Puxa ist eine der unbekanntesten Tanzmusiken der Welt. Sie entstand auf den am Äquator gelegenen Inseln São Tomé und Príncipe und verbindet angolanischen Semba, kapverdische Coladeira, haitianischen Kompa und brasilianische Rhythmen. Sechs Jahre nach Léve Léve Vol. 1 – der ersten systematischen Compilation zu Musik von den Inseln überhaupt – legt Bongo Joe am 6. März 2026 nach.
Geschichte zum Nachtanzen
Léve Léve Vol. 2 versammelt 15 Tracks aus den 70ern und 80ern – fast anderthalb Stunden Musik von Bands wie África Negra, Sangazuza und Sum Alvarinho. Das Label nennt es »eine der diversesten Szenen der lusophonen Welt«. Musik, die nach der Unabhängigkeit 1975 entstand, als die Inseln ihre koloniale Geschichte neu verhandelten. Die Songs entstanden teils im Innenhof des RSTP-Studios, weil das Gebäude zu klein war für Bands und Publikum zugleich.
Bongo Joe positioniert Puxa nicht als folkloristische Randnotiz, sondern als transatlantisch verwobene Popform. Eine Musik, die Kolonialismus, Migration und Alltag in sich trägt – ohne sie zu erklären. Eine Tanzmusik, die Geschichte erzählt.


