Die Musik läuft keine Minute, da ist der Kampf gegen die Zeit schon verloren. Ziemlich sicher sollte er nie gewonnen werden. So wie Dagmar Zunica die Musik für in filth your mystery is kingdom/far-smile peasant in yellow music aufgenommen hat, schimmert von Anfang an das Ende durch diese Lieder. Auf ein Kassettenrecorder hat Zunica ihren hymnischen Lo-Fi-Folk eingespielt. Das Bandrauschen ist stellenweise lauter als die Instrumente. Und so entsteht das Gefühl, die Musik würde einem direkt unter dem Ohr weg-erodieren. Das verstärkt natürlich die Nostalgie, das In-Die-Ferne-Rücken, das dieser wehmütigen Musik innewohnt. Jeder Ton weint Vergänglichkeit.
Aber. Aber man würde das alles auch gerne mal LAUT hören vielleicht, störungsfrei. Es ist die Frage, ob ein Song wie »Her Master’s Voice«, der diese wunderschöne Schmerzlichkeit eines Cindy-Lee-Stücks besitzt, an Wirkung verlieren würde, wenn er ein bisschen…besser klänge. Auch direkt danach, »A Car With No Lights On»: Wenn der Raum hätte, wenn der ein bisschen mit Volumen in die Hallen spülen würde, dann würde der an Memento-Mori-ness nichts einbüßen. Eigentlich könnte man noch viel besser schmachten, weil man die Konzeptkunst vergessen würde.
Anadol & Marie Klock
Manivelles
Pingipung
