Review

1800HaightStreet

The Pursuit

Lobster Theremin • 2015

Ein Techno-Trio ist auf den ersten Blick schon mal ungewöhnlich. Ableton- und/oder Hardware-Solipsismus, vielleicht mal die Kooperation zweier Menschen – mehr ist innerhalb des Genres selten drin. Das allerdings sah früher™ anders aus: Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre rotteten sich in Detroit reihenweise Trios zusammen. Die aus Vancouver stammende 1080HaightStreet-Posse scheint generell viel Attitüde von Underground Resistance geerbt zu haben. Ihr Techno-Entwurf ist roh und wird faceless präsentiert: Wer hinter dem bollernden No-Nonsense-Sound steht, wird nicht verraten. Warum es aber gleich sechs Hände für 1800HaightStreets minimalistische Tracks braucht, ist eine andere Frage. Vom knalligen Groove des Openers »111« über die tribalesken Rhythmen von »Forager« und die dubgeschwängerte Verschnaufpause »Insects« hin zum abschließenden Psycho-Tool »LSD Casualty« übt sich das Trio nämlich in minimalistischer Sprödigkeit. Aber auch das ist im Grunde ziemlich oldschool – und geht sehr gut auf. Ein schöner Soundtrack für die nächste verschwitzte Kellerparty. Die 1800HaightStreet sicherlich von hinter dem Vorhang bestreiten, so viel Attitüde muss ja schließlich sein.

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1800HaightStreet
The Pursuit
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