Review

Christian Löffler

All Comes/Notes 7[

Ki Recordings • 2014

Kurz vor dem Nachfolger zu seinem 2012 gefeierten Debütalbum »A Forest« veröffentlicht der Greifswalder Produzent Christian Löffler noch eine 7“, die sich von der sonstigen Atmosphäre seiner Releases abhebt: mantra-artig beginnt »All Comes« mit einer hellen Frauenstimme, die den einen titelgebenden Satz stets wiederholt: »All comes from nothing«. Was sich anfangs wie ein indisches Sample anhört, mündet jedoch, mit fortlaufendem Einsetzen von Beats, Bass und Klavierakkorden, in einen wunderschön verträumten Gesang, der über dem Technokonstrukt des Christian Löffler schwebt wie ein guter Geist. Dieses Konstrukt passt sich dem Gesang in seiner Stimmung an und nach und nach kehrt man zu dem zurück, was man von ihm gewohnt ist: tanzbare Melancholie. Mit den ersten Takten der B-Seite bekommt man hingegen das Gefühl, als wolle man (in diesem Fall der Produzent “Monokle](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/2597/monokle) aus St. Petersburg, der »Notes« geremixt hat) der vorhergehenden Stimmung eine Ohrfeige verpassen. Düster und vertrackt macht sich der Beat in einem Garage’esken Gewand auf den Weg, bevor sich bald erst Vocal-Samples aus dem Hintergrund nach vorne bahnen und sich anschließend harte Synthielines hinzugesellen, die in kompletten Gegensatz zur andächtigen Stimmung von vorher steht. Sollte der Plan gewesen sein, auf einer 7“ mit den Songs auf A- und B-Seite das Umschwenken eines Traumes in einem Albtraum zu kontextualisieren, dann gibt das hier zehn von zehn. Da man sich allerdings auch etwas mehr Spieldauer hätte erhoffen dürfen und diese Single insgesamt keine zehn Minuten lang ist, gibt das jetzt ein bisschen weniger. Spannend dürfte bleiben, was es bald von der EP »Young Alaska« zu berichten gibt.