Der Schlüsseltrack von Inland See heißt »Graut« und nimmt mit fast 19 Minuten die komplette zweite Seite der neuen LP von Bitchin Bajas ein. Es ist nicht überliefert, ob der Titel auf eine Falschschreibung des Wortes »Kraut« zurückgeht – wenn dem so wäre, dann würde das durchaus passen. Hier kommen der Schönklang von Harmonia, der Neu!-Beat und die kristallinen Synthesizer-Klänge von Kraftwerk in ihrer Ralf & Florian-Ära zusammen. Und eine Flöte gibt’s obendrein. Bitchin Bajas ist das Nebenprojekt von Cooper Crain, dem Gitarristen und Organisten der Psychedelic-Drone-Band Cave aus Chicago – und längst das, was seine vermeintliche Hauptband in den Schatten stellt.
Auch für das zwölfte Album gilt: Bitchin Bajas klingen immer ein bisschen anders als zuvor, bleiben aber ihrer gebremsten Crazyness verpflichtet, in der Psychedelia, Minimal Music, fernöstlicher Ambient und Jazz zusammenkommen. Im ersten Track »Skylarking« treten sich die schönen Melodien gegenseitig auf die Füße, bevor ein Saxofon die Führung übernimmt. »Reno« klingt wie die Instrumentalversion eines italienischen Schlagers aus den Siebzigern. Und »Keiji Dreams« ist ein Ambient-Track, in dem die New-Age-Synthesizer zu schrägen Drones werden.

Inland See