehr ambitioniert entwirft der Pole auf Mysterious Intrigue eine Klangcollage, die, verteilt über zahlreiche Tempi, House der alten Schule mit loungigem Hip Hop, Ethno-Jazz und abgehangenem Soul verbindet. Wären da jetzt noch Vocals von Femi Kuti drauf, ich würde vermuten, dass Gilles Petersoch doch noch angefangen hätte zu produzieren.

Jan Driver
Amatilda
Boysnoize • 2011 • ab 16.14€
Auch vielseitig, wenngleich stilistisch schwer vergleichbar, ist Jan Drivers erstes (!) Album Amatilda, dem man durchaus anhört, wie viel Lehrgeld Driver in 20 Jahren als Techno-Aktivposten bezahlt hat. Leider stoßen die arg grellen und unfreiwillig komischen Ravesignale sauer auf, gerade wenn sie mit Nu-Rave-Distortion anno 2007 gepaart werden. Gut hingegen sind die überraschenden Momente, wenn Driver beispielsweise auf Intruder mit ungewöhnlichen Samples arbeitet, auf Golden Super einen lässigen Funk-Groove im Oizo’schen Cut-Up-Stil verarbeitet oder mit Empathy der französischen Filter-Generation Tribut zollt.

Cosmin TRG
Simulat
50 Weapons • 2011 • ab 7.59€
Auch Cosmin TRG hat in seiner immer noch recht kurzen musikalischen Laufbahn schon fast alles durch. Dubstep, Garage, House hießen die bisherigen Stationen. Mit seinem ersten Album für Modeselektors 50 Weapons Imprint ist er nun bei Techno angekommen, profitiert aber immens von seiner Vergangenheit. So schafft es der Rumäne auf Simulat immer wieder durch schräg gesetzte Kicks oder Snares, unorthodoxe Melodieführung und zeitliche Kondensierung die üblichen Gähnattacken zu umgehen, die sich zu Hause auf der Couch beim Konsum von Techno-Alben unweigerlich einstellen.

Machine Drum
Room(s)
Planet Mu • 2011 • ab 7.48€
Als Machine Drum produziert Travis Stewart wesentlich sperrigere Musik als im Verbund mit Braille. Das war schon vor der Sepalcure-Ära so und hat sich mit Room(s) nicht signifikant geändert. Dieses Mal hat sich Stewart Juke vorgenommen und den hyperaktiven Puls dieser Musik in einen nerdigeren, europäisierten Kontext verpflanzt, in dem die 160 BPM-Staccato-Drums auf melancholische Vocalspuren treffen, die in Sachen Pitchbending zwar ähnlich radikal vergewaltigt werden wie bei DJ Nate oder Rashad, aber dennoch eher diese Burial’sche Nightbus-Romantik versprühen als die charakteristische Körperlichkeit der Chicagoer Footwork-Pioniere. Best of both worlds also.

Toddla T
Watch Me Dance
Ninja Tune • 2011 • ab 6.39€
Dass England schon immer am offensten an seine Tanzmusik herangegangen ist, ist meist ein großer Vorteil gwesen. Nicht so bei Toddla T, der seinen Einstand auf Ninja Tune mit allerlei halbgaren Pop/Dancehall/Bass-Zutaten ruiniert und mit Watch Me Dance den perfekten Soundtrack für eine dieser Fabric-Nächte liefert, in denen an der Tür viele falsche Entscheidungen getroffen wurden.

Blood Orange (Dev Hynes aka Lightspeed Champion of Test Icicles)
Coastal Grooves
Domino • 2011 • ab 22.99€
Wesentlich abgeklärter mit seinen Einflüssen geht Blood Orange auf Coastal Grooves um. Duran Duran, Prince und der Anspruch, Songs zu schreiben »that could be sung by a drag queen« – ich kann mir schlimmeres vorstellen. In den besten Momenten klingt das dann wirklich wie ein etwas wissenderes Metronomy-Update.

Beirut
Rip Tide
Pompeii • 2011 • ab 19.99€
Schließen wir heute doch noch mit etwas Blaskappellenromantik. Wenn es darum geht, französischen Chanson-Kitsch mit Gypsie-Romantik und Indieschnöseltum zu verbinden macht Beirut immer noch niemand etwas vor, auch wenn sie sich auf Rip Tide mittlerweile nur noch selbst zitieren.