Review

Ambien Baby

En Transito

FATi • 2019

Ambien ist die Droge unserer Zeit: Zolpidem liefert Wegratzgarantie im permanenten Dauerwachzustand. Vielleicht also nur konsequent, dass Dan Rincon sein gemeinsames Projekt mit Sophie Sweetland Ambien Baby genannt hat, produziert er doch solo unter dem Namen NAP und Sweetland, vor allem unter dem Pseudonym D. Tiffany bekannt, ist auch als DJ Zozi aktiv – vielleicht ebenfalls eine Anspielung auf den Wirkstoff von Ambien. In Bezug auf die Musik der beiden ist der Vergleich zum Downer des Vertrauens allerdings weit hergeholt, wie auch die zweite EP »En Transito« beweist. Wie auf dem Vorgänger »Transfusión« wird zwar auch mit viel Sonnenschein im Augenwinkel in den unteren BPM-Bereichen herumgedödelt, doch selbst die Downbeat-Momente vom Opener »Amor Proprio« oder »Sequencial« werden anderswo auf der heterogenen Platte explizit gebrochen. Denn sowieso: Gebrochen wird hier viel, vornehmlich die Rhythmen. »Light & High« ist als Breakbeat-Update des kanadischen House-Sounds (Pender Street Steppers, anyone?) zu verstehen, »Mari Posa« und »Seven Minutes In Heaven« regeln mit leichten Cumbia-Verweisen und Dubstep-Bässen das Tempo wie den Drive, herbeigesampelte Field Recordings und Flöteneinsätze runden auf »Cosa« das Klangbild dieser zwischen 2015 und 2019 entstandenen Mini-LP mit einer kleinen Pittoreske ab. Einschläfernd ist das ebenso wenig wie zwingend innovativ, für die Sommersaison auf den Open Airs dieser Welt aber eine multifunktionale Allzweckwaffe.

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Ambien Baby
En Transito
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