Selbst in ihren intimsten Beichten gönnt sich Carla dal Forno ein Geheimnis. Wenn sie im Titeltrack »Confession« dem Objekt ihrer Begierde mit einer Mixtur aus Selbstbewusstsein und Unnahbarkeit »I think about you most of the time« entgegensingt, dann will man sie am liebsten fragen, woran sie in der restlichen Zeit denkt. Ja, ich find dich toll. Aber du kriegst mich nicht ganz.
Text, Vortrag und Musik spielen bei ihr immer im selben Team. Es gibt einen Berg an solchen Momenten auf dem vierten Album der Australierin, das sich musikalisch auf ähnlichen Pfaden bewegt, die sie in den vergangenen zehn Jahren bereits zaghaft beschreiten durfte. Soll heißen: dubbiger Abseits-Pop, wenig mehr als Drums, ein Bass, ihre Stimme und eine verführerische Nähe zu erkalteten, wavigen Sounds und minimalistischem Proberaum-Post-Punk. Genug Platz für Melodien lässt sie zum Glück immer noch.
Tracks wie das catchy »Blue Skies« kann man sich mit etwas Fantasie deutlich größer und glitschiger vorstellen, dal Forno aber spielt mit dem, was man als Pop missverstehen könnte, und macht daraus etwas sehr Intimes, Berührendes und ja, auch Witziges. In »Under The Covers« singt sie lakonisch: »Sometimes I miss you when I am feeling bored.« Und ist das nicht eines der schönsten Komplimente, das 2026 bislang auf eine Platte gepresst wurde?

Confession

