Was macht ein Album mit abenteuerlicher Clubmusik zu einem guten Album mit abenteuerlicher Clubmusik? Produzent:innen, die Grenzen überschreiten und Konventionen ignorieren, gibt es schließlich so einige. Längst nicht alles davon erfüllt den Zweck, einen bei der Stange zu halten und – nicht zu vergessen – zum Tanzen zu bringen.
Von Brian Close gab es zuvor nicht allzu viel zu hören, dies ist sein erstes Album unter dem doppeldeutigen Namen B. Close. Womit er sehr gut trifft, was er in diesen gern etwas ausgedehnten sechs Tracks anstellt, sechs Minuten und mehr dauern die meisten Nummern. Die Nähe, die er darin erzeugt, liegt in Details wie den Harmonien seiner Synthesizer, die bei aller Schroffheit und Ruppigkeit eine Art innere Wärme ausstrahlen, was durch die insistierend synkopierten Beats paradoxerweise noch erhöht wird.
Die Platte beginnt mit heftig verzerrten Sounds, man könnte wütenden elektronischen Noise vermuten, doch das ist bloß die äußerste Schicht, durch die man hindurch muss, um bei einem Gemisch zu landen, in dem variabel gehaltene Morse-Rhythmen auf Maschinenklänge treffen, deren Ramponiertheit manchmal an Post-Industrial der Achtziger erinnert, von fern durch verschiedene Schleier hindurch, die B. Close mit seinen Manipulationen über alles legt und dabei immer wieder Momente ramponierter Schönheit gestattet. Nostalgie ja, doch keine rückwärtsgewandte, sondern ein Baustein, von dem aus es schwankend nach vorn geht. Man fühlt sich fremd und ganz zu Hause zugleich in dieser B. Chamber (Stratum A).

B. Chamber (Stratum A)
