Review

Dina Ögon

Oas

Playground • 2023

Auf »Oas«, dem zweiten Album der schwedischen Band Dina Ögon, ziehen viele musikalische Aquarelllandschaften vorbei. In jedem Track tauchen farbenfrohe Stilzauber auf, zum Beispiel in Form von Streichern, die einen weichen Hintergrund zeichnen. Dazu ziehen Wolken aus Hip-Hop, Jazz, Bossa Nova und R’n’B auf, die sich schließlich als sanfter Regen in Folkrock-Perlen auflösen. Während das selbstbetitelte Debüt von 2021 noch deutlicher die Bezüge zur Groove-Ära der 1970er-Jahre betonte, spielt »Oas« frei von festen Stilen und betreibt gekonntes Genre-Hopping, wie der Song »Berget« mit seinem Hauch von »Motown-Sound« und einer Prise »Phil Spector« beispielhaft zeigt. Über allen zehn Songs der Formation um Anna Ahnlund (Gesang), Christopher Cantillo (Schlagzeug), Daniel Ögren (Gitarre) und Love Örsan (Bass) schwebt, nicht zuletzt durch die schwedische Sprache, ein dezenter nordisch-mystischer Klangnebel. Vor allem das Lied »Vi smälter« löst sich aus dem süßen Nebel des Nordens. Dina Ögon bringen mit ihrer Musik, ganz zwanglos, eine Erweiterung/Verstärkung der musikalischen Sprache, außerhalb des Englischen, wenn man durch die globale Popbrille schauen möchte. Die eigene Lokalität bzw. Musikkultur mit der Pop-DNA, insbesondere den Strängen von Soul, Funk und Jazz zu verbinden, um etwas Neues entstehen zu lassen, ist sicherlich nicht neu, aber jeder macht es auf seine Weise zu etwas Einzigartigem. Moderner Soulpop, der nach vorne schaut, sich aber in Sound und Stil eher im Retro-Rückspiegel sieht.

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Dina Ögon
OAS
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