Review

Andy Vaz

Straight Vacationing

Yore • 2011

Eines vorab: Der Kölner Produzent und Labelbetreiber Andy Vaz (Background,Yore, Deep Night Essentials) liefert mit seinem zweiten Longplayer Straight Vacationing ein großartiges Album ab. Mit enzyklopädischen Wissen um die musikalische Tradition der Motor City ausgestattet, zieht er etliche Referenzpunkte und bleibt in seinem Klangentwurf doch – die Verlockungen sind allgegenwärtig – überraschend integer. Die 303 präsentiert sich ab dem ersten Track Detroit In Me allgegenwärtig, aber delikat sequenziert und bildet die Grundlage für ein fein sitzendes Rhythmuskorsett, das sich im Fortgang des Tracks, aber auch Albums auf vielen Ebenen entfaltet. Apropos Ebenen: Ob als gebrochene Drexciya-Reminiszenz (The Other Place) oder Einladung zum diskoiden Rollerskating-Abend (Dope Jam – A Bullyshit Mix)Straight Vacationing überzeugt zum einen durch seine Heterogenität und zum anderen durch das Detailreichtum, das die Stücke auch zuhause zu einem Hörgenuss macht, ohne sie gleich der Funktionaliät zu berauben oder in Verdacht zu setzen, verkopft zu sein. Sei es die feingliedrige Bassline auf The Other Place, die eingangs erwähnte elegante Acidsynth auf dem eröffnenden Track Detroit In me oder die auf Feelin†˜ ausgesetzte Vocalspur, die sich selber samplet und mit neuem Schwung neuen Anlauf nimmt. Well done, Andy!