Review

Crumb

AMAMA

Crumb • 2024

Böse formuliert bietet das New Yorker Quartett mit ihrem dritten Album »AMAMA« den perfekten Soundtrack, um an einem Sommernachmittag gemütlich in einer Hängematte zu dösen und ganz langsam wegzudämmern. Das sieht Crumbs Sängerin und Multiinstrumentalistin Lila Ramani ganz anders, denn chillen zur eigenen Musik geht für sie überhaupt nicht. Zugegeben: Crumbs Mix aus Pop, Psychedelia, Jazz und Indie-Rock ist keineswegs einschläfernd oder lediglich als Hintergrundrauschen geeignet. Dafür passiert in den neuen Songs zu viel, es wird auch mal düster oder einer auf Tour überfahrenen Schildkröte Tribut gezollt (»Crushxd«).

Die Band findet aber den Sweet Spot zwischen dem lieblichen Psych-Pop von Toro Y Moi und der elektronisch-verspielten Seite von Tame Impala, die beide durchaus etwas Verträumtes verbindet. In diesem Zwischenreich machen es sich Crumb gemütlich; unbeschwert, experimentierfreudig und ganz bei sich. So dass man vielleicht etwas konkreter sagen kann: Crumb vertonen besonders gut die Momente kurz vorm Einschlafen, wenn die Gedanken immer assoziativer werden und die ersten unzusammenhängenden Traumbilder auftauchen, nur um ausgelöst durch ein unwillkürliches Muskelzucken doch wieder verwirrt und erschrocken hochzufahren – hypnotisch und doch immer wieder überraschend, vertraut und zugleich surreal.