Review

AKSK

Things We Do

Running Back Incantations • 2020

Aus dem ohnehin schon grandiosen Panorama »Musik For Autobahns 2« ragte ein Track nochmals deutlich heraus: »Breaking«, ein unwiderstehlicher Synth-Pop-Song, der klang, als habe Talk-Talk-Mastermind Mark Hollis circa 1983 unter Laborbedingungen die DNA der Cocteau Twins mit der von David Sylvian, Dalis Car und Prefab Sprout gekreuzt, um die beste aller Eighties-Pop-Welten herauszumendeln. Produziert wurde der bestechende Tune von der rumänischen Sängerin und Choreografin Alexandra Pirici alias Adda Kaleh und Diego Herrera aus Los Angeles, der sich unter dem Namen Suzanne Kraft mit Veröffentlichungen auf Labels wie Melody As Truth Animals Dancing und Kitjen als einer der interessantesten Producer der Zehnerjahre empfahl, nachdem er 2011 mit der »Green Flash EP« auf Gerd Jansons Imprint Running Back erstmals einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde. Auf Running Back Incantations, dessen Sublabel für weniger auf den Dancefloor bezogene Produktionen, liegt mit »Things We Do« nun ein Debütalbum der transkontinentalen Zusammenarbeit vor. Neben »Breaking«, hier dankenswerterweise nochmals im Original und zudem als Instrumental greifbar gemacht, schenken AKSK uns darauf vier weitere romantische New-Wave-Popsongs, darunter mit »Strong Like Nature« einen Sommerhit für die Ewigkeit. Ebenfalls enthalten das fantastische »Special Times«, das 2019 bereits die Public-Possessions-Compilation »Chill Pill« veredelte. Zwei Dub-Versionen von The Coober Pedy University Band, dem Team-up von Tornado Wallace und William Paxton, runden »Things We Do« zu einem Album ab, dem in diesem Jahr bislang allenfalls Bell Towers’ Meisterwerk »Junior Mix« das Wasser reichen kann. Alternativlos: den Player auf Dauer stellen. Ein sicherer Pollspitzenreiterkandidat für 2020.

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