Review Hip-Hop

A$AP Rocky

Don’t Be Dumb

RCA • 2026

Natürlich bescheuert, dem neuen A$AP Rocky-Album vorzuwerfen, dass es zu sehr Moodboard ist. Durchgestylt war das Projekt A$AP Mob von Anfang an, Yams (Steven Rodriguez, Gründer des Projekts) hatte damals, in den frühen 2010er-Jahren, im golden Age des Internets, eine sehr umfassende Vision für Stil, Sound, Vibe für den Mob um den hübschen jungen Mann aus Harlem entworfen. Das Kalkulierte ist also nicht das Problem. Man kann auch ein Konzept mit viel Gefühl umsetzen. Auf Don’t Be Dump kommt es halt höchstens stellenweise auf, das Gefühl.

Meistens FÜHLT man vor allem das Marketing-Team im Raum: Jeder Titel liefert in den Meta-Daten die zugrundeliegende Zielgruppen-Analyse mit. Ein bisschen Peso-Rocky für die Day Ones hier, ein bisschen LSD-Rocky für die später Aufgesprungenen, ein bisschen Tyler, The Creator für…für wen eigentlich?… ein bisschen Doechii, ein bisschen Hyper-Rap für TikTokerz, ein bisschen Winona Ryder und viel Tim Burton für alte und neue Hypebeasts. Deswegen ist nicht alles scheisse. A$AP Rocky macht per se Spaß, sein Charisma strahlt auch aus diesem Projekt.

Und musikalisch? Musikalisch ist Don’t Be Dumb dort am Besten, wo es die Geister von 2013 (»Whiskey«) oder 2015 beschwört (»Stop Snitching«), mit »Robbery« (tolles Thelonius-Monk-Sample, hotte Doechii-Delivery) gelingt auch eines der Experimente. Viel des Rests fällt aber in die Kategorie »Zuviel gleichzeitig gewollt«. Die Playboi Carti-Überdrehtheiten (»Helicopter«, »Air Force«) nerven, die ROCK-Ausflüge (»Punk Rocky«, »STFU«) klingen albern, »Order Of Protection« oder »Fish N Steak« deutlich nach jemand anderem. Das Problem mit dem Album ist am Ende nicht, dass es aus einem Moodboard heraus entstanden ist—sondern aus zu vielen.

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