Review

Ayizan

Dilijans

Comet • 1984

Wer diese Platte unvorbereitet auflegt, könnte meinen, es mit Afrobeat zu tun zu haben. Das ist zwar nicht völlig abwegig, geht aber an der Sache vorbei. Alix Pascal, der sich nach einem Voodoo-Geist Ayizan nannte, nahm sein Album »Dilijans« 1984 in New York auf. Der Exil-Haitianer nutzte die Rara-Rhythmen der haitianischen Straßenmusik als Grundlage für seinen filigranen Stil, treibende Beats, die sich bei ihm, stark verfeinert, sehr dezent mit Gitarre, Bass und Gesang zu eleganten Polyrhythmen verbinden, nie statisch, eher kaum greifbar formverändernd. Vereinzelte Bläser wie Bambuspfeifen und Tenorsaxofon sind auch dabei, was wohl dazu beigetragen hat, dass die Platte als »Spiritual Jazz« bezeichnet wird. Spirituell ist sie auf jeden Fall, sehr sogar, man sollte nur nicht meinen, mit diesem Etikett eine genaue Vorstellung vom Klang des Ganzen zu haben. Zurück zum Afrobeat: Die Rara-Musik entwickelte sich aus den Traditionen der afrikanischstämmigen Bevölkerung Haitis, lässt sich also zumindest auf den afrikanischen Kontinent zurückführen. Das sollte einen aber nicht davon abhalten, »Dilijans« mit seinem scheinbar leichten Fließen als etwas ziemlich Einzigartiges zu hören.

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