Review

Dali Muru & the Polyphonic Swarm

Dali Muru & the Polyphonic Swarm

STROOM 〰 • 2021

Ungarn, die Slowakei, die Ukraine: selten Aufmacher für Alben, genau genommen selten Kulisse für irgendwas, wenn’s nicht gerade um Orbán und Putin geht, hier drüben im Westen. Auf Dali Muru & The Polyphonic Swarm setzen die Ländernamen, rein durch die Art und Weise ihrer Nennung, den narrativen und atmosphärischen Rahmen; man betritt die Karpaten, und damit eine Gebirgskette, die verhältnismäßig nahe an Deutschland liegt, aber bereits so Mitten in der FREMDE, dem Osten. Ein Gebirge, mit dem man nicht Autobahntunnel assoziiert, sondern Hirten und Schafschädel und Folklore. Dali Muru & The Polyphonic Swarm machen sich genau das zunutze. Das Andersartige ist schnell etabliert, das Interesse damit geweckt. Dwellers, Bones und Witches liefern schon die Titel und auch in den Lyrics wird man direkt im zweiten Track angegangen mit depths, spirits und Schwefel, das Kultische wird mit großer Vehemenz etabliert und wirkungsvoll so. Natürlich steht bei derlei Semantik Toulouse Low Trax schon Hände reibend, Lippe leckend und Mönchskutte tragend hinter der nächsten Ecke. Dali Muru & The Polyphonic Swarm haben vor sechs Jahren als FITH bereits ein hervorragendes Album veröffentlicht. Auch damals schon, was hier jetzt noch ausgeprägter ist: Der weite Raum in Dalia Neis’ Stimme und der Noir-Techno, irgendwo zwischen Nicolas Jaar (no front) und Lena Wilkens. Ziemliches Ausrufezeichen aus dem Hause STROOM 〰, das ich gerade zu ignorieren beginnen wollte.

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Dali Muru & the Polyphonic Swarm
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