Review

Black Decelerant

Reflections Vol. 2: Black Decelerant

RVNG Intl. • 2024

Beim Titel darf man sich nicht groß wundern. Mit Reflections hat das Label RVNG Intl. eine Reihe gestartet, die vergangenes Jahr von Steve Gunn und David Moore begonnen wurde und jetzt mit Black Decelerant weitergeht. So erklärt sich, dass das Duo von Khari Lucas alias Contour und Omari Jazz mit dieser Platte sein gemeinsames Debütalbum vorlegt, das gleichwohl auf den Zusatz »Vol. 2« hört. »Reflections Vol. 2« ist ein Jazzalbum, das sich, abgesehen von ein paar dezent-getragenen Gitarrentönen, auf elektronische Mittel verlässt.

Improvisation reimt sich bei Black Decelerant auf Ambient ebenso wie auf Glitch, dass in zwei der bloß mit Nummern bezeichneten Tracks die klanglich bearbeitete Trompete von Jawwaad Taylor hinzukommt, ist lediglich eine Erweiterung des Sounds, die der Sache eine zusätzliche Facette hinzufügt. Nötig wäre es vielleicht gar nicht, zu viel ist es jedoch ebenso wenig. Den beiden geht es, wie der Projektname klarstellt, um Entschleunigung, um Schwarze Entschleunigung, für die haben sie auch bloß zu zweit alles Nötige beisammen. Eine andere Frage ist, ob die politische Botschaft der Musik – es geht ihnen unter anderem um Kritik an Kapitalismus und weißer Vorherrschaft – sich allein durch diese mitteilt. Vielleicht muss sie das aber gar nicht unbedingt. Das Wissen um sie mag genügen.