Beedeegee

Sum/One

4AD • 2013

Augen schließen und sich dem Moment bewusst werden! Mit dieser Aufforderung zur Meditation beginnt das Album, was nicht weiter erstaunlich ist. Brian DeGraw hat schon mit Gang Gang Dance transzendenten Pop gemacht, der mehr daran interessiert ist, in eine neue Dimension vorzudringen, als in irgendwelche Bestenlisten. Entsprechen schwierig hört sich auch »Sum/One« wieder an. In den Songs sammeln sich Streicher, Lazer-Bleeps und etliche Hintergrundgeräusche an und schwirren immer wieder zu allen Seiten aus. Ein Etikett lässt sich auf die bunte Truppe unmöglich kleben. Die Dream-Pop-Anteile, den Synth-Pop, die House-Elemente: All das hätte man so erwarten können. Auf »Sum/One« mischt DeGraw aka Beedeegee allerdings Sounds mit unter, die man ob ihrer Bro-ifizierung 2013 so nicht auf dessen Album erwartet hätte. Hart schlagende 808-Drum-Läufe und Synths, die man so durchgeknallt noch am ehesten bei Rustie findet, machen aus dem Album eine aufgedrehte Angelegenheit. Guter Lord, was ist das? Trap-Art-Pop für Yoga-Freunde mit Aufmerksamkeitsdefizit? Am ehesten. Sicher ist, dass ich hierzu nicht die Augen schließen kann. Wer bitte schließt auch in Mitten einer Horde Riesenraupen und Pavianen mit Feuerwerkskörpern die Augen? Das ist eines dieser Alben, die ich für ihre Einzigartigkeit schätze. Wenn ich aber einfach als Musikkonsument hier rangehe, dann ist mir das zu zerfahren, zu sehr Zuckerschock. Nicht mit diesem Album kann man meditieren, man muss es nach ihm.

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Sum/One
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