Review

Christian Löffler

Mare

Ki Recordings • 2016

Auf dem Nachfolger zu »A Forest« bereitet Christian Löffler einmal mehr seine Ostseeverbundenheit euphonisch auf. »Mare« ist noch weiter vom Clubkontext entfernt, als Löfflers Musik ohnehin immer schon war. Dabei nutzt der Greifswalder Produzent vor allem Field Recordings als Basis für seinen organischen, weniger Sample-lastigen Sound, bei dem er obendrein mehr auf Vocals setzt – Mona Steinwidder von Me Succeeds ist hier gleich vier Mal und auch Löffler selbst ist zu hören. Dass 17 Track starke Werk gleicht mehr einem endlos scheinenden Set mit fein gesetzten Höhen (»Haul«, »Silk« oder dem betörenden »Lid«) und verpassten Chancen auf Verzicht (»Neon«, »The Great Wide Open«). Die glatte Produktion von »Mare« ist dennoch in erster Linie Ausdruck eines perfektionistischen Hintergedankens, weniger eine verstärkte Anbiederung an populäre Radiomusik. Auf »Mare« hat Löffler insgesamt die beruhigende Seite des Meeres eingefangen. Auch wenn das Innehalten, wie im Stück »Pigment«, wunderschön ist, wäre es interessant gewesen, sich auch der ungestümen Seite der maritimen Thematik zuzuwenden. Denn auch die Ostsee kennt nicht nur schönes Wetter – das brüchig-druckvolle »Mosaics« alleine greift hier zu kurz.

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