Review

Alan & Jan

Take Me I’m Yours

Faitiche • 2026

Beim Duo Alan & Jan handelt es sich um die Produzenten und Klangkünstler Alan Abrahams, der unter anderem schon als Portable und Bodycode in Erscheinung trat, und Jan Jelinek, der seit über 25 Jahren seinen idiosynkratischen wie mikrotonalen Klangteppich knüpft und damit wohl ein eigenes Genre begründete. Take Me I’m Yours, die erste Zusammenarbeit der beiden, ist von der Cover-Art bis zum letzten Ton ein Collagen-Kunstwerk, wie es im Buche steht. Abrahams’ Songskizzen und verschiedenste Vokalspuren schickte dieser für einen Manipulations- und Produktionsprozess der besonderen Art an Jelinek, dessen abstraktes elektronisches Sounddesign sehr gut als Kontrapunkt zum organischen Klang der Stimme funktioniert.

Mal geht Jelinek dabei recht rigoros vor und verfremdet die Stimme bis zur Unkenntlichkeit oder pitcht sie auf Zeitlupe herunter (»Together«). An anderer Stelle wird Alans Stimme zu gespenstischen Chorälen gelayert wie in »Window (Elpis)«. Im frühen Album-Highlight »Forever« hört man sogar eine nahezu klassische Gesangsperformance, inklusive Melodie und Text. Meist sampelt Jelinek aber nur für Sekundenbruchteile und benutzt Abrahams’ Stimme als organische Klangquelle, aus der er dann selbst kleine Melodien, Flächen und sanft pulsierende Beats bastelt. Abstrakt und doch geerdet entsteht auf Take Me I’m Yours aus vielen kleinen, subtilen Sounds ein großes Gesamtbild, das zwischen den zwei Welten von Alan und Jan vermittelt – und dabei eine dritte entstehen lässt.