Breton

War Room Stories

Fat Cat • 2014

Nachdem Indie Rock vor einiger Zeit zur letzten Bastion wahren Klangkonservatismus’ verkam, entwickelt sich nun abseits von den ausgetretenen Pfaden in den letzten Jahren gutes Zeug, das nicht Kopie über Kopie in die Soziologie-Studentenwohnzimmer in Berlin und Hamburg auskübelt. Fünf Herren zählt die britische Band Breton und das wäre fast schon der perfekte Einstiegssatz für das nächste Märchen von der Generation XYZ und einem Leben zwischen Beck’s Gold und Converse. Allerdings wäre das die Ausnahme bei einem Ausnahmelabel wie Fat Cat und was kann man nicht alles erwarten von einer Band, die schon Remixe für Tricky und Lana Del Rey ablieferte? Eben. Ein solides zweites Album kann, darf und muss da drin sein. Mit »War Room Stories« haben sie das erwartungsgemäß hinbekommen. Knödelige Gitarren. Verkniffener Gesang. Melodiöse Rhythmen. Rhythmische Melodien. Dazwischen das ein oder andere Spiel mit Elektronischem. »National Grid« fährt mit so einer Nummer hoch, bevor sich der Betrieb auf einen charmanten Refrain beschränkt. »I believe, I believe, everybody has the right to surrender.« Spätestens da ist er, der Moment, um dieses Album ein bisschen ins Herz zu schließen. Trotz Ausschussware wie »Got Well Soon« dazwischen, über dem !!! und LCD Soundsystem wie ein Damoklesschwert hängen (hätten die wohl besser hinbekommen). Aber wenn »Brothers« einem ganz tief in die Eingeweide greift und bei der Drehung im Takt der Disko mitgeht, haben Breton das ordentlich gemacht. Da ist es dann, das Wahre in ihrem Sound. Ganz ohne Märchen dazu.

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Breton
War Room Stories
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