Bing & Ruth, so heißen zwei Figuren in einer Kurzgeschichte von Amy Hempel aus ihrem Buch »At The Gates Of The Animal Kingdom«. Es kläffen in der Geschichte Hunde, Ringe gehen verloren—eigentlich aber behandelt der Text die Trauer und den Schmerz eines älteren Ehepaares. David Moore entdeckt ihn bereits im Alter von 19 Jahren. Der Aufbau der Geschichte fasziniert ihn, ihre Sprache, ihre innere Logik. Mehrere Leben auf nur zwei Seiten gebannt.
David Moore kommt 1983 in Topeka, Kansas, zur Welt. In seiner Familie finden sich Prediger und Musiker. Im Alter von sechs Jahren lernt Moore Klavier, als Teenager spielt er Schlagzeug und schafft es bis auf das Konservatorium der Universität Missouri-Kansas City, um sich dort in Klavier und orchestrale Perkussion zu vertiefen. Schließlich zieht er nach New York, spielt dort mit Musikern, die sich wie Moore mit atmosphärischen Stücken auseinandersetzten. Aus diesem Kreis geht schließlich das Ensemble hervor, das Moore Bing & Ruth nennt.
Heute lebt David Moore in Brooklyn. In einem Interview mit der Paris Review vor mehreren Jahren erzählte er, wie sehr ihn die Umgebung von Kansas jedoch geprägt hat: »Die weiten Landschaften, der Horizont in alle Richtungen, das Gefühl der freien Natur, die Vorstellung, keinen Punkt zu finden, an dem alles endet, die Endlosigkeit der Dinge… All das begleitet mich noch immer und findet sich wahrscheinlich auch in meiner Musik wieder.«
Alle Projekte, an denen David Moore beteiligt ist, zeichnen sich durch das Entwickeln dieser sphärischen, weiten Räume aus, die sie mit ihrem Sound aufmachen. Die Kompositionen sind reduziert, aber deshalb nicht weniger anspruchsvoll. Alles ist so zurückgenommen, dass sich Lücken auftun, die neue Möglichkeiten bieten und Gefühle und Gedanken aufwühlen.
David Moores Sound, Inspiration und Ideen lassen sich kaum Genres zuordnen, obwohl sich natürlich Ambient und moderne Komposition anbieten, allerdings selbst in ihren Spielarten zu kurz greifen. Mit dem neuen Bing & Ruth-Album Graze The Bell zieht sich David Moore noch einmal mehr zurück: Es ist eine Sammlung von Stücken, die er allein am Klavier spielt. Ein neuer intimer, ruhiger Raum, der diese Welt erweitern wird.

David Moore: Ein perfektes Album – ebenso wie die in den 2000er Jahren veröffentlichte »Complete«-Edition. Eine außergewöhnliche Band, deren Musiker alle auf dem Höhepunkt ihres Könnens sind und gleichzeitig wirklich Neuland betreten. Es klingt immer noch erstaunlich frisch.
Redaktion
David Moore: Die Magie des Klaviers liegt in seiner doppelten Fähigkeit: In einem Moment kann es einen völlig überwältigen, im nächsten wird es so zerbrechlich, dass es kurz vor dem Zerfall zu stehen scheint. Peter Frankl versteht diese Dynamik und formt sie mit bemerkenswerter Sensibilität.
Redaktion
David Moore: Wenn es Samstag ist und ich mit Samstagsangelegenheiten beschäftigt bin, läuft das hier wahrscheinlich im Hintergrund. Allein die Version von »You Can Have the Crown« verdient eine Medaille für herausragende menschliche Leistung.
Redaktion
David Moore: Eine wunderschöne und gelegentlich beunruhigende Reise von Anfang bis Ende, aber auch eine Platte, die sich unterhalb der Bewusstseinsschwelle einnistet – wie eine Umarmung von der Seite.
Redaktion
David Moore: Von Anfang bis Ende ein einzigartiges Erlebnis – die Art von Album, die dich näher an das heranführt, wozu du dich hingezogen fühlst.

David Moore: Kaum ein Monat vergeht, ohne dass ich darauf zurückkomme. Authentische Old-Time-Musik von einer legendären Familie von Musikern aus East Tennessee. Diese Aufnahme trifft den Kern der Sache.

David Moore: Eine intime und tief bewegende Zusammenstellung von Blues-78er-Platten aus dem legendären Katalog von Mississippi Records.

David Moore: Mein Lieblingsalbum – und das wird es wahrscheinlich auch immer bleiben. Ein lebenslanger Begleiter.
Redaktion
David Moore: Echte Cajun-Musik aus alten Zeiten. Aufnahmen wie diese sind selten, und das hier eingefangene Material ist wirklich etwas Besonderes.
Redaktion
David Moore: Wenn ich Emahoy spielen höre, erkenne ich ihn so wieder, wie ich die Stimme eines Familienmitglieds wiedererkennen würde. Es fühlt sich vertraut und einzigartig an, und doch hat es sich auch irgendwo tief in mir niedergelassen – wie ein Zuhause. Es ist weit mehr als nur Solo-Klaviermusik.


