Review

Art P

No Message

The Outer Edge • 1985

Vor 40 Jahren düdelte es in Bremen, als hätten die Stadtmusikanten gerade das Klinkenkabel entdeckt. Das Casio funkelte, die Yamaha schnurrte – und Frank Grotelüschen, der Rhythm Composer, verscherbelte seinen Roland in den Kleinanzeigen. Als Jens-Markus Wegener vor seiner Haustür stand, um das Teil in den Kofferraum zu wuchten, merkten beide: Mit dem anderen könnte man auch auf’n Swutsch. Man verschüttete zwei Becks und gründete Art Programming, das man nach sechs weiteren Becks und einer gemeinsamen Kassette einfach Art P nannte. In der Zwischenzeit bearbeiteten Grotelüschen und Wegener die Tasten, als hätten sie den hohen Norden in den tiefen Süden verfrachtet. Was aus den Speakern raschelte, war eine Fünfzehnmeterwelle, die zwar über die Nordsee brauste, aber auch an der Amalfiküste für Freude im Lendenbereich hätte sorgen können. New Wave, Synth Wave, Cold oder Electro Wave – egal wie man den Synthihaufen nannte, Art P hatte »No Message«. Die acht Songs erschienen 1985 auf P.A.P., dem eigenen Label. Wüsste man es nicht besser, man könnte glauben, irgendein Altbau-Hipster hätte die Dinger gestern auf seinem Modularbaukasten zusammengeschraubt.

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