Ausklang | New Music Friday – Neue Musik von Drake, Hade, Sweatson Klank u.v.m

04.04.14
Woche für Woche picken wir Tracks, die uns in den vorausgegangenen 7 Tagen nicht aus dem Kopf gehen wollten, deren Release auf den heutigen Tag fällt oder einem anderen Pseudogrund unterliegen. It’s new music, gorillaz!
»Butter« by Lafawndah
»Butter« klingt, als würden Ace Of Base unter der Schirmherrschaft eines britischen Club-Produzenten ein Comeback wagen: toll! Hier darf man an die Mittneunziger denken und sich endlich wieder eine Igelfrisur gelen. Die 90er finden sich ja inzwischen in den meisten Bereichen der Kunst wieder, allerdings nie ohne ihre Schund-Image ganz abzulegen. Mit der Kunst kennt sich übrigens auch Lafawndah aus. Die erste Karriere der französisch/irischen Sängerin ist Künsthändlerin.
»Days In The East« by Drake
Nicht mehr weit von einer eigenen Kunstsammlung entfernt sein, dürfte auch Drake. Bis es soweit ist und er auch anfängt von den selben drei Künstlern zu reden, genießen wir Drake wie wir ihn kennen: kein Bild an der Wand, aber eine Träne im Knopfloch. Auf »Days In The East« ist Drake mal wieder verliebt, hat sich aber auch selbst verloren, gibt Beziehungsratschläge, bietet sich an. Ach, und Tee mit Erykah Badu gibt es auch. Mehr Drake auf einem Song geht also kaum. Und obwohl ich mir manchmal sogar ein Ende der Bundesliga-Saison herbeisehne, oder ein Ende eines Kasten Bier, von Drake kriege ich einfach nicht genug. Hier ist der zweite Song den er diese Woche veröffentlichte.
»Mobb Deep Ultra« by Hade
Es geht von Boo zu Boo, von Schatzi zu Schatzi, von Drake zu Hade Wenn der Kölner Produzent mal nicht nachts vor der Pommesbude steht und im Migos-Flow erklärt, dass er Bock auf Pommes habe und ein Rick-Ross-Hoh-Adlib hinterhersendet, dann produziert er Tracks. Und zwar schneller, als er gedanklich von Phil Collins zu »strictly 160/170-BPM-Juke-Mucke springen kann. Anlässlich des Erscheinens von »The Infamous Mobb Deep« schickt Hade Havoc und Prodigy auf den Dancefloor, wo sie »my mind is old« lamentieren können, so viel sie wollen, es hört ihnen eh keine Sau mehr zu, weil alle mit Raven beschäftigt sind.
»Do I Make You Shy?« by Connan Mockasin
taken from his new album »Caramel«, out on Mexican Summer
find it at hhv.de on LP
Wir schnaufen kurz durch, bleiben aber sexy, als wären wir Jude Law nach dem GV. Connan Mockasin singt »i‘ll be the boy of your dreams« und man ist zu diesem Zeitpunkt schon so weggeblasen von der psychedelischen Flokati-Pop-Nummer, das man nur debil grinsend sagen kann: ja, das wirst du sein, das bist du. Das dazugehörige Video ist auch super.
»Secret« by Sweatson Klank
Sweatson Klank hat in der Peer-Group einen Stein im Brett. Wegen seinem Yacht-Rock-Mix fühlt sich z.B. für Hade (der von weiter oben) jeder Tag wie »another day in paradise« an und wir alle träumen eigentlich nur davon, uns endlich gemeinsam zu diesem Mix oben rum frei machen zu dürfen. Ja, das sollte sich so anhören. Apropos oben rum frei machen: das will Sweatson Klank auch mit seinem neuen Track »Secret« erreichen, der eine erotisch aufgeladene Packung Future-R&B ist. Und so führt Sweatson die Menscheit mit liebevoller Hand zurück in den Naturzustand. Alle nackt.
»Bang Like Chop« by Young Chop feat. Chief Keef & Lil Reese
taken from Young Chops new EP, which will be released later this year
Ganz nahe an den Naturzustand bringt mich mit großer Regelmäßigkeit auch Chief Keef: da oben im Gehirn das Licht ausknipsen und die Gliedmaßen einfach baumeln lassen Das funktioniert auch zu »Bang Like Chop« wieder ohne Probleme. Der Beat klingt, als hätte sich Chop seine Trap irgendwo neben einem Gabber-Festival aufgebaut. Ich direkt so
»Mountain Rise« by Jeremiah Jae
Mit der Reihenfolge lassen wir den Young Chop natürlich alt aussehen: Oliver The 2nd hat hier für Jeremiah Jae einen Beat gebastelt, der Dilla- und Madlib-Fans glücklich machen dürfte. Leider ist der Track nach nichtmal zwei Minuten viel zu schnell vorbei. Damit dieser Ausklang das nicht ist, hau ich hier jetzt doch noch den neuen Young-Thug-Track rein und nehme damit den Jeremiah übel in die Zange.
»Treasure« by Young Thug
Wir packen, diesem Ausklang angemessen, zum Schluss final die Keule aus und schlagen einen Mammut tot. Young Thug redet jetzt eine eigene Sprache, dem Arabischen verwandt, jedenfalls verstehe ich nur »hallelele« und »lilili«. So, heute mal nichts gelernt, herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.