Demograffics – »I kann eh net guat deutsch, waßt?«

29.03.2012
Foto:Denis Falkenstein
Die Demograffics aus Regensburg veröffentlichen in diesen Tagen ihr zweites Album. Ein Gespräch mit Maniac und DJ Rufflow über Butter, Käse und den Gebrauch der englischen Sprache.

Alles Käse? Mitnichten. Everything Cheese? Schon eher. »Cheese« ist der Name des neuen und bis dato abwechslungsreichsten Albums der Demograffics. Das Besondere: Die Regensburger rappen auf Englisch. Grund ist, dass Emcee und Beatmaker Maniac mit sieben Jahren in die USA zog. Dort hat er mit dem Rappen begonnen und 2004 auch sein erstes selbstbetiteltes Demograffics-Album veröffentlicht. Mit 17 kam er dann wieder nach Bayern, aber behielt das gewohnte Englisch bei. Ein gewagter Schritt in der deutschen Rap-Szene. Maniac verbündete sich mit DJ Rufflow, veröffentlichte 2008 das zweite Demograffics-Album »Bird‘s Eye View« und die beiden tourten durch Europa. Das Album wurde von der Kritik gelobt, ebenso wie die Maniac-Dexter-Collabo »Raw Shit« zwei Jahre später. Nun bittet der auch flüssig Bayrisch redende Lockenkopf wieder mit DJ Rufflows Unterstützung vor die Box. Kein Käse.

Maniac, du rappst zwar auf Englisch, aber im Video-Making Of zum Album hört man dich nur bayrisch reden. Wie kommts?
Maniac: (lacht) Joa i red eigentlich nua bayrisch, aber ich versuch mich jetzt ein bisschen anzupassen, so that people understand the shit well, you know? Also, ich versuche gut und klar rüber zu kommen, aber ja, ansonsten quatsch i nua bayrisch.

Und du rappst nur auf Englisch. Wo bleibt da die deutsche Sprache?
Maniac: I kann eh net guat deutsch, waßt? Ich werde das auch ganz oft gefragt, aber …
Rufflow: Die Antwort ist ganz einfach: Weil er es nicht kann. (Gelächter)

»ch höre auch oft: Eigentlich sollte ein Deutscher nicht auf Englisch rappen, aber du bist eine Ausnahme.« (Maniac)

Wie kam es eigentlich zu den Namen eurer Releases »Butter« und »Cheese«.
Rufflow: Das Album heißt »Cheese« und was kommt davor? Butter. Und »Cheese« eigentlich nur wegen: »Smile – Cheese!«
Maniac: Jetzt hab ich auch eine simple Antwort: Why is it called butter? Cause it is butter, baby. (Gelächter)

Steht ein Konzept hinter dem Album?
Maniac: Nein, es geht um Alltägliches, was der Buam von nebenan eben erlebt. Was in Regensburg abgeht, geht auch in Berlin ab, nur in anderen Dimensionen wahrscheinlich. But if bullshit is going down, dann spiegelt sich das oft in jeder Stadt. Und über so Sachen labere ich halt. Übers Essen sogar auch. MCs got beef but I am a veggie, you know? (lacht) Und einige autobiografische Sachen sind dabei, was ich auf meinem Weg gelernt habe und so. Aber ich hab mich dafür net hingehockt und ein Konzept entwickelt.

Wie werdet ihr in der deutschen Rapszene als englischsprachiger Act aufgenommen?
Maniac: Unterschiedlich, you know? Hater gibt’s immer. Und wenn man sich anhört, was es von Deutschen auf Englisch bisher gegeben hat, dann kann man schon sagen: Na, was wird das wohl sein? Aber wenn man offen ist, dann checkt man schon, dass das authentisch von mir ist. Ich höre auch oft: Eigentlich sollte ein Deutscher nicht auf Englisch rappen, aber du bist eine Ausnahme.

Und nach zehn Bier, in der Cypher, wird’s dann manchmal deutsch?
Maniac: Kein Bier. Aber klar, ich freestyle auch schon mal auf Deutsch und hau dann die bayrischen Slogans raus, aber ich bin jetzt nicht der Skill-Man.

Wo wollt ihr hin mit dem Album?
Rufflow: Bisschen hin- und herfahren, paar Radioshows machen und Gigs mit der Band, Gigs, Gigs, Gigs, das ist das Wichtige.

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